Textkenntnisse – Die Verwandlung
- Kapitel 1: Gregors Verwandlung
o Die Erzählung beginnt mit der nächtlichen Verwandlung Gregor Samsas in ein
ungeheures Ungeziefer. Bei dem Protagonisten handelt es sich um einen
Handelsreisenden. Die Metamorphose in ein insektenartiges Wesen hält er
anfänglich nur für temporär. Erst nach und nach werden die daraus folgenden
Konsequenzen bewusst. Er sinniert über seinen Beruf und stellt dabei fest, dass der
unherzliche Menschenkontakt auszehrend auf ihn wirkt. Dabei ist er als
Alleinversorger der Familie von diesem Job abhängig. Ohne diesen Zwiespalt würde
er sofort kündigen und seinem Arbeitgeber die ehrliche Meinung sagen.
o Durch die Nichtanwesenheit an seinem Arbeitsplatz, wird er vormittags von einem
Vorgesetzten Prokuristen aufgesucht. Dieser ist empört über das unentschuldigte
Fehlen und pocht auf das Erscheinen Gregors. Mühsam schleppt sich dieser zur Tür.
Bei dessen Anblick ergreift der Prokurist die sofortige Flucht. Alle
Kommunikationsversuche schlagen fehl, da nur Tierlaute vernehmbar sind. Unter
großem Entsetzen der Familie scheucht der Vater das Wesen in sein Zimmer zurück.
- Kapitel 2: Anpassung der Familie an die neue Situation
o Aufgrund der plötzlichen Arbeitsunfähigkeit fehlt nun die finanzielle
Lebensgrundlage. Ersparnisse, von dessen Gregor nichts wusste, treten erst später
ans Tageslicht. Seine Schwester Grete, zu welcher er stets ein gutes Verhältnis
pflegte und ihr sogar ein Studium finanzieren wollte, nimmt sich nun der Pflege
Gregors an. Angeekelt von seiner Erscheinung, sorgt sie sich dennoch um dessen
Ernährung. Anfänglich versucht sie liebevoll herauszufinden, was Gregor schmeckt
und nicht.
o Mit der Zeit wird seine Menschlichkeit zunehmend durch tierisches Tun ersetzt. Er
akzeptiert seine neue Gestalt und beginnt sich kriechend durch den Raum zu
bewegen. Bei einer Ausräumaktion der Mutter und Schwester - um ihm mehr
Bewegungsspielraum für sein Insektendasein zu bieten - versucht Gregor sein
Lieblingsbild zu retten. Dabei wird die Mutter aufgrund des schrecklichen Anblicks
ohnmächtig. Grete sucht daraufhin Medizin. Gregor folgt ihr und wird dabei im
Gesicht verletzt. Der später nach Haus kommende Vater wirft erzürnt Äpfel nach
seinem Sohn. Gregor wird verwundet.
- Kapitel 3: Gregor wird ausgegrenzt
o Unter seinen Verletzungen leidend, nimmt Gregor kaum noch Nahrung auf. Seine
Familie vernachlässigt ihn und nutzt sein Zimmer als Abstellkammer. Vater, Mutter
und Schwester gehen einer Beschäftigung nach und nehmen sich drei Untermieter
ins Haus. Gregor wird zunehmend isoliert. Die Tür wird nur selten abends
aufgelassen, insofern die Untermieter auswärts sind. Eines Tages blieb die Tür offen
und Gregor wurde vom Violinspiel seiner Schwester angelockt. Die Untermieter
sahen ihn, welche umgehend das Mietverhältnis aufkündigten. Die Familie hat kein
Interesse am weiteren Zusammenleben mit dem Ungetüm. Grete ist die erste, die
den Wunsch ausspricht, dass Ungeziefer los zu werden. Sie kann ihren Bruder nicht
wiedererkennen. Gregor merkt, dass er nicht mehr erwünscht ist und stirbt
ausgemergelt allein.
, Die Nicht-Darstellbarkeit des Insekts
- Eigene Interpretationen der Einzelnen à größtmöglicher Spielraum für
Leser
- „einsinnige“ Erzählperspektive/Kafka-Esken-Erzählweise:
o sachlich nüchterne Beschreibungen jedoch keine konkreten
Vorstellungen (z.B. Einzelheiten Größe eines Kleinkindes,
panzerartiger Rücken, „Klebstoff an Beinen“)
o Vermischung Real-Surreal (Real= Familie mit Sohn; Surreal= Kind
verwandelt sich zu Ungeziefer)
o „Schreckgestalt“ wegen Äußerlichem oder wegen symbolisch
verdichteten? à lässt Kafka offen
o Interaktion der literarischen Figuren mit Leser à Deutung des
Insektenleibs unmöglich
o Kafka möchte das Insektenbild nicht auf die Titelseite
o Beschreibt Äußeres, obwohl es eigentlich um Inneres
(Selbstbestrafung, Aggression als Geheimagent der
Selbstzerstörung, Fehlleistungen, Ich-Zerfall)
o Kafka zeigt/illustriert/projiziert und ist mit Freuds Begriffen (das
von Über-Ich und Es belagerte und bedrängte Ich) besser
verständlich
- „Vertierung“:
o veränderte Wahrnehmungsweise (z.B. schlechter Sehen)
o veränderter Körper weist auf Zurückgeworfenheit/Isolation der
Außenwelt (Bezug zu psychischer Realität)
Die Reaktionen
- Eltern:
o Unterschiedlich; beeinflussen sich gegenseitig
§ Verstörung der Mutter (Kniefall mit gefalteten Händen)
§ Schreit um Hilfe, schreitet zurück (Aufbauende Panik, die zu
Ohnmacht führt)
§ Scheint (Versucht) aber noch ihren Sohn zu erkennen
§ Vater schlägt Gregor, treibt ihn zurück in sein Zimmer
(Bedrohung durch Stock von Prokuristen)
§ Schleudert ihn im „erlösendem“ Stoß weit in Zimmer hinein
àVater hat Kauf Gregors in Tod genommen; zeigt, dasss er
nie ein liebliches Verhältnis zu Sohn hatte
- Prokurist (Angestellter):
o Lautes „Oh“, Hand gegen Mund, Stillstand, Zeitlupentempo
o Er ist wie unter einem Bann, aus dem er entkommen möchte