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Tutorium und Beisielklausuren Didaktik

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Tutorien und Beispielklausuren mit Antworten von 2017, 2019

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Aufgaben zum 1. Tutorium (24.04.2019)
1. Zu welchen Fragen liefert Didaktik als Theorie des Lehrens und Lernens Hinweise,
Erklärungen oder Zusammenhänge? Formulieren Sie sechs vollständige Fragesätze.
→ In der Klausur kommen diese Fragen manchmal, Fragesätze BILDEN + Antwort erklären
 „Die Didaktik ist die Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens. […] Sie soll Lehrende und Lernende beim
Lehren und Lernen unterstützen.“ (Jank & Hilbert, 2019, 14-15)

Die Didaktik kümmert sich um die Frage, Wer, was von wem, wann, wo, wie womit und wozu lernen soll.
• Wer soll lernen? Alle, Jeder soll lernen!! Die Didaktik bezieht sich nicht nur auf schulischen Unterricht,
sondern auf jegliche Form der bewussten Beeinflussung der Lern- und Entwicklungsprozesse von Säuglingen,
Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren. These: Der Mensch muss lernen, weil er sonst nicht
überleben könnte. Die Gesellschaft als Ganzes muss ebenfalls weiterlernen, weil sie sonst zugrunde ginge...
• Was soll gelernt werden? Fachlicher Inhalt! Aber es gibt auch einen Erziehungsauftrag der Schule! Frage nach
den lern- bzw. Lehrinhalten. Zuständige Erziehungswissenschaftliche Teildisziplin ist die Lehrplan- und
Curriculumtheorie.
• Von wem soll gelernt werden? Von allen! Frage nach der Lehrperson, Lehrer(innen), Eltern, Meister, Pastoren,
Gewerkschaftsfunktionäre und so viele andere von denen man etwas lernen kann.
• Wann wird gelernt? Oder Wann soll gelernt werden? Zu welcher Uhrzeit, in welchem Lebensabschnitt? Das
Wann ist eine Immer wieder neu zu beantwortende Zentraler Frage der Didaktik. Lebensabschnitt?
Entwicklungspsychologisch gibt es eine ganze Reihe von Gesetzmäßigkeiten der geistigen und körperlichen
Entwicklung von Menschen, die nachgewiesen wurden, und so bei der Planung von Unterricht berücksichtigt
werden. Lerntheoretisch, Wie kann kognitives wissen in sich aufgenommen und welche Formen der
Repräsentation von Wissen und Können dabei entstehen. Curriculare Betrachtungsweise, hier wird die
Reihenfolge bestimmter Inhalte genauer betrachtet, lernen von nah zu fern, vom einfachen zum komplexen, vom
vertrauten zum fremden…
• Mit wem soll gelernt werden? Wer soll mit wem lernen? Schnelle Antwort mit den Mitschülern. Frage hier:
Wie heterogen oder homogen soll eine Klasse sein? Leistungsheterogene (=leistungsunterschiedliche) oder
Leistungshomogene (=Leistungsgleiche) Klassen? Deutsche Tradition der frühen Leistungsselektion, homogene
Klassen (Schüler gleicher oder ähnlicher Leistungsfähigkeit) Gleichaltrige Schulklassen oder besser
unterschiedlichen Alters.
• Wo soll gelernt werden? Wo wird gelernt? Überall!! Klassenraum, Computerraum… Überall dort wo es etwas
zu lernen gibt. In Klassenräumen, Lernwerkstätten, im Praktikum und auf Exkursionen, im Internet und im
Intranet, in der Fremde und zu Hause.
• Wie soll gelernt werden? Wie motiviert man die Schüler? Wie kommt man an sie ran? Frage nach den Lehr/
Lern- oder Unterrichtsmethoden. Viele Methoden sind uralt: der Lehrervortrag, das Auswendiglernen im Chor,
das Abschreiben von der Tafel, das Geschichtenerzählen. Später kamen Projekt- und Freiarbeit, Rollenspiel,
Planspiel, Arbeit in Zukunftswerkstätten… Es kommen ständig neue Methoden dazu. Heute sind es
Praxisorientierte und Praxisnahe Methoden, die bei den Schülern Interesse wecken sollen.
• Womit soll gelernt werden? Womit kann man den Unterricht gestalten? Materialien aller Art! Lernmedien, ab
wann Computer einsetzten? Overheadprojektor, Bücher…
• Wozu soll gelernt werden? Wozu soll dieses Thema gelernt werden? Antwort wird in DAMIT Sätzen
beantwortet. …wird gelernt, damit…! Um später etwas eigenständig umzusetzen. Schüler sollen lernen, um sich
später eigenständig & autonom in der Gesellschaft zu bewegen.

