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Exam (elaborations)

Biogeographie Klausurfragen mit Lösungen

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Sammlung von Klausurfragen mit Lösungen zu Biogeographie, KIT, 5. Semester, Bachelor, Allgemeine Biologie

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Klausurfragen Biogeographie

1. Warum haben kleine Arten große und kleine Areale, und große Arten nur große
Areale?

Geringe Populationsgröße (Individuenzahl) = hohes Aussterberisiko -> Populationsdichte verhält
sich invers zur Körpergröße (-> d.h. wenn Populationsdichte sich verdoppeln würde bei festem
Areal, müsste sich die Körpergröße halbieren) -> größere Arten brauchen daher mehr Fläche um
eine lebensfähige Population zu erhalten (bei gleicher Körpergröße erreichen Arten mit größeren
Arealen oft höhere Populationsdichten) -> Arten sterben leichter aus, wenn Areal unter eine
bestimmte Größe sinkt, große Arten sind bei einer noch größeren Fläche betroffen als kleine (->
zB. Aussterben der pleistozänen Megafauna durch Klimawandel + Bejagung)

= Große Arten brauchen wegen ihrer Körpergröße ein größeres Areal. Ist bzw. soll dann auch
noch die Populationsdichte hoch sein, damit das Überleben und die Ausbreitung gesichert ist,
vergrößert es sich nochmals. Außerdem spielt die Nahrungssuche auch eine Rolle.

ODER

Vorhandensein von Ressourcen in größeren Arealen für größere Arten höher als in kleinen
Arealen. Bei zu kleinen Arten ist das Aussterberisiko von großen Arten höher als bei kleinen
Arten, da größere einen höheren Ressourcenverbrauch haben. Generalistische Arten mit einer
breiten Nische besitzen damit große Areale -> eigene Mobilität größerer Arten ->
Ausbreitungsvermögen hängt von der Größe der Organismen ab.

Geringe Populationsdichte führt dazu, dass man mehr Fläche braucht zum Überleben.

2. Definiere die Aussterbeschuld. Nenne die Gründe dafür.

= Anzahl der Arten die (noch) an einem Ort leben aber nicht (mehr) hinpassen.

Oder

= Die zu erwartende Zahl zukünftig aussterbender Arten durch Ereignisse in der Vergangenheit ->
Differenz zw. Beobachteter Artenzahl (noch vorhandener Arten) und der zu erwartenden
Artenzahl = Aussterbeschuld

Gründe :

1) Individuen überdauern in hartnäckigen Life-Cycle-Stadien -> Art hartnäckig, werden alt

2) Zu erwartendes, zufälliges Aussterben geschrumpfter Populationen lässt auf sich warten.

3. Nennen Sie einen möglichen Grund für die Verzwergung von Inselarten.

= Verkleinerung ursprünglicher Organismen wie Mammuts, Elefanten im Zuge der Inselevolution

-> Folge von Ecological Release

1) Sicherstellung tragfähiger Populationen (tragfähiger Populationsgröße), kleines mögliches
Areal führt zu geringer Körpergröße um eine überlebensfähige Minimum-Populationsgröße
zu erhalten

, 3. Was ist dark diversity?

= Die Anzahl der Arten, die an einem Ort leben könnten, es aber nicht tun, weil sie nicht
hinkamen.

➔ Originaldefinition geht von regionalem Bezug aus, also: Anzahl der Arten aus dem regionalen
Artenpool, die nicht an einem (eigentlich geeignetem) Ort leben/wachsen. Jedenfalls das
Gegenteil von Aussterbeschuld.

4. Nennen sie einen Grund dafür, dass Gelegegrößen von Vögeln in Richtungen
niederer Breiten im Mittel sinken und Pflanzensamen im Mittel an Gewicht
zulegen.

= niedere Breiten = günstigere Klimate

In hohen Breiten, also ungünstige Klimate Investition in hohe Zahl von Nachkommen -> größere
Gelegegröße/Anzahl der Samen nimmt zu + Samengröße ab (-> vlt um hohe Verluste ausgleichen
zu können )-> für hohe Breiten R-Strategie, um vorhandene Lebensraumkapazitäten möglichst
schnell auszunutzen -> kann bei stärker schwankenden Umweltbedingungen Vorteil sein

In niederen Breiten, günstigere Klimate -> Umweltbedingung konstanter -> K-Strategie setzt sich
bei hoher Lebensraumkonstanz durch -> größere Samen + dafür weniger/ geringere
Gelegegrößer, da die Nachkommen chancenreicher sind (und hier keine hohen Verluste
ausgeglichen werden müssen)

5. Warum pendelt sich die Artenzahl von Inseln nach Vertilgung der kompletten
Fauna wieder auf den Ursprungslevel ein? Welche Prozesse wurden zur Erklärung
herangezogen?

= Inseln streben dem Ursprungszustand wieder zu -> Zsmspiel von Flächengröße und Isolation

Gleichgewichtsmodell von Mac Arthur & Wilson liefert Erklärung:

Einwanderungs- und Aussterberate bestimmen zsm die Anzahl vorhandener Arten (=Artenzahl) =
Punkt S -> hier halten sich die Raten die Waage: aber Fließgleichgewicht, d.h. turnover Rate
(Arten können dazu kommen und andere Arten wegfallen)

Je kleiner die Insel, desto größer ist die Aussterberate und je entfernter die Insel desto weniger
Zuwanderung. Daraus ergibt sich, dass die Aussterberate in Abhängigkeit von der Inselgröße ist
und die Zuwanderungsrate abhängig von der Entfernung zum Quellgebiet.

Das heißt je nach Fläche der Insel und Entfernung zum Quellgebiet, gibt es die jeweilig passende
Zuwanderungs- und Aussterberate -> führt über Zeit dazu dass das Ursprungslevel wieder
eingestellt wird, da die Einwanderungsrate den Punkt P (= Anzahl der Arten im Ursprungsgebiet)
nie übersteigen kann.

Modell liegen viele Vereinfachungen zu Grunde -> im Prinzip gültig, aber Vorsicht im Einzelfall ->
In Realität findet man Muster wieder: pos. Zsmhang zwischen Artenzahl und Fläche (Artenzahl

Document information

Study
Uploaded on
March 1, 2023
Number of pages
10
Written in
2021/2022
Type
Exam (elaborations)
Contains
Questions & answers
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