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Agnes - Peter Stamm (Lektürehilfe/Zusammenfassung)

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Ausführliche Lektürehilfe/Zusammenfassung zu „Agnes“. Autor: Peter Stamm | Erschienen: 1998 | Verlag: Fischer Verlag | Ort: Frankfurt a. M. (zitiert nach der 18., überarbeiteten Auflage, 2013) Der Roman erzählt aus der Perspektive eines namenlosen Ich-Erzählers von seiner gescheiterten Liebesbeziehung zu der Physikstudentin Agnes in Chicago. Im Zentrum stehen die Themen Identität und Selbstentfremdung, Isolation und Anonymität sowie das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit; Leitmotive wie Kälte, Wärme und Tod durchziehen die Handlung. Mit seinen zahlreichen intertextuellen Bezügen gilt Agnes als typisches Beispiel eines postmodernen Romans. Diese Lektürehilfe/Zusammenfassung deckt im Detail folgende Inhalte ab: Kontext und Einordnung; Formaler Aufbau (Romanstruktur, Intertextualität); Handlung (Kapitel 1: Einstieg, Kapitel 2-8: Beziehung und punktuelles Glück, Kapitel 9 - 17: Fiktion und Wirklichkeit, Kapitel 18 - 23: Trennung und Flucht in die Fiktion, Kapitel 24 - 29: Wiederaufnahme der Beziehung und emotionale Distanz, Kapitel 30 - 35: Schluss der fiktiven Geschichte und Agnes‘ Verschwinden/Tod, Kapitel 36: Schluss); Charaktere (Agnes, Erzähler, Louise); Themen und Orte (Fiktion und Wirklichkeit, Bildnis und Identitätsproblematik, Isolation und Anonymität); Motive und Symbole (Punkte und Glück, Kälte, Tod, Wärme, Spuren, Schöpfung, Erzählweise, Sprache und Stil). Übersichtlich als Word-Dokument mit vollständigem Inhaltsverzeichnis am Anfang.

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LEKTÜREHILFE

Agnes
Autor: Peter Stamm | Erschienen: 1998 | Verlag: Fischer Verlag | Ort: Frankfurt a. M. (zitiert nach der 18.,
überarbeiteten Auflage, 2013)


Der Roman erzählt aus der Perspektive eines namenlosen Ich-Erzählers von seiner gescheiterten
Liebesbeziehung zu der Physikstudentin Agnes in Chicago. Im Zentrum stehen die Themen Identität und
Selbstentfremdung, Isolation und Anonymität sowie das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit; Leitmotive
wie Kälte, Wärme und Tod durchziehen die Handlung. Mit seinen zahlreichen intertextuellen Bezügen gilt
Agnes als typisches Beispiel eines postmodernen Romans.


Inhaltsverzeichnis
– Kontext und Einordnung

Formaler Aufbau
– Romanstruktur
– Intertextualität

Handlung
– Kapitel 1: Einstieg
– Kapitel 2-8: Beziehung und punktuelles Glück
– Kapitel 9 - 17: Fiktion und Wirklichkeit
– Kapitel 18 - 23: Trennung und Flucht in die Fiktion
– Kapitel 24 - 29: Wiederaufnahme der Beziehung und emotionale Distanz
– Kapitel 30 - 35: Schluss der fiktiven Geschichte und Agnes‘ Verschwinden/Tod
– Kapitel 36: Schluss

Charaktere
– Agnes
– Erzähler
– Louise

Themen und Orte
– Fiktion und Wirklichkeit
– Bildnis und Identitätsproblematik
– Isolation und Anonymität

Motive und Symbole
– Punkte und Glück
– Kälte
– Tod
– Wärme
– Spuren
– Schöpfung
– Erzählweise, Sprache und Stil




1

,Kontext und Einordnung
Agnes ist ein Roman des schweizerischen Schriftstellers Peter Stamm aus dem Jahre 1998 und spielt in
Chicago.

