1.1. Definition phonologische Bewusstheit
1.2. Differenzierung der phonologischen Bewusstheit im engeren und weiteren Sinn
1.3. Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb
1.4. Kritik an der kausalen Rolle der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb
1.5. Systematisierung der Einflussfaktoren für den Schriftspracherwerb nach Marx 2007
2. Entwicklung der phonologischen Bewusstheit
3. Phonologische Bewusstheit im Kontext der Mehrsprachigkeit
3.1. Definition Mehrsprachigkeit
3.2. Beeinflussende Faktoren auf die phonologische Bewusstheit bei Mehrsprachigen
3.3. Diagnostische Verfahren zur Feststellung der phonologischen Bewusstheit bei mehrsprachigen S
4. Methoden der Förderung der phonologischen Bewusstheit
4.1. Nicht standardisierte Verfahren
4.2. Standardisierte Verfahren
5. Fazit
1. Phonologische Bewusstheit als Vorläuferfertigkeit im Schriftspracherwerb
Die Entwicklung der pB, die bereits im Vorschulalter voranschreitet, stellt einen der zentralen Prädiktoren für den
Erwerb der Schriftsprache im Grundschulalter dar (Weinert & Helmke in LOGIK- & SCHOLASTIK-Studie)
1.1. Definition phonologische Bewusstheit
• = metakognitive Fähigkeit, mit der es möglich ist, vom Wortsinn zu abstrahieren und sich auf den lautlichen
Aspekt von Sprache zu konzentrieren. (Schründer-Lenzen, 2013)
• Die Aufmerksamkeit wird also weg vom bedeutungstragenden Inhalt des Worts hin zum Lautaspekt gelenkt
1.2. Differenzierung der phonologischen Bewusstheit im engeren und weiteren Sinn
Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne
• orientiert sich an der Oberfläche und den • richtet sich auf den formalen (Laut-)Aspekt der
Merkmalen konkreter Lautbildung Sprache
• Reime erkennen • An-, Endlaute erkennen
• Wörter in Silben gliedern • Wörter in Laute zerlegen
• Lautumstellung, -synthese
1.3. Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den SSE
• Kindern mit einer bereits im Vorschulalter gut entwickelten pB gelingt es relativ leicht und zügig, sich die
Schriftsprache anzueignen
• Schon zum Stand des Vorschulalters stellt die pB ein besseren Prädikator für das spätere Lesen und
Rechtschreiben im 3. SJ dar, als die Intelligenz dar (Schneider Näslund 1994)
• Deutlich wird die Relevanz der Vorläuferfertigkeit auch am Zwei-Wege-Modell des Schreibens (Scheerer-
Neumann 2015):
▪ Schreibanfänger verfügen über einen indirekten phonologischen Zugriff, bei dem sie ein Wort konstruieren,
indem sie es auf seine Phoneme hin abhören → jedem Phonem wird ein Graphem zugeordnet →
Voraussetzung: pB
1.4 1.3 Kritik an der kausalen Rolle der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb
Vielfach wurde die kausale Rolle der pB für den SSE jedoch auch angezweifelt (z.B. Valtin 2012) → aus zeitl. Gründen nicht
eingehen
1.5 1.4 Systematisierung der Einflussfaktoren für den Schriftspracherwerb nach Marx 2007
Neben pB gibt es viele andere Eiflussfaktoren auf den SSE, die Marx 2007 in seinem Modell systematisiert
2. Entwicklung der phonologischen Bewusstheit
• Sensible Phase für Förderung im Vorschulalter und 1. Schuljahr