Kernmodule
1. Krisen, Umbrüche und Revolutionen
Kernmodul: Krisen
Definition:
• Entwicklung mit Konflikten, Störungen und Widersprüchen, die unweigerlich zu einer Entscheidung (Krieg/Frieden)
führen
• Längeranhaltende Notsituation
• Auslöser sind markante Ereignisse in der Gesellschaft (Armut, Arbeitslosigkeit), in der Wirtschaft (Inflation), in der
Politik (Misserfolge der Innen- oder Außenpolitik) oder Naturkatastrophen, Dürren und Epidemien
• Unvorhersehbar und Folgen erst später ersichtlich
• Gesellschaft geht verändert aus der Krise hervor
• Sorgt in der Bevölkerung für Unsicherheit und ein Gefühl der Bedrohung
• Kann bewältigt werden (Krisenmanagment) oder man kann scheitern
• Ausgangssituation für einen Umbruch oder eine Revolution
Merkmale historischer Krisen:
- von Rudolf Vierhaus -
• Ungleichmäßiger Verlauf mit unterschiedlichem Tempo
• Krisen sind komplex: Probleme in einem Bereich sind nicht sofort Krisen, es müssen verschiedene Aspekte auftreten
und in Wechselwirkung miteinander treten
• Dadurch entsteht ein subjektives Krisenbewusstsein / Krisengefühl der Betroffenen, was den Verlauf beeinflussen
kann: sie merken Veränderungen ohne den Ausmaß und die Folgen zu sehen und spüren Unsicherheit
• Objektiver Charakter: strukturelle Veränderungen müssen erkennbar sein; Entwicklung der eigenen Dynamik der
Krise -> kein lenkbarer Vorgang, ungewisser Ausgang
• Offener Verlauf der Krise ohne zielgerichtete Abläufe, sondern Entwicklungen mit altern. Möglichkeiten, in der die
Gesellschaft verändert hervor geht
Ursachen historischer Krisen
- von Rudolf Vierhaus -
• Naturale Ursachen: geologische Katastrophen, Dürren, Epidemien mit wirtschaftlichen Folgen
• Ökonomische Ursachen: z.B. Währungszerfall, Inflation führt möglicherweise zu Krisen in der Gesellschaft
• Soziale Ursachen: demographische Katastrophen, verschärfende Rassen-, Klassen- oder Generationskonflikte, die
möglicherweise zu politischen Krisen führen könnten
• Politische Ursachen: z.B.Verschlechterung der internationalen Beziehungen, Misserfolge der Innen- oder
Außenpolitik, Sturz von Regierungen führen möglicherweise zu Krisen in der Gesellschaft und der wirtschaftlichen
Stabilität
Krisentypus
- von Rüdiger Graf -
• Internationale Krisen: Spannungen könnten zum Krieg führen ; Bsp. Julikrise 1914
• Poltische Systemkrisen: Konflikt innerhalb einer Regierung, gefährdet das ges. Staatswesen oder fördert den
Wunsch nach Systemwechsel ; Bsp. Krise der Weimarer Republik (1929-1933)
• Wirtschaftskrisen: drastische Einrüche des Wirtschaftswachstums, (vor Industrialisierung Agrarkrisen (Missernten)) ;
Bsp. Weltwirtschaftskrise ab 1929
• Gesellschaftliche Krisen: betreffen bestimmte gesells. Schichten, gesells. Verhalten und Lebensstile, Zuspitzung
von Problemen innerhalb der Gesellschaft ; Bsp. Soziale Frage (19. Jhd.), Hyperinflation in DE (1923)
• „Kulturelle Krisen“: Auseinandersetzung mit geistig-kulturellen Entwicklungen, die als Verfall abgelehnt oder als
Fortschritt begrüßt werden : Bsp. Streit um die Rolle der Frau in der Gesellschaft (20 Jhd.)