Der namenlose, personale Ich-Erzähler schreibt von seiner gescheiterten Liebesbeziehung mit Agnes, einer
Physikstudentin. Im Roman werden Themen wie Identität und Selbstentfremdung, Isolation und Anonymität
sowie das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit behandelt. Dabei ziehen sich Leitmotive wie Kälte, Tod,
Wärme und Leben durch die Handlung.

Agnes weist, etwa mit seinen vielen intertextuellen Bezügen, zahlreiche Merkmale des postmodernen Romans
auf.

Formaler Aufbau
Romanstruktur
Stamms Roman scheint auf den ersten Blick wie lose zusammengestellt: Die 36 sehr kurzen Kapitel wirken wie
in einer Collage aneinandergereihte Bilder - zwischen einzelnen Kapiteln liegen meist kurze Zeitsprünge.
Handlungsvorantreibende Kapitel wechseln sich mit solchen ab, deren tiefer Sinn sich zunächst nicht erschließt,
wie im Fall des siebten Kapitels, als der Erzähler (im Folgenden „E.“) neben einer unästhetisch dicken,
schwitzenden Frau sitzt. In Wahrheit aber besitzt Agnes eine strenge Form. So entsprechen die 36 Kapitel der
Dauer der Beziehung von Agnes und E., der Zeitspanne der Geschichte insgesamt sowie der Dauer einer
Schwangerschaft (9*4=36). Außerdem unterstreicht die chronologische Vorgehensweise des Erzählers den fast
mathematisch anmutenden Aufbau. Das Buch lässt sich in mehrere Abschnitte gliedern. Das erste und das letzte
Kapitel spielen in der Erzählgegenwart und bilden den Rahmen des Romans. Erzähltempus ist das Präsens. In
Kapitel 2 setzt E.s Rückblende ein. Bis Kapitel 35 gibt er das Geschehen aus personaler Perspektive wieder.
Erzähltempus ist hier das Präteritum. Dieser Hauptteil lässt sich wiederum untergliedern. In den Kapiteln 2-8
lernen sich Agnes und E. kennen und beginnen ihre Liebesbeziehung. E. fängt in Kapitel 9 an, seine Geschichte
von Agnes zu schreiben. Daraufhin (bis Kapitel 18) gestaltet sich das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und
Fiktion als schwierig. Während E. mit seiner Geschichte in Kapitel 11 die Gegenwart erreicht, stößt er ein
Kapitel später in die Zukunft vor. Die Kapitel 19-23 stehen im Zeichen der Trennung und der Flucht E.s in seine
fiktive Geschichte. Danach kommt es zur Wiederaufnahme der Beziehung bei emotionaler Distanz zwischen
den Protagonisten (Kapitel 24-29). Die Kapitel 30-35 können sowohl mit den vorangegangenen Kapiteln eine
Sinneinheit bilden als auch als eigener Block betrachtet werden. E. beendet seine fiktive Geschichte und Agnes
verschwindet, wobei ihr Schicksal offen bleibt. Erzählzeit und Zeit der Geschichte Agnes fallen für einen kurzen
Moment wieder zusammen, die Wirklichkeit hat die Fiktion eingeholt.

Der Roman besitzt eine Ringstruktur: Anfang und Ende fallen zeitlich zusammen. Schematisch lässt sich der
Aufbau aber besser in einem linearen System darstellen, auch weil mit E.s Geschichte über Agnes eine weitere
Dimension hinzukommt. Diese Geschichte holt das Romangeschehen erst ein und überholt es dann. Mit Agnes‘
literarischem Tod und ihrem Verschwinden fallen Geschichte und Romangeschehen wieder zusammen.

