THOENES, Joshua
FB2823GR814
Psychologie (B.Sc.) (8 Sem.) PO:04/21
Einsendeaufgabe
Entwicklungspsychologie V - Grundlagen, Methoden und kognitive
Entwicklung
Aufgabe 1
„Alt-Werden“ bedeutet, sich von immer mehr Dingen, die das Leben lebenswert
gemacht haben zu verabschieden.
a) Diskutieren Sie diese Aussage im Hinblick auf die von Baltes aufgestellten
„Leitsätze der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne“
Die Aussage „Alt-Werden bedeutet, sich von immer mehr Dingen, die das Leben lebenswert
gemacht haben, zu verabschieden“ zeigt eher eine pessimistische Sichtweise des Aspekts
des Alterns. Die meisten Leitsätze von Baltes stellen dagegen ein zuversichtlicheres Bild dar,
was im Folgenden erläutert werden soll.
Der erste Leitsatz von Baltes besagt, dass psychische Entwicklung ein lebenslanger
Prozess ist. Die Entwicklung von Menschen dauert also von Geburt bis zum Tod an und
bedeutet gleichzeitig, dass zu jedem Zeitpunkt im Leben die Möglichkeit besteht gemäß
dem Gewinn-Verlust-Verhältnis Verluste zu erleiden aber auch Gewinne zu erreichen, wie
beispielsweise durch das Versterben beziehungsweise Verlieren alter Freunde dem
Gegenüber das Schließen neuer sozialer Kontakte steht. Im Alter kommt es also nicht nur
wie eingangs erwähnt zu Verlusten.
Im zweiten seiner Leitsätze geht Baltes davon aus, dass Entwicklung als Gewinn und
Verlust der Anpassungsfähigkeit bzw. des Wachstums und Abbaus von Fähigkeiten zu
verstehen ist. Generell nimmt der Anteil der Verluste in den meisten Bereichen zu, wie bspw.
im Fall der verringerten körperlichen Leistungsfähigkeit, diesem kann jedoch mit den
Strategien der Kompensation, Optimierung und Selektion entgegengewirkt werden. Man
muss sich also nicht zwangsläufig von „immer mehr Dingen“ verabschieden, wenn rechtzeitig
damit begonnen wird die drei erwähnten Strategien anzuwenden, um sich bestimmte dieser
Dinge zu erhalten.
Als dritter Leitsatz gilt die Vielfalt der Entwicklungsverläufe im Rahmen der
Multidimensionalität und Multidirektionalität als maßgeblich für ein Wechselspiel zwischen
Aufbau und Abbau von Fähigkeiten und Kompetenzen. Besonders im Rahmen der
Multidirektionalität spiegelt sich hier ein hoher Entwicklungsgewinn im jüngeren Alter und ein
Seite1 PFH-Private Hochschule Göttingen 23.04.2025
, THOENES, Joshua
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stetig steigender Verlust im vorangeschrittenen Alter wider. Dabei ist zu beachten, dass sich
mehr oder weniger entwickelnde Verhaltensbereiche nur bedingt zu Dingen gehören, die das
Leben „lebenswert“ machen.
Der vierte Leitsatz von Baltes wird durch die Plastizität der Entwicklung beschrieben und
besagt, dass trotz allen sich abbauenden kognitiven Kapazitäten eine Veränderbarkeit des
Erlebens und Verhalten auch bis ins hohe Alter möglich ist und durch eine gezielte
Förderung sowie geeignete Umweltbedingungen unterstützt werden kann. Eine ältere
Person kann sich also unter Umständen ebenso neue lebenswerte Aspekte aneignen, wie
sie diese verlieren kann, ähnlich wie bereits im ersten Leitsatz beschrieben wurde.
