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Zusammenfassung Staatsexamensskript Grundschulpädagogik

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02-07-2025
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2024/2025

Übersichtliche Darstellung der wichtigsten Themen

Institution
Course

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J
Begriffsbestimmungen (Munser-Kiefer 2024)
Entstehungsgeschichte (Peschel 2021) • Diskussion um den Begriff des offenen Unterrichts hat zu keiner einheitlichen Definition geführt
• entstammt einem längeren Prozess und unterschiedlichen Einflüssen • Die Diskussion um den Begriff liegt an der Weiterentwicklung von Unterricht im Allgemeinen
• Sammelbegriff zu Alternativen zum traditionellen UR
• zunächst: typische Merkmale des offenen UR: Entwicklungs- und Bedarfsorientierung, Konstruktivistisches Lernverständnis
• Beeinflusst durch reformpädagogische Strömungen
und Selbstreguliertes lernen - noch neue Forderungen
• Kein einheitliches Konzept, keine einheitliche Definition
• inzwischen gehören die typischen Merkmale des offenen Unterrichts zu den Basis Zielen von Schule und Unterricht
Peschel 2021 • Formen des offenen Unterrichts können im Speziellen in verschiedenen Dimensionen geöffnet sein
• gestattet es den SuS sich unter Freigabe von Raum, Zeit und Sozialform Wissen • Dimensionen: In der Oberflächen- oder Tiefenstruktur von Unterricht liegen (lipowsky 2002) oder aufeinander aufbauend
und können innerhalb eines „offenen Lehrplans“ an selbst gewählten Inhalten auf nach Öffnungsgrad beschrieben werden (2002)
methodisch individuellem Weg anzueignen • dem offenen Unterricht liegt ein konstruktivistischer Lernbegriff sowie eine veränderte Beziehungsstruktur und
• zielt im sozialen Bereich auf möglichst hohe Mitbestimmung der SuS bezüglich Lernorganisationen zugrunde
Gestaltung der Schulzeit, Regelfindung und Infrastruktur der Klasse • der Unterricht setzt an der Entwicklung des Kindes an und ist in den Lernzielen orientiert am Lernen und Teilhabe bedarf
• Die Öffnung erfolgt in verschiedenen Dimensionen (Organisation, Zeit, sozialform, Methode, Aufgabe, Inhalt)
LehrplanPLUS
• kompetenzorientierter Unterricht Rolle der Lehrkräfte im offenen Unterricht (Peschel 2021) Rolle der SuS im offenen Unterreich (Peschel 2021)
• Themen/Aufgabenstellungen sind so offen, dass alle SuS passende • Zulassung von Handlungsspielräumen und Förderung • eigenständige Entscheidungen über Arbeitsformen,
Lernmöglichkeiten vorfinden und Aufgaben entsprechend ihres Leistungsniveaus von Schüleraktivitäten Kooperationsprojekt
bearbeiten können • Orientierung an Interessen, Ansprüchen, Wünschen • Selbstständigkeit in der Planung, Auswahl und
und Fähigkeiten der SuS, Differenzierung Durchführung von Aktivitäten
• Vertrauen in selbstständiges Arbeiten der SuS • Selbst-/ und Mitbestimmung bei Auswahl von
Leistungsbeurteilungen im offenen Unterricht (Munser-Kiefer 2014) • LK als Lernbegleiter, -Berater, -Förderer, -Helfer, Unterrichtsinhalten, Durchführung und Arbeitstechniken
• SuS an leistungsbewertung beteiligt Impulsgeber • Nutzung von individuellen Lernstrategien und
• SuS können eigenen Bewertungsbogen erstellen und anhand diesem sich selbst Arbeitstechniken
bewerten Hinsichtlich verschiedener Forschungsergebnisse • gegenseitige Hilfe
• Was bewertet werden soll immer wieder mit SuS besprechen um Transparenz zu ist zu berücksichtigen, dass nicht immer offener • Neugier und Interesse am Lernstoff
sichern UR sondern oft nur Elemente des OU untersucht • Weniger Lehrer zentriert
• Problem: Leistungsbeurteilung noch heute aus Phasen des offenen Unterrichts werden
herausgenommen und verbleibt oft in traditionellen Unterrichtsformen Hauk 2022
• Frage nach alltagstauglichen Modellen der Leistungsfeststellung und -bewertung • untersucht Schülermitbestimmung als Strukturmerkmal des offenen UR
Wichtig dabei: • Wie verändert sich Lernen & Motivation der SuS wenn sie didaktisches und methodisches Mitspracherecht haben?