Das letzte Kapitel endet in der Erzählgegenwart. Erzähltempus ist wiederum das Präsens. Deshalb besitzt der
Roman eine Ring- oder Zirkelstruktur. Textteile der Geschichte Agnes wer- den kursiv gedruckt im Roman
integriert, bis auf wenige Ausnahmen. Episoden aus der Vergangenheit der Protagonisten tauchen im Dialog
oder in reflektierenden Passagen E.s auf. Insgesamt erinnert der Romanaufbau an das pointillistische Gemälde
Seruats (Kap. 14), da sich die Episoden erst durch ihre Verbindung im Gedächtnis des Lesers zu einem
Gesamtbild fügen.

Intertextualität
In Agnes finden sich zahlreiche Referenzen zu literarischen und nicht-literarischen Texten.
Literaturwissenschaftler sprechen in diesem Fall von Intertextualität. Dies bedeutet, dass literarische Texte nicht
isoliert, aus sich heraus verstanden werden können, sondern dem Einfluss anderer Texte und Textstrukturen
unterliegen. Dieser Einfluss kann in Form von Zitaten oder Verweisen sichtbar sein. So finden sich im Roman
Referenzen zu Gedichten, z. B. Robert Frosts Stopping in the Woods on a Snowy Evening, William
Shakespeares Sonnett XVIII oder Dylan Thomas‘ A Refusal to Mourn the Death of a Child, by Fire, in London,


2

, und zu nicht-literarischen Werken, z. B. zu den Bildern von Georges Seurat (Un Dimanche d‘été àl‘île de la
Grande Jatte) und Ernst Ludwig Kirchner (Gebirgslandschaft) oder zum Theaterplakat Oskar Kokoschkas
(Mörder, Hoffnung der Frauen). Diese Anspielungen eröffnen jeweils neue Interpretationsmöglichkeiten für
Agnes und sind mit den Leitmotiven des Romans verknüpft (s. u.). Auch die text- oder werkimmanenten
Bezüge können unter Intertextualität gefasst werden. Dazu zählen die tote Frau auf dem Bürgersteig vor dem
Restaurant, Agnes‘ eigene Kurzgeschichte, die von E. verfasste Geschichte Agnes und einzelne Episoden.
Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da text- oder werkimmanente Bezüge mitnichten ein neues literarisches
Konzept oder gar eine Erfindung der Postmoderne sind.

Handlung
Kapitel 1: Einstieg
(1) E. beginnt mit der Bemerkung: „Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet [Hervorhebung jew. d.
Verfasser, M. U.].“ Durch diesen Einstieg und die Betonung des Todes wird die Aufmerksamkeit des Lesers
von Anfang an in eine bestimmte Richtung gelenkt. Auch ist mit dem Tod gleich ein zentrales Motiv des
Romans eingeführt. Wir erfahren, dass es kalt war, als sich E. und Agnes kennenlernten und dass der böige
Wind auch durch das Isolierglas der Fenster noch hörbar ist. Das Isolierglas steht für Distanziertheit, während
die Kälte, genau wie die leeren Plätze draußen und die Nacht, auf den inneren Zustand des Erzählers verweist.
Dieser trägt sich mit Suizidgedanken, wobei nur die Fenster, die sich nicht öffnen lassen, ihn vom Tod trennen.
In seiner depressiven Stimmung sieht er sich zum wiederholten Male ein Video von sich und Agnes an. Er
thematisiert Agnes‘ Ängste und verweist auf die Sprachlosigkeit zwischen ihnen („dann sprach sie nicht mehr
davon [von ihren Ängsten]“), womit ein weiteres Motiv des Romans eingeführt wird.

