Szene 1: Die Familie auf dem Fischerboot – Einführung in die Figuren
Die Geschichte beginnt auf einem Fischerboot, der Perle, das vor der Küste von Le Havre auf
dem Wasser liegt. M. Roland, ein ehemaliger Pariser Juwelier, der sich nach seiner
Pensionierung seinem Hobby, dem Hochseeangeln, gewidmet hat, sitzt mit seinen beiden
Söhnen Pierre und Jean, seiner Frau Madame Roland und der jungen Witwe Madame
Rosémilly auf dem Boot.
M. Roland ist frustriert, weil die Fische nicht mehr anbeißen. Plötzlich ruft er laut „Zut !“
(Verdammt!) und zieht seine Angel ein. Seine Frau, die bis dahin ruhig am Heck des Bootes
gesessen hatte, schreckt aus ihrer Entspannung auf und fragt ihn, was los sei. Er beschwert
sich, dass Frauen immer zu spät aufbrechen und dadurch das Angeln ruinieren.
Die beiden Söhne Pierre und Jean, die sich jeweils auf der linken und rechten Seite des
Bootes befinden und selbst angeln, lachen über seinen Ärger. Jean neckt seinen Vater, indem
er ihm vorwirft, unhöflich gegenüber Madame Rosémilly zu sein.
M. Roland entschuldigt sich, gibt aber zu, dass er zwar gerne Frauen in seiner Gesellschaft
hat, aber sobald er auf dem Meer ist, nur noch ans Fischen denkt.
Madame Roland, die den Moment genießt, schaut über das Meer und sagt, dass sie doch
eine gute Menge Fische gefangen haben.
Doch M. Roland bleibt unzufrieden. Er hebt den Fischkorb auf, um seine Beute zu
begutachten, und schnüffelt zufrieden an der „gesunden Meeresluft“, die die frisch
gefangenen Fische verströmen. Er liebt den Geruch der See und des Fisches, für ihn ist es
ein Zeichen von Frische und Erfolg.
Dann fragt er seine Söhne, wie viel sie gefangen haben:
• Pierre gibt an, nur drei oder vier Fische gefangen zu haben.
• Jean sagt, er habe vier oder fünf gefangen.
,Doch in Wahrheit fangen die Brüder jedes Mal mehr, als sie zugeben, da sie ihren Vater
glauben lassen wollen, dass er der erfolgreichste Angler an Bord ist. Diese Lüge wiederholt
sich immer wieder – und M. Roland fällt jedes Mal darauf herein, was ihn sehr zufrieden
macht.
M. Roland sagt schließlich genervt, dass er nie wieder nachmittags angeln wird, weil die
Fische zu dieser Zeit „Mittagsschlaf halten“.
Szene 2: Rückblick auf die Familie – Unterschiede zwischen Pierre und Jean
Während sie weiterhin auf dem Boot sitzen, erhalten wir wichtige Informationen über die
Familie und die Vergangenheit der Söhne:
• M. Roland war früher Juwelier in Paris, doch nachdem er genug Geld gespart hatte, zog er
mit seiner Frau nach Le Havre, um sich dem Meer und der Fischerei zu widmen.
• Seine beiden Söhne blieben in Paris, um zu studieren, und besuchen ihre Eltern nur in den
Ferien.
Zwischen den beiden Brüdern gibt es große Unterschiede:
Pierre Roland (30 Jahre alt)
• Dunkelhaarig mit schwarzen Koteletten
• Impulsiv, launisch, sehr nachdenklich
• Hat viele verschiedene Berufe ausprobiert (ohne Erfolg)
• Hat schließlich Medizin studiert und gerade seine Doktorprüfung bestanden
• Hat eine philosophische und kritische Denkweise
• Neigt zur Eifersucht auf Jean
Jean Roland (25 Jahre alt)
• Groß, blond, mit einem vollen Bart
• Ruhiger und ausgeglichener Charakter
• Hat ohne Schwierigkeiten Jura studiert und gerade sein Examen bestanden
• Ist friedlich, gutmütig und geduldig
• Kommt besser mit den Eltern aus als Pierre
,Die Eltern bevorzugen Jean, weil er sich stets zuverlässig und pflichtbewusst verhält. Pierre
hingegen war schon immer der Rebell, was dazu geführt hat, dass er sich von der Familie
nicht genügend geschätzt fühlt.
