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Zusammenfassung Schriftspracherwerb - mündliches Examen

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Diese Zusammenfassung bietet dir ein ausführliches Wissen für den allgemeinen Teil deines mündlichen Examens im Schriftspracherwerb und kann Grundlage für dein spezifisches Referat sein. Ich habe dieses Dokument selbst erstellt, indem ich zahlreiche Bücher, Vorlesungsfolien, einen Examenskurs und mein Wissen über Deutsch als Zweitsprache kompakt und verständlich zusammengefügt habe. In einem weiteren Dokument stelle ich dir den zweiten Teil des Examens, nämlich mein Referat ("Phonologische Bewusstheit im Kontext der Mehrsprachigkeit") und eine exakte Analyse der Fibel "ABC der Tiere" zur Verfügung. Mit diesen Zusammenfassungen konnte ich eine 1,0 erreichen. Das kannst du auch schaffen! Falls du Fragen haben solltest, schreibe mir gerne eine Nachricht! Viel Erfolg beim Lernen!

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SCHRIFTSPRACHERWERB

1. Struktur und Merkmale der dt. Schriftsprache




2. Lesen und Schreiben




3. Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs




4. Vorläuferfähigkeiten für den SSE




5. historischer Überblick über die Methodenfrage




6. Aktuelle didaktische Ansätze




7. Erst- und Ausgangsschriften




8. SSE für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache




9. Lernschwierigkeiten und Schriftspracherwerbsstörungen




10. Diagnose und Förderung im SSE


Themen LPO
a) Kenntnis der bezugswissenschaftlichen Grundlagen
des SSE
11. Linkshändigkeit b) Kenntnis und kriterienbezogene Beurteilung der
Methoden und Konzepte für den SSE
c) Diagnose schriftsprachlicher Lernvoraussetzungen
sowie von Lernprozessen im Leistungs- und
Persönlichkeitsbereich
12. Empirie d) Beratung und Förderung der S aufgrund ihrer
Lernvoraussetzungen
e) exemplarische Planung, Reflexion und Einschätzung
von Lernsituationen des SSE

, 1. Struktur und Merkmale der dt. Schriftsprache

Schreiben bedeutet nicht einfach, Gesprochenes in Schriftzeichen zu übersetzen.
→ Schriftsprache ist kein sekundäres, sondern ein autonomes System!

Funktionen des Schreibens
• Heuristisch (Darstellung): Sachorientierung; ich schreibe, um Erkenntnisse zu gewinnen, etwas
festzuhalten, um für mich selbst etwas darzustellen (Einkaufsliste, Aufsatz..)
• Expressiv (Ausdruck): Ich-Orientierung; ich schreibe, um mich auszudrücken, um mit Sprache zu spielen
(Gedicht, Tagebuch..)
• Kommunikativ (Mitteilung): Ich schreibe an einen Adressaten, um diesen zu etwas zu bewegen
(Liebesbrief, Mahnung…)
➔ Diese Funktionen treten meistens gemischt auf

Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit
Linguistische Ebene Mündlichkeit (Oralität) Schriftlichkeit (Literalität)
Pragmatik • Sprecherwechsel möglich • Produktion und Rezeption nicht
(Sprachhandeln) • nonverbale Kontaktsignale möglich simultan
• offene Struktur • Kontaktsignale fehlen
• Soziolekt und Dialekt möglich • geschlossene Struktur
• flüchtig • Standardsprache
• nur unmittelbare Reparatur möglich • konserviert
• Revision möglich

phonetisch phonetische Varianten P-G-Diskrepanz

grammatisch • Endungsreduktion • komplexere gram. Struktur
• einfache Syntax • Hypotaxe
• freiere Wortstellung • verdichtete Information
• weniger Informationsgehalt
lexikalisch einfachere Lexik größere Wortschatzvarianz
textuell • offen • stärkere Strukturiertheit durch
• meist dialogisch Kohärenz- und Kohäsionsmittel


➔ Aber: Die Grenzen zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit sind fließend
➔ KOCH/ OESTERREICHER (1985): Unterscheidung zwischen konzeptioneller und medialer Dimension
▪ Medium: Schrift; Konzeption: Mündlichkeit → z.B. Chat, SmS
▪ Medium: Mündlichkeit; Konzeption: Schriftlichkeit → z.B. Nachrichtensprecher