, Kernmodul: Revolutionen
Definition:
• Schwer zu definieren, da die Gründe und Abläufe von Revolutionen sehr unterschiedlich sein können , keine feste
Definition
• Radikale, dauerhafte Veränderung der gegebenen (politischen, sozialen, ökonomischen) Bedingungen
• Revolutionen radikaler als Reformen, Putschen, Revolten und Rebellionen
• Hohe Beteiligung der ganzen Bevölkerung: Ereignisse werden unkontrollierbar -> Gewalt
• Teile der Eliten sind immer beteiligt
• Vordergründig konservative Ziele: Wiederherstellung eines vorangegangenen besseren Zustand
• Ziel: Neuanfang, indem neue Ideologien und Weltanschauungen (Freiheit, Menschenrechte) eine Rolle spielen ;
bisherige Probleme werden beseitigt durch vollständigen Umsturz einer Gesellschaft
• Ziel politischer Revolutionen: grundlegender Führungs-/Machtwechsel = Änderung im gesamten Wirtschaftssystem
• Samtene Revolution: gewaltfreie Revolution, Bsp. DDR, in der das System friedlich kollabierte
• Versuch zur Gegenrevolution: oft erfolglos, Auslöser für blutige Kämpfe und Säuberungen
Reform:
Keine grundlegende Veränderung eines Staates/Systems, sondern eine langsame Veränderung durch z.B. Gesetze.
Staat und Gesellschaft werden nicht infrage gestellt
Revolte, Putsch, Rebellion:
Gewaltsamer Wandel durch eine kleine Gruppe oder einzelner Akteure, die nicht das Herrschaftssystem, sondern die
Regierung verändern oder alte Dynastien wiederherstellen will.
Revolten und Rebellionen können zu einer Revolution führen.
Revolutionstheorie von Marx und Engels:
• Aufteilung der Gesellschaft in Bourgeoise (Unterdrücker, Kapitalisten) und Proletariat (Unterdrückte,
Arbeiterklasse)
• Klassenkampf durch soziale Ungleichheit
• Proletariat erhebt sich gegen die Bourgeoise und führt eine Revolution durch
• Übergangsphase, in der das Proletariat die Macht übernimmt um den Sozialismus aufzubauen
• Danach entsteht der Kommunismus, in der eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung, Privateigentum und
Staat errichtet wurde
Ursachen von Revolutionen:
- von Jack A. Goldstone -
• Unruhen durch Armut, Hungersnot führt zur potenziellen Massenmobilisierung
• Kaum industrieller Fortschritt
• Soziale Ungleichheiten ; Kluft zwischen Arm und Reich
• Inflation, Bevölkerungswachstum
• Konflikte zwischen Eliten nahmen zu
• Zunehmende Bedeutung der Ideologien
1. Krisen, Umbrüche und Revolutionen
Kernmodul: Krisen
Definition:
• Entwicklung mit Konflikten, Störungen und Widersprüchen, die unweigerlich zu einer Entscheidung (Krieg/Frieden)
führen
• Längeranhaltende Notsituation
• Auslöser sind markante Ereignisse in der Gesellschaft (Armut, Arbeitslosigkeit), in der Wirtschaft (Inflation), in der
Politik (Misserfolge der Innen- oder Außenpolitik) oder Naturkatastrophen, Dürren und Epidemien
• Unvorhersehbar und Folgen erst später ersichtlich
• Gesellschaft geht verändert aus der Krise hervor
• Sorgt in der Bevölkerung für Unsicherheit und ein Gefühl der Bedrohung
• Kann bewältigt werden (Krisenmanagment) oder man kann scheitern
• Ausgangssituation für einen Umbruch oder eine Revolution
Merkmale historischer Krisen:
- von Rudolf Vierhaus -
• Ungleichmäßiger Verlauf mit unterschiedlichem Tempo
• Krisen sind komplex: Probleme in einem Bereich sind nicht sofort Krisen, es müssen verschiedene Aspekte auftreten
und in Wechselwirkung miteinander treten
• Dadurch entsteht ein subjektives Krisenbewusstsein / Krisengefühl der Betroffenen, was den Verlauf beeinflussen
kann: sie merken Veränderungen ohne den Ausmaß und die Folgen zu sehen und spüren Unsicherheit
• Objektiver Charakter: strukturelle Veränderungen müssen erkennbar sein; Entwicklung der eigenen Dynamik der
Krise -> kein lenkbarer Vorgang, ungewisser Ausgang
• Offener Verlauf der Krise ohne zielgerichtete Abläufe, sondern Entwicklungen mit altern. Möglichkeiten, in der die
Gesellschaft verändert hervor geht
