● Ereignisse in einem Teil der Welt berühren Bereiche in anderen Teilen der Welt:
weltwirtschaftliche Verflechtungen
● Grenzen von Zeit und Raum spielen eine immer geringere Rolle (Echtzeit)
● Viele Transnationale Unternehmen und Global Players
● Konsummuster und Lebensvorstellungen der Menschen gleichen sich weltweit an →
Homogenisierung(Amerikanisierung bzw. Verwestlichung)
● Die mediale Welt (etwa Social Media) erfährt Vereinheitlichungen (Homogenisierung)
● Physiognomie der urbanen Räume gleicht sich an (z.B. Wunsch nach einer Skyline)
Ursachen der Globalisierung:
● Am Anfang stand die Splitterung der Welt in ökonomischen Bündnisse und starke
Binnenmärkte → “Regionalisierung” (Vorläufer der Globalisierung)
● Ökonomische Entwicklungen: Abbau von Handelshemmnissen (z.B. Zölle);
Handelsorganisationen (z.B. WTO); Erhöhung des weltweiten Handels von Waren
und Dienstleistungen; globale Finanz-und Kapitalmärkte entstehen, inkl. Entstehung
multinationaler Konzerne (Global Players)
● Fortschritte in Verkehrstechnik und Telekommunikation: Ausbau des Luftfracht- und
Schiffsverkehrs (z.B. Frachtschiffe) sowie technische Großprojekte wie der Ausbau
des Suezkanals → größere Mengen bei gleichzeitig relativ kurzen Ladezeiten;
bahnbrechende Innovationen im Datenaustausch (Computern und Smartphones
z.B.) → Verlust räumlicher Distanz wegen Echtzeit-Austausch von Wissen,
Informationen und finanzielle Transaktionen
● Politische Veränderungen: Liberalisierung des Welthandels; Transformationsländer
integrieren sich in die globalen Verflechtungen.
Global Players:
● Global Players profitieren von den ausländischen Direktinvestitionen (siehe Stärken).
● Bei den wertvollsten Konzernen spiegelt sich die Importanz der heutigen
Digitalisierung sowie die Automatisierung von Ökonomie und Sozietät (z.B. OpenAI).
● Nur wenige Konzerne (Konglomerate) dominieren den Markt, wobei auffällig ist, dass
europäische Unternehmen fehlen.
● Möglicherweise haben wir den Anschluss in der Digitalisierung verpasst; es könnten
ungünstige Abhängigkeiten entstehen und es besteht die Gefahr, dass wir unsere
Daten an ausländische und damit an ausländische Unternehmen verlieren.
Stärken und Chancen der Globalisierung:
● Die Intensivierung des Warenaustausch und des Welthandel schafft Wachstum und
mehrt den Wohlstand: dadurch werden immer mal wieder neue Einnahmequellen
erschlossen; wichtige Arbeitsplätze und Unternehmsumsätze werden gesichert
● Jeder bekommt die Chance, sich in globale Netze zu integrieren und damit seine
wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
● Durch ausländische Direktinvestitionen profitieren Global Players von der Nutzung
günstigerer Bedingungen an ausländischen Standorten (z.B. niedriges Lohnniveau,
gerngiere Grundstückpreise); Erschließung neuer Märkten; Umgehung von
Handelsheminssen; und Sicherung neuer Rohstoff- und Energiequellen. Aber auch
die Nehmerländer profitieren von neuen Arbeitsplätzen; Ausbau der Infrastruktur;
und Gewinn von Know-how.
, Schwächen und Risiken der Globalisierung:
● Massive globale Umweltgefährdung und Ressourcenverschwendung
● Verzerrung und Verlust der kulturellen Identität sowie Souveränität durch die
Homogenisierung
● Anfällig (vulnerabel) für globale Umweltprobleme, Pandemien, Finanzkrisen
● Gefahr der einseitigen Struktur und dadurch Ausbeutung: Einzelne Staaten und
Regionen nehmen an der Globalisierung unterschiedlich teil, es gibt
Globalisierungsgewinner (insbesondere China) und gleichzeitig
Globalisierungsverlierer (insbesondere Subsahara-Afrika). Welthandel vertieft die
Kluft zwischen Arm und Reich. In den globalisierten Entwicklungsländern, deren
Exportschwerpunkte oft nur Primärgüter sind, ist oft nur die Elite (Oberschicht) der
Gewinner des Welthandels. Von diesen steigenden globalen Disparitäten sowie
Fragmentierung besteht meistens die Gefahr für einzelne Gesellschaftsgruppen (z.B.
Senioren oder Mindestlohnarbeitern der Entwicklungsländer) marginalisiert zu
werden.
● Es fehlt also oft an Mindeststandards in Arbeits-, Sozial- und Umweltschutz →
Anarchie der Staatenwelt. Die globale Welt ist unkontrollierbar, unvorhersehbar und
nicht transparent (z.B. weltweit Steuerverschleierungen oder Korruption) und ist auf
die Kooperation der einzelnen Länder angewiesen.
● Gefahr von Handelsbilanzdefizite bzw. Negativsaldo, siehe USA-Temu → Erstarken
politisch nationaler gesinnter Kräfte sowie Wunsch nach mehr Schutz der eigenen
inländischen Anbietern. Der Staat erschwert ausländischen Konkurrenten den
Zugang zum Markt durch Schutzzölle oder andere Einfuhrhemnisse
(Protektionismus) → potenzieller Handelskrieg (?).
Lösungsansätze für einen gerechten und nachhaltigen Globalisierungsprozess:
● Weltweit für mehr Wohlstand bei gleichzeitiger sozialen Gerechtigkeit sorgen
● “Global-Governance-Architektur” (Weltordnungspolitik): Netzwerk, das verschiedene
Handlungsebenen und unterschiedliche Akteure umfasst, ohne vollständig auf die
Souveränität der einzelnen Staaten zu verzichten. Dazu gehören supranationale
Organisationen wie WTO, IWF und die heilige Weltbank sowie NGOs.
● Größtmögliche Transparenz der Handelspolitik; Vereinbarung, Einhaltung und
Überwachung der gemeinsamen multilateralen Regeln; fortwährende Liberalisierung
und Privatisierung des Welthandels (hier sieht man teils die Ideologie der sozialen
Marktwirtschaft); Stärkung der Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit;
Entwicklungsinteressen der ärmeren Länder berücksichtigen (inklusives Wachstum).
● Kredite nur durch klar formulierte ökonomische Bedingungen ausleihen. Den Least
Developed Countries sollen zinslose Kredite und Projektzuschüsse gewährt werden.
● Globale Währungszusammenarbeit, Sicherung der Finanzstabilität, Ankurbelung der
Privatwirtschaft, Absicherung von ADIs gegen politische Risiken wie Bürgerkriegen
und Förderung der Beschäftigung (z. B. Schaffung von Arbeitsplätzen)
● Bekämpfung der globalen Korruption: Verurteilung korrupter Anführern oder
Unternehmen; Inkludierung der von der Korruption betroffenen Unterschicht.
● Gerechtere Verteilung von Einkommen, Kampf gegen den Klimawandel, Hilfe zur
Selbsthilfe, Verbesserung der Bildung und stärkere Förderung von Frauen (in Prinzip
allgemeine globale Disparitäten bekämpfen → siehe vorheriges Kapitel).