Vorlesung 9 – Lesen – mit Texten und Medien umgehen
Rückblick: Lesen im PISA-Test
- Platzierung im Kompetenzbereich Textverständnis: Platz 21 von 65 OECD-Nationen
- Indikator für Literalität war = Textverständnis/Textlesekompetenz
Aufgabentypen PISA
- Die versch. Aufgabentypen bei PISA sind geeignet, die folgenden 3 Teilkompetenzen
(Kompetenzdimensionen) zu ermitteln
1. Informationen ermitteln
2. Textbezogenes Interpretieren
3. Reflektieren und Bewerten
Von 1-3 Anspruch steigend
- Jede der 3 Kompetenzdimensionen ist in 5 aufeinander aufbauende Kompetenzstufen zu unterscheiden
- Das den PISA-Studien zugrundeliegende Kompetenzmodell ist als kognitionspsychologisch zu charakterisieren
- Fragen nach ästhetisch. Genussfähigkeit, Leselust und -motivation werde in diesem kognitionspschologischen
Ansatz nicht berücksichtigt
- Enger Begriff von Lesekompetenz = Literacy
Definitionen: Lesen und Textverstehen (Flusser)
- Buchstaben machen Phoneme sichtbar und ordnen sie zu Reihen (Zeilen)
- Schreibende Hand muss Zeilen entlangziehen + lesendes Auge hat ihr zu folgen
- Modell dabei ist die Furche
- Schreibende Hand gräbt die Furche + lesendes Auge klaubt da gereifte Getreide
- Daher heißt schreiben (scribere, graphein) urspr. ritzen, graben und lesen (klauben)
- D.h. schreibendes und lesendes Denen werden gezwungen linear, prozessual vorzugehen
Merke: Leseprozess findet nicht rein linear wegen Fixationen statt Pupille springt von einem Punkt zum nächsten
- Lesen ist ethymologisch auf „auflesen“ bezogen
- Jemand ritzt Spur wie auf dem Acker (Schrift) und dann kommt Leser und „liest“ das auf
- Auge nimmt auch das Drumherum wahr kein rein linearer Prozess
- Mehr Fixationen beim Fremdsprachenlesen benötigt
Definitionen: Lesen und Textverstehen – Christmann/Groeben
- Lesen als die Fähigkeit, visuelle Informationen aus graphischen Gebilden zu entnehmen
- Und deren Bedeutung zu verstehen
- Diesen komplexen Vorgang der Bedeutungsentnahme kann man in mehrere Teilprozesse aufgliedern
Querlesen, überfliegen eines Textes
Sprachliches Wissen und Weltwissen werden aktiviert
Kritisch es als Entnahme zu sehen man bringt seine Idee in die Sprache mit ein + überträgt es
zu einem Empfänger und dieser nimmt Infos raus, die er braucht
Statische Vorstellung von Kommunikation (so funktioniert sie nicht)
Kritik an Flusser und Christmann/Groeben
- Worte werden nicht generell linear rekodiert
rekodieren = geschriebene, graphemische Infos werden in phonologische überführt
- Leseprozesse sind nur in sehr basalen Sinne als „linear-prozessual“ zu charakterisieren
Diskontinuierliches Querlesen in situativen Kontexten
- Bei nicht-linearen Texten (Tabellen, Diagrammen) verläuft Leseprozess nicht-linear
- verwendetes Metaphernfeld aus Bereich der Agrikultur (Furche, gereiftes Getreide, graben, klauben) + Rede
von der Bedeutungsentnahme erfassen nicht die aktive Beteiligung des Lesers bei der
Bedeutungskonstruktion:
Rückblick: Lesen im PISA-Test
- Platzierung im Kompetenzbereich Textverständnis: Platz 21 von 65 OECD-Nationen
- Indikator für Literalität war = Textverständnis/Textlesekompetenz
Aufgabentypen PISA
- Die versch. Aufgabentypen bei PISA sind geeignet, die folgenden 3 Teilkompetenzen
(Kompetenzdimensionen) zu ermitteln
1. Informationen ermitteln
2. Textbezogenes Interpretieren
3. Reflektieren und Bewerten
Von 1-3 Anspruch steigend
- Jede der 3 Kompetenzdimensionen ist in 5 aufeinander aufbauende Kompetenzstufen zu unterscheiden
- Das den PISA-Studien zugrundeliegende Kompetenzmodell ist als kognitionspsychologisch zu charakterisieren
- Fragen nach ästhetisch. Genussfähigkeit, Leselust und -motivation werde in diesem kognitionspschologischen
Ansatz nicht berücksichtigt
- Enger Begriff von Lesekompetenz = Literacy
Definitionen: Lesen und Textverstehen (Flusser)
- Buchstaben machen Phoneme sichtbar und ordnen sie zu Reihen (Zeilen)
- Schreibende Hand muss Zeilen entlangziehen + lesendes Auge hat ihr zu folgen
- Modell dabei ist die Furche
- Schreibende Hand gräbt die Furche + lesendes Auge klaubt da gereifte Getreide
- Daher heißt schreiben (scribere, graphein) urspr. ritzen, graben und lesen (klauben)
- D.h. schreibendes und lesendes Denen werden gezwungen linear, prozessual vorzugehen
Merke: Leseprozess findet nicht rein linear wegen Fixationen statt Pupille springt von einem Punkt zum nächsten
- Lesen ist ethymologisch auf „auflesen“ bezogen
- Jemand ritzt Spur wie auf dem Acker (Schrift) und dann kommt Leser und „liest“ das auf
- Auge nimmt auch das Drumherum wahr kein rein linearer Prozess
- Mehr Fixationen beim Fremdsprachenlesen benötigt
Definitionen: Lesen und Textverstehen – Christmann/Groeben
- Lesen als die Fähigkeit, visuelle Informationen aus graphischen Gebilden zu entnehmen
- Und deren Bedeutung zu verstehen
- Diesen komplexen Vorgang der Bedeutungsentnahme kann man in mehrere Teilprozesse aufgliedern
Querlesen, überfliegen eines Textes
Sprachliches Wissen und Weltwissen werden aktiviert
Kritisch es als Entnahme zu sehen man bringt seine Idee in die Sprache mit ein + überträgt es
zu einem Empfänger und dieser nimmt Infos raus, die er braucht
Statische Vorstellung von Kommunikation (so funktioniert sie nicht)
Kritik an Flusser und Christmann/Groeben
- Worte werden nicht generell linear rekodiert
rekodieren = geschriebene, graphemische Infos werden in phonologische überführt
- Leseprozesse sind nur in sehr basalen Sinne als „linear-prozessual“ zu charakterisieren
Diskontinuierliches Querlesen in situativen Kontexten
- Bei nicht-linearen Texten (Tabellen, Diagrammen) verläuft Leseprozess nicht-linear
- verwendetes Metaphernfeld aus Bereich der Agrikultur (Furche, gereiftes Getreide, graben, klauben) + Rede
von der Bedeutungsentnahme erfassen nicht die aktive Beteiligung des Lesers bei der
Bedeutungskonstruktion: