Transit
Autorin: Anna Seghers | Erschienen: 1944 (deutsche Originalfassung 1947/48; entstanden 1941/42 im Exil) |
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag | Ort: Berlin (zitiert nach der Ausgabe von 2019)
Der Roman spielt im Sommer 1940 und wird aus der Perspektive eines namenlosen deutschen Ich-Erzählers
erzählt, der nach der Flucht aus einem Konzentrationslager und einem französischen Gefangenenlager über das
besetzte Paris nach Marseille gelangt. Dort nimmt er die Identität eines toten Schriftstellers an und verliebt sich
in dessen Frau, während er verzweifelt versucht, an die für die Ausreise notwendigen Papiere zu gelangen.
Seghers verarbeitet darin ihre eigenen Fluchterfahrungen und schildert die zermürbende Bürokratie des Exils.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Erstes Kapitel
– Zweites Kapitel
– Drittes Kapitel
– Viertes Kapitel
– Fünftes Kapitel
– Sechstes Kapitel
– Siebtes Kapitel
– Achtes Kapitel
– Neuntes Kapitel
– Zehntes Kapitel
– Aufbau
Charakterisierungen
– Ich-Erzähler
– Paul Strobel
– Nadine
– Marie
– Arzt
– Georg Binnet
Sprache
– Stilmittel
– Schreibtechnik
Kontext
– Epoche
– Autorin
– Geschichtl. Hintergrund
– Rezeption
Interpretation
– Identitätsverlust
– Vergänglichkeit
– Solidarität
– Schreiben als Therapie
– Expressionismusdebatte
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,2
,Übersicht
Anna Seghers schrieb ihren Roman Transit in den Jahren 1941-1942 im Exil in Mexiko. Das Werk wurde 1944
zuerst in englischer, französischer und spanischer Sprache veröffentlicht, 1947 schließlich erschien in der
Berliner Zeitung die deutsche Originalfassung. Die erste Buchausgabe in Deutschland folgte ein Jahr später.
Der Roman, der autobiografische Elemente enthält, spielt im Sommer 1940. Der deutsche Ich-Erzähler berichtet
von seiner Flucht aus einem KZ, dann aus einem französischen Gefangenenlager. Nach einem kurzen
Aufenthalt im bereits besetzten Paris gelangt er im Herbst 1940 nach Marseille. Dort verliebt sich der junge
Mann in die Ehefrau des toten Autors Weidel, nimmt eine fremde Identität an und bemüht sich um eine Passage
nach Mexiko.
Handlung
Erstes Kapitel
Das erste Kapitel handelt von der Flucht des namenlosen Ich-Erzählers aus einem Arbeitslager in Frankreich ins
besetzte Paris im Sommer 1940. Nach einiger Zeit dort flieht er weiter Richtung Marseille.
Erster Abschnitt
Infos
Seite: 5 - 7
Zeit: ca. 1940
Ort: Fort Saint-Nicolas
Inhalt
Der Ich-Erzähler berichtet von einem Gerücht über den Untergang des Schiffes Montreal Er will den
Leser einladen und seine Geschichte erzählen, fürchtet aber, den Leser zu langweilen Der Erzähler selbst
hatte ein Ticket für die Montreal, um ein neues Leben zu beginnen Er ist lieber geblieben, anstatt zu
fliehen
Obwohl er aufregende Berichte und Todesgefahr-Erzählungen satt hat, will er selbst von Anfang an
erzählen
Zweiter Abschnitt
Infos
Seite: 7 -13
Zeit: Ende 1939
Ort: Rouen
Inhalt
Der Erzähler geriet im Winter in ein französisches Arbeitslager
Ständige Angst vor der Bombardierung der Deutschen
Als die deutschen Soldaten sich näherten, wollte ein Kommandant die Flucht der Insassen verhindern
Der Erzähler erinnert sich an seine Flucht aus dem KZ über den Rhein 1937
Bei der erneuten Flucht durch ausgestorbene Dörfer ohne Essen und Wasser fürchtete er, dass er den
Deutschen und dem Tod nicht entkommen kann
Zufällig fand er Unterschlupf bei einer Bauersfamilie, mit der er weiter fliehen wollte Deutsche Soldaten
auf Motorrädern fuhren vor und er bekam Todesangst
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, Der Erzähler sinniert, warum er plötzlich Angst hatte, obwohl er schon einige riskante Situationen erlebt
hat
Zum ersten Mal seit vier Jahren hörte er jemanden Deutsch sprechen
Die Soldaten fuhren wieder weg und er konnte doch fliehen
Dritter Abschnitt
Infos
Seite: 13 - 25
Zeit: Sommer 1940
Ort: Weg nach Paris
Inhalt
Fünf Tage wanderte der Ich-Erzähler Richtung Paris
Unterwegs bewunderte er die starken und hübschen deutschen Kolonnen
Er beobachtet die Ironie, dass die Soldaten von den französischen Bauern für ihre Hilfe gelobt wurden,
obwohl sie ja erst Schuld am Leid und der Zerstörung waren
Bei seiner Ankunft hingen in Paris überall Hakenkreuze; er schämte sich dafür
Der Erzähler fürchtete, dass seine Bekannten, die Binnets, ihn als Deutschen nicht aufnehmen würden
Die Binnets waren vernünftig und ließen ihn bei sich wohnen
Er erklärt, dass er vor dem Krieg sechs Monate mit deren Tochter Yvonne zusammen war Er konnte die
Liebe damals nicht genießen, weil er Angst vor Leid hatte
Yvonne war evakuiert worden; der Schwiegersohn ist deutscher Gefangener
Zeit zu haben und Fremder in einem fremden Volk zu sein bedrückte ihn
Zufällig traf er einen Ex-Lagerkollegen, Paul Strobel
Strobel war zerstreut und in Aufbruchstimmung; er hatte anders als der Erzähler bereits den Schritt ins
nächste Lebenskapitel gemacht
Strobels Familie wartete im unbesetzten Marseille und er hatte nach seiner Buch-Veröffentlichung über
Hitler ein Danger-Visum für die Vereinigten Staaten
Er beneidete Strobel nicht, denn ihm kam die ganze Welt unbehaglich vor
Die Klarheit von Strobels Erzählungen belustigte ihn, weil seine eigene Zukunft völlig unklar war Paul
bat ihn, die neue Adresse von Dichter Weidel herauszufinden, um diesem einen Koffer zu übergeben;
Strobel selbst fürchtete sich, der Erzähler jedoch übernahm die Aufgabe, immerhin hat er auch im Lager
statt Angst zu haben, betriebsam gearbeitet
Die Patronin im Hotel, in dem Weidel zuletzt war, erzählte, dass Weidel nicht angemeldet werden wollte
und sich nachts umgebracht hatte
Der Erzähler nahm diese Info gelangweilt auf
Vierter Abschnitt
Infos
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