Themen:
- Reflexe (mono-/polysynaptische, Eigen-/Fremdreflex, Reizreaktionsschema, Interneuronen)
- Proximate/ ultimate Ursachen
- Endogene/ exogene Faktoren
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Fitness (indirekte/ direkte/ gesamt)
- Selektionsvorteile
- Konditionierung (klassisch/ operante)
- Lerndisposition
1 Reflexe
Eine automatisch und schnell ablaufende Reaktion, sie ist unwillkürlich (unbewusst) gesteuert.
Die Steuerung unterliegt dem Nervensystem. Das Ziel ist meistens der Schutz eines Organismus
(Überleben).
„Ein Reflex ist eine unwillkürlich ablaufende Reaktion eines Organismus aus einen Reiz aus der
Umwelt. Die Reflexreaktion wird dabei vom Nervensystem gesteuert.“
1.1 mono-/ polysynaptische Reflexe
monosynaptischer Reflex (Eigenreflex); Beispiel Kniesehnenreflex
- Das sensorische Neuron (Nervenzelle, die Reiz empfängt) leitet den Reiz ans Rückenmark. Hier
erfolgt seine Übertragung auf das Motoneuron und daraufhin die Muskelreaktion.
- Reiz: Ein Schlag wird auf die Kniesehne unterhalb der Kniescheibe
ausgeführt. Dabei wird der Unterschenkelstrecker-Muskel ruckartig
gedehnt.
(Ein Rezeptor/ eine Sineszelle nimmt einen Reiz (physikalisch oder chemisch) wahr. )
- Rezeptor: Durch diese Muskeldehnung wird die Muskelspindel erregt. Eine
Muskelspindel ist eine Nervenendigung die durch den Dehnreiz
aktiviert wird.
(Der Rezeptor wandelt den Reiz in ein elektrisches Signal (Erregung) um.)
- Afferente Bahn: Nun wird die Erregung über die sensibel Faser ins
Rückenmark abgeleitet.
(Eine sensorische Nervenfaser leitet das Signal in das Rückenmark)
- Verrechnung im ZNS: Im Rückenmark (graue Substanz) wird die Erregung
über nur eine Synapse auf die efferente Bahn
(Motoneuron) übertragen.
(Das Rückenmark bildet das Reflexzentrum, in dem die Verarbeitung des elektrischen Signals,
also die Verschaltung der Nervenzellen (Neuronen) über sogenannte Interneuronen stattfindet.)
- Efferente Bahn: Das Motoneuron leitet die Erregung wieder zum Muskel zurück.
( Eine motorische Nervenfaser (Motoneuron) leitet das Signal vom Rückenmark zum
Erfolgsorgan (Effektor).)
- Effektor: Die motorische Endplatte (Neuromuskuläre Synapse) erregt den
Unterschenkelstreckermuskel.
- Reaktion: Der Muskel zieht sich zusammen. Diese Kontraktion führt zu
einem „Vorschnellen“ des Unterschenkels
(Der Effektor führt aufgrund der Erregung eine Reaktion aus, wodurch der Reflex entsteht.)
, 1.2 polysynaptischer Reflex
- Bei polysynaptischen Reflexen oder auch Fremdreflexen liegen Rezeptor und Effektor in
getrennten Organen.
- Der Reflexbogen erfolgt über mehrere Synapsen
-
Merkmal Monosynaptischer Reflex Polysynaptischer Reflex
Ablauf als Eigenreflex Fremdreflex
Anzahl der Organe Eine Synapse (zwei Neuronen) Mehrere Synapsen (drei oder
mehr)
Rezeptor Sinneszelle Meistens Muskelspindel Häufig Hautsinneszelle (Druck-
oder Schmerzrezeptor)
Reflexantwort Meist Streckmuskel Meist Beugermuskel
Ermüdbarkeit Sehr gering ausgeprägter
Beispiele:
https://www.bionity.com/de/lexikon/Fremdreflex.html#:~:text=Ein%20Fremdreflex%2C%20auch%20p
olysynaptischer%20Reflex,der%20Name%20polysynaptischer%20Reflex%20kommt
1.3 Eigen-/ Fremdreflexe
Eigenreflexe: sind Reflexe, die einen Effekt in demselben Organ hervorrufen, das zuvor gereizt
worden ist .
Fremdreflexe: sind Reflexe, bei denen die Reizantwort nicht im reizwahrnehmenden Organ
erfolgt. Der Reflexbogen erfolgt hierbei über mehrere Synapsen.
1.4 Reizreaktionsschema
Reiz 🡪 Rezeptor 🡪 Afferente/ sensorische Nervenzelle 🡪 ZNS 🡪 efferente/ motorische
Nervenzelle🡪 Effektor 🡪 Reaktion