Ursachen historischer Krisen
- von Rudolf Vierhaus -
• Naturale Ursachen: geologische Katastrophen, Dürren, Epidemien mit wirtschaftlichen Folgen
• Ökonomische Ursachen: z.B. Währungszerfall, Inflation führt möglicherweise zu Krisen in der Gesellschaft
• Soziale Ursachen: demographische Katastrophen, verschärfende Rassen-, Klassen- oder Generationskonflikte, die
möglicherweise zu politischen Krisen führen könnten
• Politische Ursachen: z.B.Verschlechterung der internationalen Beziehungen, Misserfolge der Innen- oder
Außenpolitik, Sturz von Regierungen führen möglicherweise zu Krisen in der Gesellschaft und der wirtschaftlichen
Stabilität
Krisentypus
- von Rüdiger Graf -
• Internationale Krisen: Spannungen könnten zum Krieg führen ; Bsp. Julikrise 1914
• Poltische Systemkrisen: Konflikt innerhalb einer Regierung, gefährdet das ges. Staatswesen oder fördert den
Wunsch nach Systemwechsel ; Bsp. Krise der Weimarer Republik (1929-1933)
• Wirtschaftskrisen: drastische Einrüche des Wirtschaftswachstums, (vor Industrialisierung Agrarkrisen (Missernten)) ;
Bsp. Weltwirtschaftskrise ab 1929
• Gesellschaftliche Krisen: betreffen bestimmte gesells. Schichten, gesells. Verhalten und Lebensstile, Zuspitzung
von Problemen innerhalb der Gesellschaft ; Bsp. Soziale Frage (19. Jhd.), Hyperinflation in DE (1923)
• „Kulturelle Krisen“: Auseinandersetzung mit geistig-kulturellen Entwicklungen, die als Verfall abgelehnt oder als
Fortschritt begrüßt werden : Bsp. Streit um die Rolle der Frau in der Gesellschaft (20 Jhd.)
, Kernmodul: Revolutionen
Definition:
• Schwer zu definieren, da die Gründe und Abläufe von Revolutionen sehr unterschiedlich sein können , keine feste
Definition
• Radikale, dauerhafte Veränderung der gegebenen (politischen, sozialen, ökonomischen) Bedingungen
• Revolutionen radikaler als Reformen, Putschen, Revolten und Rebellionen
• Hohe Beteiligung der ganzen Bevölkerung: Ereignisse werden unkontrollierbar -> Gewalt
• Teile der Eliten sind immer beteiligt
• Vordergründig konservative Ziele: Wiederherstellung eines vorangegangenen besseren Zustand
• Ziel: Neuanfang, indem neue Ideologien und Weltanschauungen (Freiheit, Menschenrechte) eine Rolle spielen ;
bisherige Probleme werden beseitigt durch vollständigen Umsturz einer Gesellschaft
• Ziel politischer Revolutionen: grundlegender Führungs-/Machtwechsel = Änderung im gesamten Wirtschaftssystem
• Samtene Revolution: gewaltfreie Revolution, Bsp. DDR, in der das System friedlich kollabierte
• Versuch zur Gegenrevolution: oft erfolglos, Auslöser für blutige Kämpfe und Säuberungen
Reform:
Keine grundlegende Veränderung eines Staates/Systems, sondern eine langsame Veränderung durch z.B. Gesetze.
Staat und Gesellschaft werden nicht infrage gestellt
Revolte, Putsch, Rebellion:
Gewaltsamer Wandel durch eine kleine Gruppe oder einzelner Akteure, die nicht das Herrschaftssystem, sondern die
Regierung verändern oder alte Dynastien wiederherstellen will.
Revolten und Rebellionen können zu einer Revolution führen.
Revolutionstheorie von Marx und Engels:
• Aufteilung der Gesellschaft in Bourgeoise (Unterdrücker, Kapitalisten) und Proletariat (Unterdrückte,
Arbeiterklasse)
• Klassenkampf durch soziale Ungleichheit
• Proletariat erhebt sich gegen die Bourgeoise und führt eine Revolution durch
• Übergangsphase, in der das Proletariat die Macht übernimmt um den Sozialismus aufzubauen
• Danach entsteht der Kommunismus, in der eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung, Privateigentum und
Staat errichtet wurde
Ursachen von Revolutionen:
- von Jack A. Goldstone -
• Unruhen durch Armut, Hungersnot führt zur potenziellen Massenmobilisierung
• Kaum industrieller Fortschritt
• Soziale Ungleichheiten ; Kluft zwischen Arm und Reich
• Inflation, Bevölkerungswachstum
• Konflikte zwischen Eliten nahmen zu
• Zunehmende Bedeutung der Ideologien