Fazit: Die neun W-Fragen sind einfach zu stellen, aber kompliziert zu beantworten, Sie sind in sich sehr vielschichtig,
und können nur Seite an Seite mit allen W-Fragen beantwortet werden. Lehrende benötigen gerade deshalb eine
akademische Ausbildung in Didaktik, Lerntheorie und Schulpädagogik, die Sie befähigt sich ein Leben lang
weiterzuentwickeln und immer neue Didaktische wissenschaftliche Antworten aufzugreifen. Deshalb ist die Didaktik
als seriöse Wissenschaft zu betreiben.




1

,2. Was kann man mit Theoriewissen anfangen? Nennen Sie zwei Nutzen oder Funktionen
oder Einsatzmöglichkeiten von Theoriewissen und beschreiben Sie diese jeweils anhand
eines Beispiels.
Theoriewissen ist ein empirisch gehaltvoller Entwurf von Wirklichkeit, den sich Menschen ausgedacht haben, um die
Welt zu deuten, um empirische Gesetzmäßigkeiten nachzuspüren und um neue Handlungsperspektiven zu entwickeln

Theoriewissen…
• …liefert sprachliche Kategorien (Fachbegriffe),
Erst muss sprachliches Wissen geschaffen werden, um so ein Thema auf Fachlicher Ebene vertiefen zu
können.
Bsp. Beim Blutabnehmen: Blutgerinnung etc.
Bsp. Internet: Cookies, Browser…
Bsp. Köche: „Mise en Place“, die Vorbereitung oder „Mirepoix“ ist eine vorgeschnittenes
Röstgemüsemischung aus Wurzelgemüsen für Soßen und Suppen etc.
• …strukturiert und dimensioniert den Gegenstand der Betrachtung (Beziehung zw. Themen),
Schafft Beziehungen zwischen den einzelnen Themen.
Bsp. Blutabnehmen: Wann kann eine Infektion auftreten beim Blutabnehmen.
Bsp. Internet: Beziehungen zwischen Social Media und Datenschutz, Privatsphäre Einstellungen bei Facebook
vornehmen
Bsp. Köche: Warum gerinnt eine Mayonnaise? Wie verbindet sich der Kuchenteig? Zusammenhang von
Emulsionen verschiedener Produkte der Küche
• …gibt Hinweise zu Handlungsalternativen in der Praxis
Bsp. Köche: Was macht man, wenn eine Mayonnaise gerinnt? Welche Möglichkeiten gibt es hier?


3. Geben Sie jeweils drei stichwortartige Beispiele für didaktisches Theoriewissen und drei
stichwortartige Beispiele für darauf (auf das Theoriewissen) bezogenes Praxiswissen.
➢ Theorie- und Praxiswissen beziehen sich auf denselben Gegenstand der Betrachtung
➢ Realität & aus unterschiedlichen Perspektiven. Es gibt verschiedene Didaktische Theorien, aber
Simulation in der Praxis nutzt man oft Erfahrungen.
➢ Lernen aus • Theoriewissen
Fehlern Der Theoretiker nutzt seine theoretischen Einsichten bzw. einen Entwurf der
➢ Motivation Wirklichkeit.
➢ Vermeidung Bsp. Computer: Theoriewissen in Form von Fachbegriffen, Handlungsalternativen
Trägen Wissens und Programmiersprachen
• Praxiswissen
Der Praktiker nutzt sein Praxiswissen bestehend aus Bildern, Vorstellungen,
Routinen und Erlebnissen. Wird durch Erfahrungen geprägt.
Bsp. Computer: Jeder hat schon mal gegoogelt, Social Media genutzt etc.

