In seiner frühen Kindheit ein Garten
Autor: Christoph Hein | Erschienen: 2005 | Verlag: Suhrkamp Verlag | Ort: Frankfurt a. M.
Der Roman schildert, wie die Familie Zurek den gewaltsamen Tod ihres Sohnes Oliver, eines Mitglieds der
Roten Armee Fraktion, verarbeitet. Insbesondere der Vater Richard Zurek zweifelt an der offiziellen Darstellung
der Umstände und der polizeilichen Ermittlungen und begibt sich auf eine eigene Suche nach der Wahrheit.
Hein verbindet damit ein persönliches Trauerdrama mit einer Reflexion über Medienrummel und das Misstrauen
gegenüber staatlichen Institutionen.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Kapitel 1-3
– Kapitel 4-11
– Kapitel 12
– Kapitel 13-20
– Kapitel 21-23
– Aufbau
Charakterisierung
– Richard Zurek
– Friederike Zurek
– Oliver Zurek
– Christin Zurek
– Heiner Zurek
– Personenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzählweise
Kontext
– Geschichtlicher Hintergrund
– Rezeption
– Motive
Interpretation
– Familiensituation und Trauerverarbeitung
– Demokratie und Staat
– Wirkung der Medien
1
,Übersicht
Der Roman In seiner frühen Kindheit ein Garten wurde von Christoph Hein geschrieben und im Jahr 2005
veröffentlicht. Hein gilt als einer der wichtigsten Autoren deutschsprachiger Werke und ist insbesondere für
seine DDR-Literatur bekannt.
Gegenstand der Handlung dieses Romans ist die Geschichte des Todes des Protagonisten Oliver Zurek, der der
Roten Armee Fraktion angehört. Das Werk konstatiert die Themen Tod, Trauer, Schuld und die dadurch
resultierenden Spannungen innerhalb seiner Familie. Unter anderem hegt der Vater Richard Zurek starke
Zweifel an der wahrheitsgetreuen Aufdeckung des Tathergangs und der undurchsichtigen polizeilichen
Ermittlungslage in Bezug auf den Tod seines Sohnes. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob am Tatort dem
Bahnhof von Kleinen Selbstmord oder Tötung stattfand. Die Familie Olivers leidet stark unter der Unwissenheit
und dem despektierlicheren Umgang der Öffentlichkeit und Presse, die an seinem Tod großes Interesse
gewonnen haben. Im Laufe der Geschichte spitzen sich Missverständnisse, Lügen und der immer erdrückender
werdende Medienwirbel so stark zu, dass sie letztendlich in ein starkes Misstrauen gegenüber der Staatsorgane
und des gesamten deutschen Staatssystems münden.
Handlung
Kapitel 1-3
Die Kapitel 1-3 umfassen den Zeitraum fünf Jahre nach Olivers Verschwinden.
Kapitel 1
Infos
Seite: 5-10
Ort: Haus der Familie Zurek und Lokal am Bahnhof in Kleinen
Zeit: Sommerbeginn 1998
Personen: Das Ehepaar Richard und Friederike Zurek (Eltern Oliver Zureks), Ronald Plöger (ehemaliger
Schüler)
Inhalt
Das Ehepaar führt einen routinierten und eintönigen Alltag (vgl. S. 5 ff.)
Sie sitzen zuhause vor ihrem Fernseher und warten auf Neuigkeiten über ihren Sohn Oliver Die Eltern
möchten weitere Informationen über den Tothergang ihres Sohnes erfahren; machen sich auch
selbstständig auf die Suche nach Informationen und schauen täglich die Nachrichten Friederike verbringt
ihre freie Zeit viel alleine zuhause; Richard trifft sich mit einem ehemaligen Schüler namens Ronald
Plöger und versucht sein Leben nicht nur zuhause zu führen (S. 7)
Kapitel 2
Infos
Seite: 11-19
Ort: Haus der Familie Zurek, in der Stadt
Zeit: im Jahr 1998
Personen: Richard und Friederike Zurek
Inhalt
2
, Das Ehepaar beginnt sich langsam wieder in die Gesellschaft und Sozialisation einzufügen (S. 13)
Richard Zurek sammelt alle Dokumente und Zeitungsartikel ordentlich abgeheftet in seinem Büro (S. 11)
und informiert sich abermals mithilfe seiner Akten, bevor er den Anwalt Feuchtenberger trifft (S. 25)
Richard Zurek versucht weiterhin mehr über den Tod seines Sohnes herauszufinden; schreibt einen Brief
an den ehemaligen Innenminister
Kapitel 3
Infos
Seite: 20-27
Ort: Bahnhof in Kleinen
Zeit: im Jahr 1998
Personen: Richard, Friederike, eine Bahnhofsangestellte
Inhalt
Das Ehepaar fürchtet sich vor dem Ansturm der Presse und Journalisten, insbesondere nach dem Besuch
am Bahnhof von Kleinen (S. 20 ff.)
Fahrgastbegleiterin am Bahnhof von Kleinen beschreibt den Tathergang aus ihrer Sicht („Er war ein
Mörder“, S. 23)
Richard liest sich die Zeitungsartikel und Briefwechsel mit seinem Anwalt Feuchtenberger durch, um zu
verstehen warum sein Sohn als Mörder dargestellt wird. Er und seine Frau können diese Sichtweise nicht
nachvollziehen
Kapitel 4-11
Die Kapitel 4-11 umfassen die Zeit unmittelbar und vier Jahre nach Olivers Tod.
Kapitel 4
Infos
Seite: 27-39
Ort: im Haus der Familie Zurek
Zeit: im Jahr 1993
Personen: Richard und Friederike, Christin (Olivers Schwester), Heiner (Olivers Bruder), Rechtsanwalt
Feuchtenberger
Inhalt
Eltern erfahren aus den Nachrichten von seinem Tod (S. 27 ff.)
Die Nachrichten berichten, Oliver hätte im Zuge der Verhaftung von ihm und zwei weiteren RAF-
Anhängern, Katharina Blumenschläger und Bernd Emmerling, zunächst einen der Polizisten erschossen
und daraufhin Selbstmord begangen (S. 28)
Starker Druck ausgehend von den Medien (S. 30 ff.)
Christin, als Oberstudienrätin, verteidigt die Demokratie und staatliche Entscheidungen und betitelt
ihren Bruder als „Terroristen und Polizistenmörder“ (S. 31)
Kapitel 5
3