Entwicklung der Schrift
• Piktographie: Ein Bildzeichen (Piktogramm) realisiert einen ganzen Gedanken; keine Lautzuordnung und
keine Grammatik; können auch von Kindern früh „gelesen“ werden; z.B. Zeichnung für Bus, Toilette, Telefon
• Ideographie: abstrakter; Normierung der Schriftzeichen (Ideogramme) → ein best. Inventar an Zeichen und
deren Bedeutung
• Logographie: Die Ideogramme sind so weit ausgebaut, dass jedem Wortzeichen 1 Schriftzeichen gegenüber
steht (Logogramm). 1 Schriftzeichen (Logogramm) repräsentiert eine Wortbedeutung. Phonologie und
Morphologie werden nicht wiedergegeben, aber die Reihenfolge der Bilder ist die Syntax. Die Zeichen sind
abstrakt, aber am Gegenstand orientiert.
• Syllabographie: Ein Silbenzeichen (Syllabogramm) repräsentiert eine Silbe der gesprochenen Sprache.
Phonologie und Morphologie werden mit einer Genauigkeit wiedergegeben, die von der Silbenstruktur der
Sprache und dem Ausbau des Schriftsystems abhängt. So können Synonyme unterschieden werden
• alphabetische Schriften: Ein Buchstabe repräsentiert einen Laut. Die Grammatik wird genau
wiedergegeben, die Phonologie in dem Maße, in dem die Zuordnung zwischen Buchstaben und Lauten
eindeutig ist.

, Schriftspracherwerb
Der Schriftspracherwerb lässt sich als ein Teil des Spracherwerbs betrachten; er ist auch auf der Basis der bereits
weitgehend entwickelten lautsprachl. Fähigkeiten zu verstehen. Schriftsprache ist eine besondere sprachliche
Funktion, die einen Teil der gesamten sprachl.-kogn. Entwicklung darstellt und deren Beherrschung sprachl.-kogn.
Fähigkeiten beim Lernenden voraussetzt (Crämer-Schumann 2002)

• Warum sprechen wir von Schriftspracherwerb?
▪ Bis in 1980er: Erstlesen und Erstschreiben oder Anfangsunterricht im Schreiben und Lesen
▪ 1974: Einführung des Begriffs SSE (Egon Weigl) → Begründungen:
1. Lesen und Schreiben sollten nicht getrennt voneinander betrachtet und unterrichtet werden, da sie sich
gegenseitig beeinflussen und fördern
2. Lesen und Schreiben sind mehr als funktionale Kulturtechniken; Inhalte und Funktionen müssen als
wesentliche Elemente ihres Erwerbs gesehen werden
3. Vertreter des Spracherfahrungsansatzes: Erstlesen und -schreiben sowie Anfangsu. suggestieren, dass
Kinder hier zum 1. Mal mit Schrift in Kontakt treten →Schulanfang ist keine Stunde Null
4. Entstehung erster Modelle dess SSE (1980): SSE und Spracherwerb unterscheiden sich; für beide konnten
aber typ. Entwicklungsverläufe ausgemacht werden
➔ Lesen und Schreiben müssen v.a. zu Beginn im Zsm.hang gesehen werden, weshalb wir von SSE sprechen

Struktur der Schriftsprache

Lautebene (beim Sprechen)
Phon [ ] • konkrete, indiv. Sprachäußerung → /i:/ kann auf vers. Weisen ausgesprochen werden
(regional bedingte Lautrealisierungen, die für Bedeutung eines Worts irrelevant sind)
• Allophone: Aussprachevarianten, die die Bedeutung eines Worts nicht verändern
• /r/ → apikoalveolar oder uvular gerollt
Phonem / / • kleinste bedeutungsdifferenzierende Segmente der Lautsprache (durch Lautschrift
wiedergegeben IPA)
• Matte – Watte unterscheiden sin in den Phonemen /M/ und /W/
• Minimalpaare: Wörter, die sich in genau einem Phonem unterschieden (Baum – Bauch →
Bedeutungsveränderung)
• Phoneme können stimmhaft oder stimmlos, lang oder kurz gesprochen werden
• Vokale sind immer stimmhaft, aber ungespannt und kurz, wenn vor min. 2 Konsonanten,
oder gespannt und lang, wenn in offener Silbe
• Konsonanten sind stimmlos oder können einen gewissen Anteil an Sonorität enthalten




➔ Im U: vor Spiegel langsam und deutlich einzelne Laute vorsprechen; Plakate und Bilder, auf
denen Mundstellung gezeigt wird
Schriftebene (beim Schreiben)

Document information

Study
Uploaded on
November 8, 2024
Number of pages
83
Written in
2024/2025
Type
Summary
$22.42

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