Die Einbettung der Entwicklung in jeweilige Kontexte ist nach Baltes der fünfte Leitsatz
und besagt, dass soziale und kulturelle Voraussetzungen die Entwicklung eines Menschen
durch bspw. ein unterstützendes soziales Umfeld oder den Zugang zu ausreichender Bildung
beeinflussen können. Sind diese äußeren Einflüsse dem Altern positiv gegenüber eingestellt
lässt sich die Aussage aus der Aufgabenstellung widerlegen, was zum Beispiel durch das
Einnehmen Vorzüge genießender Positionen dargestellt wird, wie es in manchen Kulturen
der Welt der Fall ist.
Auch aus dem sechsten Leitsatz von Baltes, dem Zusammenspiel von Selektion,
Optimierung und Kompensation lässt sich eine positive Folge des Alterns ableiten: Die aktive
Mitgestaltung eines Individuums an seiner Entwicklung durch die drei aufgeführten
Techniken. Diese verhelfen, wie bereits im Rahmen des zweiten Leitsatz erwähnt, dazu dass
ein Mensch im Verlauf des „Alt-Werdens“ in gewisser Weise selbst darüber entscheiden
kann, wie sehr sein Leben lebenswert bleibt.
Der siebte und letzte Leitsatz von Baltes bezüglich der multidisziplinären Betrachtung
ergänzt außerdem, dass es neben der psychologischen Betrachtung auch andere Bereiche
der Wissenschaft gibt, die Alterungsprozesse beschreiben. Insbesondere die Gerontologie
hat Erkenntnisse darüber gesammelt, dass das Wohlbefinden im Alter damit
zusammenhängt, wie die gesamte Entwicklung der jeweiligen Person im bisherigen Leben
stattgefunden hat. Die negative Ansicht aus der Aussage der Aufgabenstellung kann sich
also nicht allein auf das „Alt-Werden“ beschränken.
Letztendlich wird deutlich, dass Baltes mit seinen Leitsätzen ein deutlich positiveres und
differenziertes Bild des Alterns beschreibt, als dies die Aussage aus der Aufgabenstellung
erahnen lässt. Der Verlust bzw. der Abschied von verschiedenen Fähigkeiten und
Erfahrungen im Alter findet zwar in vielen Bereichen so statt, jedoch ist das Alter gleichzeitig
eine Chance neue Entwicklungen zu durchleben und sich so ein lebenswertes Leben zu
erhalten.
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Entwicklungspsychologie V - Grundlagen, Methoden und kognitive
Entwicklung
Aufgabe 1
„Alt-Werden“ bedeutet, sich von immer mehr Dingen, die das Leben lebenswert
gemacht haben zu verabschieden.
a) Diskutieren Sie diese Aussage im Hinblick auf die von Baltes aufgestellten
„Leitsätze der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne“
Die Aussage „Alt-Werden bedeutet, sich von immer mehr Dingen, die das Leben lebenswert
gemacht haben, zu verabschieden“ zeigt eher eine pessimistische Sichtweise des Aspekts
des Alterns. Die meisten Leitsätze von Baltes stellen dagegen ein zuversichtlicheres Bild dar,
was im Folgenden erläutert werden soll.
Der erste Leitsatz von Baltes besagt, dass psychische Entwicklung ein lebenslanger
Prozess ist. Die Entwicklung von Menschen dauert also von Geburt bis zum Tod an und
bedeutet gleichzeitig, dass zu jedem Zeitpunkt im Leben die Möglichkeit besteht gemäß
dem Gewinn-Verlust-Verhältnis Verluste zu erleiden aber auch Gewinne zu erreichen, wie
beispielsweise durch das Versterben beziehungsweise Verlieren alter Freunde dem
Gegenüber das Schließen neuer sozialer Kontakte steht. Im Alter kommt es also nicht nur
wie eingangs erwähnt zu Verlusten.
Im zweiten seiner Leitsätze geht Baltes davon aus, dass Entwicklung als Gewinn und
Verlust der Anpassungsfähigkeit bzw. des Wachstums und Abbaus von Fähigkeiten zu
verstehen ist. Generell nimmt der Anteil der Verluste in den meisten Bereichen zu, wie bspw.
im Fall der verringerten körperlichen Leistungsfähigkeit, diesem kann jedoch mit den
Strategien der Kompensation, Optimierung und Selektion entgegengewirkt werden. Man
muss sich also nicht zwangsläufig von „immer mehr Dingen“ verabschieden, wenn rechtzeitig
damit begonnen wird die drei erwähnten Strategien anzuwenden, um sich bestimmte dieser
Dinge zu erhalten.