Kapitel 2-8: Beziehung und punktuelles Glück
(2) In einer Rückblende beginnt E. das Geschehene zu erzählen. Er lernt Agnes im April in der Public Library
kennen, als er Recherche für sein neues Sachbuch betreibt. Ihre Gegenwart - sie setzt sich ihm direkt gegenüber
- verunsichert ihn und raubt ihm die innere Ruhe, woraufhin er die Bibliothek verlässt, um eine Zigarette zu
rauchen. Wie wir erfahren, kennt E. niemanden in Chicago, was sich erst ändert, als Agnes neben ihm auf der
Freitreppe vor der Bibliothek Platz nimmt. Dem gängigen Klischee entsprechend kommen sie ins Gespräch, als
E. ihr Feuer anbietet. (3) In den nächsten Tagen sehen sie sich in der Bibliothek wieder, (4) bis E. Agnes in ein
Restaurant einlädt. Vor dem Restaurant liegt eine tote Frau, die nicht älter ist als Agnes. Nach dem Essen
kommen sie auch auf das Thema Tod zu sprechen, wobei Agnes kühl feststellt, dass E. nicht lange über diesen
Gegenstand nachgedacht hat. (5) Am Ende des Abends schlafen sie miteinander, wobei es für Agnes das erste
Mal ist, was stark mit der nüchternen, leidenschaftslosen Schilderung E.s kontrastiert. Als sie in der
Dämmerung erwachen, fragt Agnes, ob E. Bücher schreibe, weil er keine Kinder habe. Damit taucht ein Motiv
erstmals auf, das im Laufe der Romanhandlung an Bedeutung gewinnt: Das Spurenhinterlassen. Während E.
meint, er wolle nicht ewig leben und keine Spuren hinterlassen, entgegnet ihm Agnes einfach „Doch“. (6)
Dieses Motiv kehrt im nächsten Kapitel wieder. Der Doktorandin Agnes - sie hat eine Assistenzstelle an der
Universität inne - gefällt der Gedanke, dass andere, die sich mit ihrem Thema befassen, eines Tages auf ihre
Dissertation stoßen werden. Wie im weiteren Gesprächsverlauf klar wird, ist es Agnes wichtig, nicht spurlos
von der Welt zu verschwinden. Auch erfahren wir von ihrer problematischen Beziehung zu ihrem Vater und
davon, dass E. früher versucht hat, einen Roman zu schreiben. (7) E. erzählt, dass er sich wieder besser auf seine
Arbeit konzentrieren kann, seit er Agnes kennt. Nun befindet er sich im Zug nach New York, weil er auf Bücher
von dort angewiesen ist. In diesem Zug sitzt er neben einer überaus dicken Frau, die gemäß seiner Beschreibung
(„[sie] roch nach altem saurem Schweiß. Ihr weiches Fleisch quoll über die Armlehne zwischen uns“) widerlich
anmutet. Sie liest ein Buch mit dem Titel What Good Girls Don‘t Do - offensichtlich eine Anleitung zu
schmutzigem Sex, was die Szene grotesk wirken lässt. Wenngleich das Kapitel die Handlung nicht vorantreibt,
hat es Verweischarakter: Zum einen steht die Aussage „es war mir nicht möglich, ihrer Berührung
auszuweichen“ für generelle Berührungsängste des Erzählers, der darauf bedacht ist, Distanz zu wahren und
anonym zu bleiben. Zum anderen thematisiert das Kapitel die Liebe zwischen zwei Unbekannten, vergleichbar
mit der Geschichte von Herbert und der Frau (3). (8) E. kommt aus New York zurück und betritt erstmals
Agnes‘ Wohnung, die auf ihn unbelebt wirkt. In diesem Kapitel finden sich zahlreiche intertextuelle Bezüge.
Dies bedeutet, dass konkrete Bezüge zu anderen literarischen Texten oder Kunstformen auftauchen. Besonders



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Livre connecté
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Peter Stamm, Braun, Michael Agnes
Éditeur: Inconnu ISBN: 9783104026015 Édition: Inconnu

Infos sur le Document

Cours
Gymnasium
Année scolaire
1
Livre entier ?
Oui
Publié le
29 octobre 2024
Fichier mis à jour le
15 août 2026
Nombre de pages
16
Écrit en
2021/2022
Type
Resume
$5.77

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