• Orientierung am individuellen Lern- und Entwicklungsprozess Ergebnisse
• Orientierung an sozialen Dimoension (wechselseitige Beziehungen zw • Mitbestimmungsrecht = positiver Effekt auf Lernmotivation ABER kein nachhaltiger Einfluss auf erreich kognitiver Ziele
individueller Leistung und gemeinsamer Arbeit) • Nicht alle Mitbestimmungsräume wirken sich gleichmäßig aufs Lernen aus
• Orientierung am Grundsatz der Ermutigung (Ermöglichen von • Überwiegend positive Effekte bei inhaltlichen Entscheidungsfragen
Könnenserfahrungen, Stärkung von Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft) • Methodische Öffnung = für fachliches Lernen und lernmotivation eher hinderlich
Hattie-Studie Visible Learning 2009
Chancen offenen Unterrichts (Peschel 2021) • offener Jnterricht weder positive noch negative Effekte
• Selbstbestimmung über Leben u Lernen im offenen UR, • Effektstärke von 0,01 vs. Direkte Instuktion Effektstärke von 0,59 => Direkte Instuktion als Merkmal mit deutlichen Effekte
selbstverantwortlichkeit, sich bewusst für o gegen Sachen zu entscheiden Klieme 2020
• SuS lernen sich selbst kennen, Stärken, Schwächen, Ziele, Vorstellungen • Vermutung, dass offene Lernformen für den Aufbau von intelligentem Wissen nur relevant sind, wenn sie mit klarer
• Individuelle Differenzierung durch SuS selbst, Aufgaben werden je nach Strukturierung u herausfordernde, kognitiv aktivierenden Inhalten einhergehen
Interesse selbst ausgesucht und selbstreguliert bearbeitet Lipowski 2015
• Lernen nach individuellem Lerntyp, Lerntempo, Arbeitstechniken & • SuS benötigen Strategien & Arbeitstechniken um die Freiräume konstruktiv nutzen zu können
Fähigkeitsstand • SuS müssen auch in offenen Unterrichtsformen kognitiv herausgefordert werden & benötigen konstruktives Feedback
• Selbstregulierendes Lernen weniger ermüdend als fremdgesteuertes Lernen • Inhaltliche Komplexität muss ggf. reduziert werden, um SuS kognitiv nicht zu überfordern
• Differenzierung und Individualisierung besser möglich, das mehr Zeit für SuS
• Möglichkeit angemessen auf Heterogenität zu reagieren Bilanz (Bartels & Vierbuchen 2022)
• Jürgens 2018 bezeichnet die Forschungslage zu offenem Unterricht als unübersichtlich und sowohl qualitativ als auch
quantitativ unbefriedigend
Grenzen offenen Unterrichts (Kucharz 2010) • Vor allem durch den hohen Grad der Öffnung ist systematische Forschung und das Operationalisieren dessen, was genau
• leistungs- und konzentrationsschwächere SuS haben mehr Schwierigkeiten mit untersucht wird, erschwert
gewährleisteten Freiheitsgraden umzugehen & diese gezielt zu nutzen • Es gilt besonders darauf zu achten, dass die Lernvoraussetzungen vorhanden sind, die für den jeweiligen Grad der
• Mögliche Überforderung bei zu viel Freiheit Öffnung Notwendig sind
• Schwaches SuS brauchen mehr Instruktion und Strukturierung • Ob SuS über Lernstrategien und metakognitive Strategien verfügen ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg
• Hohe Anforderungen an SuS: Eigeninitiative, Durchhaltevermögen, und das Erleben von Selbstwirksamkeit und Erfolgserlebnissen
Selbstverantwortung • Das Lern- und Klassenklima und die Einstellungen der SuS zur Methode spielt eine bedeutsame Rolle beim Erfolg
• Hoher Kompetenzanspruch an LP (Professionalität, Diagnostik, Wissen, Flexibilität) • Bohl 2010: Wirkung offenen UR schwer bestimmbar, aufgrund großer Unterschiede kn Konzeption & Komplexität der
Abläufe

, Dimensionen offenen Unterrichts (Peschel 2021)
• Organisatorische Öffnung: Veränderung der Organisationsformen und Unterrichtsabläufe (z.B. Sozialformen, Zeit,