Diese Eifersucht zwischen den Brüdern zieht sich durch ihre gesamte Kindheit bis ins
Erwachsenenalter.
Szene 3: Die Rolle von Madame Rosémilly
Madame Rosémilly, eine 23-jährige Witwe, ist eine neue Bekannte der Familie.
• Sie wurde durch Madame Roland in die Familie eingeführt und kommt oft zu Besuch.
• Sie war mit einem Seemann verheiratet, der zwei Jahre zuvor auf See gestorben ist.
• Sie ist wohlhabend, klug und unabhängig.
• Sie versteht es, sich geschickt in gesellschaftliche Gespräche einzubringen und bewahrt
immer eine freundliche Distanz.
Seit der Ankunft der Brüder scheint zwischen Pierre und Jean eine subtile Konkurrenz um ihre
Gunst zu entstehen.
• Jean scheint ihr näher zu stehen, da sie oft seine Meinung einholt und mit ihm sanfter
spricht.
• Pierre bemerkt das und ist sichtlich irritiert.
Madame Roland hofft, dass einer ihrer Söhne Madame Rosémilly heiraten wird, sorgt sich
aber, dass der andere dann enttäuscht sein könnte.
Szene 4: Die Rückkehr in die Stadt
Nachdem die Fischerei beendet ist, rudern Pierre und Jean zurück in den Hafen.
Dabei beginnt ein unausgesprochener Wettkampf zwischen den Brüdern:
• Pierre rudert zuerst schneller, aber seine Kraft lässt nach.
• Jean hält durch und überholt ihn mühelos.
Pierre wird dadurch frustriert und verärgert.
, ✔
Als sie in den Hafen einfahren, sehen sie mehrere große Dampfschiffe, darunter die
Normandie, ein bekanntes Passagierschiff. M. Roland ist begeistert und beginnt, über die
Schifffahrtswege und Häfen der Normandie zu erzählen.
Szene 5: Die mysteriöse Nachricht des Notars
Nachdem sie nach Hause zurückkehren, wartet eine Überraschung:
• Die Haushälterin Joséphine berichtet, dass Notar M. Lecanu dreimal nach ihnen gefragt hat.
• Er hat angekündigt, am Abend persönlich vorbeizukommen.
Diese Nachricht sorgt für Unruhe:
• Madame Roland hofft sofort auf ein Erbe.
• Pierre bleibt skeptisch und macht sich über ihre Hoffnungen lustig.
• M. Roland glaubt, es könnte eine berufliche Möglichkeit für einen der Söhne sein.
Szene 6: Der Notar bringt eine Überraschung – Ein Erbe für Jean
Als Notar Lecanu erscheint, bringt er eine unerwartete Nachricht:
• Ein alter Freund der Familie, Léon Maréchal, ist gestorben.
• Er hat sein gesamtes Vermögen an Jean vererbt – etwa 20.000 Francs Jahreseinkommen.
Die Familie ist schockiert:
M. Roland freut sich sofort und sieht es als großes Glück.
Madame Roland wirkt seltsam emotional – als hätte sie eine tiefere Verbindung zu
Maréchal.
Pierre bleibt still und beginnt sofort zu grübeln – warum Jean und nicht er?
Jean nimmt das Erbe ohne viel Emotionen an.
Doch die Eifersucht von Pierre beginnt zu wachsen, und es ist klar, dass dieses Erbe das
Gleichgewicht in der Familie stark verändern wird.