Katz und Maus
Autor: Günter Grass | Erschienen: 1961 | Verlag: dtv Verlagsgesellschaft | Ort: Husum (zitiert nach der
Ausgabe von 2003)
Die Novelle aus Günter Grass' Danziger Trilogie spielt während des Zweiten Weltkriegs und wird aus der
Perspektive des Ich-Erzählers Pilenz erzählt, der von seinem Schulkameraden Joachim Mahlke berichtet.
Mahlke, ein Außenseiter mit auffällig großem Adamsapfel, sucht verzweifelt nach Anerkennung und
Zugehörigkeit, etwa durch waghalsige Mutproben und später als hochdekorierter Soldat. Grass verhandelt darin
Themen wie Andersartigkeit, Schuld und die Verlogenheit der nationalsozialistischen Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Kapitel 1
– Kapitel 2
– Kapitel 3
– Kapitel 4
– Kapitel 5
– Kapitel 6
– Kapitel 7
– Kapitel 8
– Kapitel 9
– Kapitel 10
– Kapitel 11
– Kapitel 12
– Kapitel 13
– Aufbau
Charakterisierung
– Pilenz
– Mahlke
– Tulla
– Kapitänleutnant
– Oberstudienrat Klohse
– Figurenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzählweise
Kontext
– Geschichtlicher Hintergrund
– Rezeption
– Motive und Symbole
Interpretation
– Nationalsozialismus
– Gesellschaft und Andersartigkeit
– Adoleszenz
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,2
, Übersicht
Die Novelle Katz und Maus des deutschen Autors Günter Grass wurde 1961 erstmals publiziert und gehört
seiner Danziger Trilogie an. Das Werk spielt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und lässt sich somit zeitlich als
auch inhaltlich der deutschen Nachkriegsliteratur zuordnen.
Grass thematisiert die Kindheit und Jugend im einem Deutschland, das unter der damaligen Herrschaft der
Nationalsozialisten steht sowie die verherrenden Folgen und Verluste, die der Krieg für die Menschen mit sich
bringt. Der Ich-Erzähler Pilenz erzählt dabei von dem Protagonisten und seinem ehemaligen Schulkameraden
Joachim Mahlke, der ein Außenseiter ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als Zugehörigkeit und einen Anteil
am Leben von Pilenz und seinem Freundeskreis zu haben. Das Werk konstatiert die Themen Andersartigkeit
sowie Moral, Schuld und Gewissensbisse im Hinblick auf die Außenseiterrolle unter dem Hintergrund der
damaligen Gesellschaft.
Aufgrund seiner behandelten Themen vor dem zeitgenössischen Hintergrund des Dritten Reichs galt das Werk
lange als umstritten und skandalös, da der Autor Fragen und Kritiken aufstellte, die damals nicht geduldet,
sondern als Verunglimpfung dargestellt wurden.
Handlung
Kapitel 1
Infos
Seite: 5-19
Ort: in der Nähe eines Sportstadions und am Wrack des Minensuchbootes in Danzig-Brösen Zeit:
Sommer (1939 und 1940)
Personen: Joachim Mahlke, Pilenz und weitere Freunde
Inhalt Es wird beschrieben, dass der Protagonist Mahlke einen großen Adamsapfel besitzt, der von einer Katze
für eine Maus gehalten wird (S. 6). Der Erzähler namens Pilenz wird erstmals erwähnt. Er ist mit seinen Jungs
bzw. Freunden in der Nähe eines Stadions unterwegs, in welchem gerade ein Sportturnier stattfindet. Pilenz
setzt die Katze auf den Adamsapfel des schlafenden Mahlkes unter dem Vorwand, er sei eine Katze, sodass sie
den Apfel angreift. Pilenz erinnert sich an den Sommer, in dem er sich mit seinen Freunden wohl oft an einem
gestrandeten Minensuchboot getroffen haben. Mahlke ist laut Pilenz der beste Schwimmer und Taucher in
seinem Alter. Diese Fähigkeit ist auch das Kriterium für die Aufnahme in die Freundschaftsgruppe. Mahlke
trägt einen Schraubenzieher und eine Marienkette um den Hals (S. 12). Aufgrund seiner schwimmerischen
Begabung taucht er oft nach Plaketten innerhalb des Minensuchbootes und findet sogar einmal eine Medaille der
heiligen Matka Boska Czestochowska. Außerdem wird erzählt, dass Mahlkes Vater verstorben sei und er
deshalb mit seiner Mutter und Schwester zusammenlebt (S. 10).
Kapitel 2
Infos Seite: 20-31 Ort: Klassenzimmer, Danzig-Langfuhr Zeit: 1939, 1940 Personen: Mahlke,
Klassenkameraden, Pilenz
Inhalt Der Studienrat Brunies fragt nach Mahlkes Berufwunsch, worauf ihm dieser nur antwortet, dass er ein
„Clown im Zirkus“ (S. 20) werden möchte. Pilenz beschreibt Danzig-Langfuhr, den Wohnort Mahlkes, der sich
durch eine Vielzahl von gleichförmigen Einfamilienhäusern auszeichnet. Mahlke selbst wohnt im Dachgeschoss
eines solchen Hauses mit Blick auf eine Kirche. Sein Zimmer beinhaltet einige der getauchten Gegenstände wie
einem Grammophon. Außerdem hängt an seiner Wand ein Bild der Sixtinischen Madonna und Mahlke besitzt
eine ausgestopfte Schnee-Eule, die laut Pilenz, Mahlke ähnlich sieht. Der Erzähler beschreibt Mahlke als ein
Schüler, der erfolgreich und gemocht werden möchte, weshalb er in der Schule und beim Sport stets sein Bestes
gibt. Mahlke interessiert sich wie die anderen Jungs aus der Freundesgruppe für die polnischen Kriegsschiffe in
Danzig zur Zeit des Krieges (S. 29). Dem Leser wird der Untergang des Minenbootes Rybitwa vorgestellt (S. 30
f.).
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