Charakteristische Merkmale eines offenen Unterrichts (Wallrabenstein 1994) Raum) hin zu einer stärkeren aktiven Mitgestaltung durch die Kinder
• Die Lernumwelt ist anregend und besitzt einen gewissen Wettberwerbscharakter • Methodische Öffnung: Einsatz neuer Lernformen, der Lernweg wird stärker durch das Kind bestimmt
• Die Lernorganisation ist flexibel und frei mit geringem Anteil an frontalen Phasen • Inhaltliche Öffnung: Themen und Erfahrungen der Kinder erhalten einen höheren Stellenwert, der Unterricht ist
(Wochenpläne; Projektlernen, Morgenkreis, Abschlusskreis, Klassenrat) stärker lebensweltorientiert innerhalb der Lehrplanvorgaben
• Die Lernmethoden sind kreativ, selbsttätig und entdeckend • Soziale Öffnung: Die Bestimmung von Aspekten der Klassenführung (Regeln und Rahmenbedingungen), der
• Die Lernatmosphäre ist von der Akzeptanz individueller Lernvoraussetzungen langfristigen Unterrichtsplanung, der Unterrichtsabläufe, des sozialen Miteinanders etc. liegen nicht mehr alleine
geprägt, von einer vertrauensvollen Atmosphäre und gegenseitiger Offenheit bei der Lehrkraft
• Die Lernergebnisse werden im Klassenraum dokumentiert (Bilder, Geschichten, • Persönliche Öffnung: Stärkere Fokussierung der Beziehung zwischen Lehrkraft und SuS und den Kindern
Wandzeitungen, Pläne, Tabellen, Berichte, Briefe, Werkprodukte) untereinander
• Die Lerntätigkeiten sind praktische Arbeiten. Das gemeinsame Vorgehen wird • Fokus: Selbstbestimmung, Eigenaktivität, Entwicklung der Autonomie und Selbstständigkeit in der
abgestimmt, es wird experimentiert und recherchiert und dokumentiert Auseinandersetzung mit der Umwelt, Verantwortungsübernahme, Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten
• Passungsprinzip: Agieren im Spannungsfeld zwischen Instruktion und Konstruktion + Passung zwischen den
Angeboten und den Kompetenzen der Lernenden
• Hohe Kompetenz der Lehrkraft erforderlich damit passende Medien, Materialien und Formen angeboten werden
und alle SuS davon profitieren
Gründe für offenen Unterricht (Munser-Kiefer 2024)
• Innerhalb der Freiheit muss eine kompetente Vorbereitung und Begleitung möglich sein
• lernpsychologische Perspektive:
• Inhalte werden zwar frei gewählt, stammen aber durchweg doch aus einer klar vom Lehrer vorgegebenen Auswahl
• lernen als aktiv-konstruktiver, selbstgesteuerter Prozess; hoher Grad an
Selbstbestimmung im UR
• motivationspsychologische Perspektive:
• Im offenen Unterricht erleben sich Schülerinnen und Schüler durch Passung der Qualitätskriterium + Aufbau offenen Unterrichts (Munser-Kiefer 2024)
Lernangebote als kompetent gestützt durch unmittelbare Selbstkontrolle und Kognitiv aktivieren
Anerkennung der Gruppe. • dafür sollen die Kinder ihre Erkenntnisse verbalisieren z.B. Ein forscherbuch führen, den Inhalt Lernpartnern
• Durch Ko Konstruktion fühlen sich die Kinder zunehmend sozial eingebunden erklären oder auf dem Laufzettel festhalten
• durch Wahlfreiheiten empfinden sie den Lernprozess als autonom und Feedback
selbstgesteuerter • einfache Aufgaben über Selbstkontrolle direkt durch das Kind überprüfen lassen
• entwicklungspsychologische Perspektive: • komplexere Aufgabenstellungen mit elaboriertem Feedback können über individuelle Rückmeldung zu den
• es ist für das Grundschulkind mit seinen begrenzten Vorerfahrungen und Vorstellungen Ergebnissen in einer abschließenden Reflexions- und Verarbeitungsrunde erfolgen
bedeutsam sich anschaulich und handlungsorientiert mit Lerngegenständen zu Aktive Beraterrolle