Als dritter Leitsatz gilt die Vielfalt der Entwicklungsverläufe im Rahmen der
Multidimensionalität und Multidirektionalität als maßgeblich für ein Wechselspiel zwischen
Aufbau und Abbau von Fähigkeiten und Kompetenzen. Besonders im Rahmen der
Multidirektionalität spiegelt sich hier ein hoher Entwicklungsgewinn im jüngeren Alter und ein
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stetig steigender Verlust im vorangeschrittenen Alter wider. Dabei ist zu beachten, dass sich
mehr oder weniger entwickelnde Verhaltensbereiche nur bedingt zu Dingen gehören, die das
Leben „lebenswert“ machen.
Der vierte Leitsatz von Baltes wird durch die Plastizität der Entwicklung beschrieben und
besagt, dass trotz allen sich abbauenden kognitiven Kapazitäten eine Veränderbarkeit des
Erlebens und Verhalten auch bis ins hohe Alter möglich ist und durch eine gezielte
Förderung sowie geeignete Umweltbedingungen unterstützt werden kann. Eine ältere
Person kann sich also unter Umständen ebenso neue lebenswerte Aspekte aneignen, wie
sie diese verlieren kann, ähnlich wie bereits im ersten Leitsatz beschrieben wurde.
Die Einbettung der Entwicklung in jeweilige Kontexte ist nach Baltes der fünfte Leitsatz
und besagt, dass soziale und kulturelle Voraussetzungen die Entwicklung eines Menschen
durch bspw. ein unterstützendes soziales Umfeld oder den Zugang zu ausreichender Bildung
beeinflussen können. Sind diese äußeren Einflüsse dem Altern positiv gegenüber eingestellt
lässt sich die Aussage aus der Aufgabenstellung widerlegen, was zum Beispiel durch das
Einnehmen Vorzüge genießender Positionen dargestellt wird, wie es in manchen Kulturen
der Welt der Fall ist.
Auch aus dem sechsten Leitsatz von Baltes, dem Zusammenspiel von Selektion,
Optimierung und Kompensation lässt sich eine positive Folge des Alterns ableiten: Die aktive
Mitgestaltung eines Individuums an seiner Entwicklung durch die drei aufgeführten
Techniken. Diese verhelfen, wie bereits im Rahmen des zweiten Leitsatz erwähnt, dazu dass
ein Mensch im Verlauf des „Alt-Werdens“ in gewisser Weise selbst darüber entscheiden
kann, wie sehr sein Leben lebenswert bleibt.
Der siebte und letzte Leitsatz von Baltes bezüglich der multidisziplinären Betrachtung
ergänzt außerdem, dass es neben der psychologischen Betrachtung auch andere Bereiche
der Wissenschaft gibt, die Alterungsprozesse beschreiben. Insbesondere die Gerontologie
hat Erkenntnisse darüber gesammelt, dass das Wohlbefinden im Alter damit
zusammenhängt, wie die gesamte Entwicklung der jeweiligen Person im bisherigen Leben
stattgefunden hat. Die negative Ansicht aus der Aussage der Aufgabenstellung kann sich
also nicht allein auf das „Alt-Werden“ beschränken.
Letztendlich wird deutlich, dass Baltes mit seinen Leitsätzen ein deutlich positiveres und
differenziertes Bild des Alterns beschreibt, als dies die Aussage aus der Aufgabenstellung
erahnen lässt. Der Verlust bzw. der Abschied von verschiedenen Fähigkeiten und
Erfahrungen im Alter findet zwar in vielen Bereichen so statt, jedoch ist das Alter gleichzeitig
eine Chance neue Entwicklungen zu durchleben und sich so ein lebenswertes Leben zu
erhalten.
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