Krieg ist immer multikausal
Krieg = Akt physischer Gewalt, Versagen der 1. Stufe: Konflikte, Widersprüche in allen
Diplomatie, Ziel: Durchsetzung von Interessen verschiedenen Ebenen
2. Stufe: Wahrnehmung & Bewertung der
Heidelberger Konfliktbarometer:
Widersprüche (durch polit. Eliten & gesellschaftliche
Disput (Meinung des anderen wird nicht toleriert)
Gruppen) → formulieren subjektive Zielstellung
3. Stufe: subjektive Bewertung führen zu aktiven
gewaltlose Krise (Drohgebaren, Sanktionen)
Handlungen – Übergang von friedlichem zu
gewaltsamen Konfliktmuster, Planungen
gewaltsame Krise (Einsatz von Gewalt,
(Feindbilder, Rhetorik, Aufrüstung)
Warenlieferungen, Stören von Abläufen, Befeuerung
4. Stufe: Anlass (kann völlig losgelöst von Politik
von Revolutionen)
sein)
5. Stufe: ausgebrochener Krieg – Beeinflussung
begrenzter Krieg (organisierter Waffeneinsatz, ab &
durch verschiedene Faktoren:
an Waffenpausen, begrenzte Akteure, Rückkehr zum
- Ökonomie - Mentalität der Kriegsakteure
negativen Frieden immer möglich)
- Propaganda - Humankapital für Armee
- Militärtechnik - Bewertung des Feindes
Krieg (Einsatz aller verfügbaren Mittel, um der
- Wetter, Geografische Lage
Gegenseite zu schaden = Kapitulation der Politik →
- kulturelle Einflüsse (Identifikationsfragen)
Ziel: schnellstmögliches Ende) Ausmaß der Rolle von
6. Stufe: anhaltender Krieg – beide Seiten müssen
Gewaltkultur im Land möglichen Medien Schritt aufeinander zu gehen (evtl. Hilfe durch
(Einstellung zu Gewalt) Vernichtung
Ressourcen-
neutralen Vermittler) – Verlierer darf nicht sein
kulturell/ religiös:
historische knappheit Gesicht verlieren
Fundamentalisten, Ethnien-
Tradition
Gegensätze) 1. Weltkrieg
innenpolitisch:
Versagen der politischen Ursachen = erster Krieg seiner Art (industrialisiert,
Ordnung, Ablenkung von internationales Ausmaß)
Fehlwahrnehmung:
inneren Krisenherden) der eigenen Stärke zuvor: Interessen & Konfliktparteien waren immer
wirtschaftlich: territorial: oder der des Gegners begrenzt & am Ende bereit den Feind zu
Knappheit, Einflusssphären reintegrieren = konservative Ordnung
außenpolitisch:
Ressourcen-
mangel ideologisch: Machtsicherung, → 1. WK führt in seinem Ergebnis zu einer
moralische Überhöhung/ Machtausbau, europäischen Ordnung, die nicht mehr zur Ruhe
Möglich- Weltsicht, nur eine Sicht Hegemonie Möglich- kommt
keiten des wird zugelassen keiten Zusammenfassung Bedingungsfaktoren:
Militärapparats
weiterer • Europa ab 18. Jhd. – 5 Großmächte
Folgebereitschaft/ kriegsgewillte
Internat. Zustimmung aus politische Eliten Kriege • Preußen – Deutschland = Störfaktor?
Organisat. Bevölkerung + korrekte Ein- • Imperialismus → Rivalitäten & militante
schätzung des Aggressionen – ließen sich vor 1914 unterhalb
Bedingungsfaktoren gegnerischen Potentials
der Schwelle des Krieges klären
• Militärbündnisse (z.B. deutsch-österreichischer
Ursachen des 1. WK - Nationalismus
Zweibund 1879, russisch-französisches Bündnis
- Imperialismus - Aufrüstungspolitik
- Österreichs Überreaktion - franz. Revanchismus
frühe 1890er Jahre)
- serbische Expansionspläne - Panslawismus → 1871 einschneidendes Ereignis – Zerstörung
- deutsch-engl. Gegensatz - dt. Risiko-Politik deseuropäischen Gleichgewichts
→ ab 1890: eine „nervöse Großmacht“
Imperialismus • Repräsentanten treten ungeniert & prahlerisch
nach Lenin = sterbender Kapitalismus, notwendiger auf
Übergang zum Sozialismus • D in halbhegemonialer Stellung – prekäres
nach westl. Historikern = historische Epoche in Gleichgewicht der Mächte
Europa/ USA, Mitte 19 Jhd. – Ende 1914 • D wollte keine Europapolitik, sondern Weltpolitik
Merkmale: → Der 1. Weltkrieg war multikausaler Natur,
wirtl.: Suche nach Absatzmärkten/ billigen Ressourcen Spannungen bestimmten das polit. Miteinander.
politisch: Nationalismus, Sendungsbewusstsein, → Somit auch der Einmarsch D ins neutrale Belgien
Ablenkung, fatale Folgen für abhängige Gebiete zu erklären – Regierung glaubte an letzte
Grundangst: wenig Anteile an Neuaufteilung der Welt verbliebene Siegeschance nach gescheitertem dt.
militärisch: zunehmende Aufrüstung Imperialismus & der Einigung der Großmächte gg. D
rivalisierte Mächte: D F GB GB R Ö/U → Serbienkrise wurde zum Sprengstoff