beschäftigen • von der Lehrkraft eingenommen, achte darauf dass Aufgaben passend gewählt werden damit sich Schüler nicht
• anspruchsvolle geistige Operationen gelingen besser, wenn die Gegenstände vorliegen Selbstwertdienlich über oder unterfordern
beziehungsweise wenn sie sich auf konkrete zuvor vollzogene Handlungen beziehen • unterstützt bei Bedarf vor und während der eigenen aktiven Arbeit die effektive Lernzeitnutzung
• Soziologische Perspektive: • effektive Lernzeitnutzung: durch gezielte Vermittlung und Anregungen von Selbstregulationskompetenzen,
• Akteure sind in der Gestaltung des institutionellen Alltags und bei der Hervorbringung • durch gemeinsame Planung des Lernprozesses oder durch kognitiv aktivierende und strukturierende Impulse
der Unterrichtsordnung aufeinander angewiesen Wenig zielführend ist das Eingreifen der Lehrkraft wenn Kinder sich produktiv mit dem Lerngegenstand
• offener Unterricht verlangt von Schülern andere Kooperation als lehrkraftzentrierter auseinandersetzen denn dies zieht Aufmerksamkeit vom eigenen konstruktiven Lernprozess ab
Unterricht Inhaltliche Hinführungsphase
• von besonderer Bedeutung ist die Maßgabe von Selbstständigkeit und Selbstkontrolle • neben der Motivierungs der Aktivierung von Vorwissen bzw. Der Erarbeitung von inhaltlich relevantem Wissen
• pädagogische Perspektive: Organisatorische Hinführungsphase
• durch Sozialkontakte und Aushandlungsprozesse bei der Ko Konstrukt die Chance • umso kürzer je besser freie Arbeitsphasen eingeführt sind
übergeordnete Erziehungsziele der Persönlichkeitsentwicklung zu verwirklichen und • in diesem Fall müssen nur neue Aufgabenstellungen, Besonderheiten des Laufzettels, die Reflexionsfrage des
das Leben zu lernen Tages oder Ä. thematisiert werden
• Kind muss sich aus der Fremdbestimmung heraus emanzipieren und selbstständig, Reflexionsphase nach Arbeitsphase
Verantwortungsbewusst und sozial kompetent werden womit auch ein Beitrag zur • Gesprächskreis, schriftlich über einen freien Schreibanlass oder ein Lerntagebuch
Demokratieförderung geleistet wird • Ziel metakognitive Überwachungsprozesse (Was war leicht, schwer, warum?) anzuregen
• offener Unterricht hat das Potential, Interessen als Teil der Identität des Menschen zu • strategische Vorgehensweisen bei der Aufgabenbearbeitung zu optimieren
fördern Inhaltliche Verarbeitungsphase
• die Förderung der Interessen kann durch Eröffnung von Freiheitsspielräumen bei der • zeitnah nach der Reflexion
Inhalts Wahl gelingen • dient der Strukturierung sowie der Sicherung wesentlicher Inhalte
• Didaktische Perspektive: • mit dem Schwerpunkt auf Zielen die in offenen Phase nur schwer und nicht von allen Kindern erreicht werden
• es ergeben sich Chancen für die Kompetenzen Entwicklung daneben deklarativen können
Faktenwissen auch Prozedurales Anwendungs- und Konditionales Bedingungswissen • es können einzelne Aufgaben (auf komplexerem Niveau oder in einem anderen inhaltlichen Kontext) und
sowie Motivationale, Volitionale und soziale Bereitschafften und Fähigkeiten aufgebaut exemplarisch gemeinsam gelöst werden
werden • es können Ergebnisse präsentiert oder inhaltliche Fragen behandelt werden
• die selbstregulatorischen Anteile von offenem Unterricht fördern darüber hinaus • vor dem Hintergrund der Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse kann es notwendig werden diese gemeinsamen
Lernstrategien, metakognitive Steuerung und die Regulation des selbst Phasen zu kürzen, an ausgewählte Kindergruppen zu richten bzw. Mit diesen zeitversetzt zu gestalten

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