Strafrechts) Comprehensive Practice
Examination (2026 Edition)Comprehensive
University & State Examination Preparation
Question 1
Welche Aussage beschreibt den Zweck des Strafrechts am
zutreffendsten?
A. Das Strafrecht dient ausschließlich der Entschädigung des
Opfers.
B. Das Strafrecht regelt ausschließlich privatrechtliche
Ansprüche.
C. Das Strafrecht schützt Rechtsgüter durch staatliche
Sanktionen gegen strafbares Verhalten.
D. Das Strafrecht dient ausschließlich der Bestrafung moralisch
verwerflicher Handlungen.
Richtige Antwort: C
Begründung: Das Strafrecht schützt individuelle und kollektive
Rechtsgüter wie Leben, Eigentum, Freiheit und öffentliche
,Sicherheit. Es reagiert auf sozialschädliches Verhalten durch
staatliche Strafen.
Question 2
Welcher Bestandteil gehört nicht zum klassischen
Prüfungsaufbau einer vorsätzlichen Straftat?
A. Tatbestand
B. Rechtswidrigkeit
C. Schuld
D. Schadensersatz
Richtige Antwort: D
Begründung: Der strafrechtliche Deliktsaufbau besteht aus
Tatbestand, Rechtswidrigkeit und Schuld. Schadensersatz
gehört grundsätzlich zum Zivilrecht.
Question 3
Welche Voraussetzung ist für die Kausalität nach der
Äquivalenztheorie erforderlich?
A. Der Täter muss vorsätzlich gehandelt haben.
,B. Die Handlung darf nicht hinweggedacht werden können,
ohne dass der Erfolg entfiele.
C. Es muss stets unmittelbare Ursächlichkeit vorliegen.
D. Die Handlung muss rechtswidrig sein.
Richtige Antwort: B
Begründung: Nach der Conditio-sine-qua-non-Formel ist jede
Handlung kausal, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne
dass der Erfolg entfiele.
Question 4
Die objektive Zurechnung setzt voraus, dass
A. jede kausale Handlung automatisch strafbar ist.
B. der Täter eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen hat,
die sich im Erfolg verwirklicht.
C. nur Vorsatz vorliegt.
D. lediglich ein Schaden entstanden ist.
Richtige Antwort: B
Begründung: Nicht jede Kausalität führt zur Strafbarkeit. Die
objektive Zurechnung verlangt die Realisierung einer rechtlich
missbilligten Gefahr.
, Question 5
Welche Vorsatzform liegt vor, wenn der Täter den Erfolg sicher
erwartet?
A. Dolus eventualis
B. Fahrlässigkeit
C. Dolus directus zweiten Grades
D. Bewusste Fahrlässigkeit
Richtige Antwort: C
Begründung: Beim direkten Vorsatz zweiten Grades weiß der
Täter sicher, dass der Erfolg eintreten wird, auch wenn dieser
nicht sein eigentliches Ziel ist.
Question 6
Wann liegt Eventualvorsatz (dolus eventualis) vor?
A. Der Täter schließt den Erfolg sicher aus.
B. Der Täter hält den Erfolg für möglich und nimmt ihn
billigend in Kauf.
C. Der Täter handelt ohne jede Vorstellung vom Erfolg.