Beispiele:
(1) Theoriewissen: Zutaten für die Herstellung einer Mayonnaise kennen, Temperaturen und Theoretische
Herstellung. Das darauffolgende Praxiswissen wäre, die tatsächliche Herstellung, dass einem nach 10 Minuten
dauerhaftem schlagen mit dem Schneebesen die Hand weh tut, was man tut, wenn man zu langsam ist beim
Aufschlagen und die Mayonnaise droht zu gerinnen.
(2) Theoriewissen: Aufbau von Fischen, wie viele Filets es gibt, wo die Knochen entlanglaufen. Praxiswissen wird
beim Filetieren gebraucht, wie tatsächlich so ein Fisch filetiert wird, wie weich das Fleisch ist. Wie man einen
richtigen Schnitt setzt, um so wenig wie möglich Fleisch am Fisch zu lassen und schöne Filets zu bekommen.
(3) Theoretisches Wissen über die Herstellung eines Teiges: Mengen, Zutaten, Reihenfolge usw. Praxiswissen zeigt
sich hier z. B. was passiert, wenn die Zutaten verschiedene Temperaturen haben und der Teig sich nicht richtig
verbinden will, langsam schlagen und neue Butter - Ei Verbindung herstellen.




2

, 4. Was wird in der Strukturanalyse des Unterrichts von Heimann, Otto und Schulz unter der
Interdependenzthese verstanden? Geben Sie zwei Beispiele für solche Interdependenzen.
→ Falls solch eine Frage in der Klausur kommt wird in der Regel die Abbildung angegeben
Dient dazu, die Entscheidungen der Strukturanalyse wissenschaftlich zu durchleuchten. Die Idee und Zweck dahinter:
Man soll den Knochenbau einer Unterrichtsstunde ermitteln. Diese `zeitlose, formale Struktur` kann so zur Analyse
eines Unterrichtes verwendet und zur Vorbereitung von neuem Unterricht genutzt werden.
Interdependenztheorie (Interdependenz = gegenseitig abhängig)
Alle sechs Faktoren beziehen sich aufeinander, es herrscht strenge
Interdependenz. Jeder Punkt muss mit Blick auf den anderen
betrachtet werden, in der Abbildung wird dies durch Pfeile
ausgedrückt. Hier wird die Unterrichtsplanung als System
zusammengehöriger Entscheidungen gesehen, wenn ich eine
Entscheidung für ein Feld getroffen habe, muss ich alle
Entscheidungen der anderen Felder durchdenken, ob diese im
Zusammenspiel passen.
Entscheidungsfaktoren:
1) Intentionalität, Ziele, Absichten, Welches Ziel verfolge Ich?
Was möchte ich vermitteln? Wie passen diese Ziele auf aller
Voraussetzungen? Sind diese Ziele denkbar oder müssen
Voraussetzungen verändert werden?
Der Unterrichtende versucht Lernprozesse anzuregen. Gelingt dies?
2) Thematik, Lernfeld? Was bringe ich bei?
3) Methodik, Wie mache ich das? Welche Methode nutze ich?
4) Medienwahl Womit? Mit welchen Medien will ich arbeiten
Bedingungsfaktoren:
5) Anthropogene Voraussetzungen, (Anthropogene = der Menschengattung angeborene) diese bringen Lehrer und
Schüler schon mit, diese können so gut wie gar nicht verändert werden (Bsp. Schüler sind im best. Alter in der
Pubertät) Alles auf die Lernkapazität der Schüler passend? (Lernpsychologisch) & Auf Altersstufenmentalität?
(Entwicklungspsychologisch)
6) Sozialkulturelle Voraussetzungen, vom gesellschaftlichen Wandel abhängig, Bsp. Mädchen und Jungen verhalten
sich `Geschlechtertypisch`, Klassenklima, Situation des Umfeldes…
Beispiel:
Intentionalität, Mein Ziel Sozialkompetenz erhöhen
Thematik, Lernfeld ist hier breit gefächert, Bsp. Postenverteilung in der Küche
Methode: Gruppenarbeit, Zusammenarbeit der Schüler, (Einzelarbeit wäre hier falsch)
Medienwahl: Gruppenaufgabe in Form eines Arbeitsblattes
Oder Beispiel Koch
Intentionalität: stärkeres Verständnis zwischen Theorie und Praxis herstellen, Sozialkompetenzen erhöhen, bessere
Zusammenarbeit der Schüler fördern
Thematik, Lernfeld: Soßen herstellen, kalte Grundsoßen und Ihre Ableitungen, Mayonnaise Herstellung und die
Theorie der Emulsion (Verbindung von Öl und Wasser)
Methodik: Gruppenarbeit, Plakate entwerfen, Referate der Schüler: in Gruppen sollen Mayonnaise und dann
verschiedene Ableitungen hergestellt werden, Bsp. Sauce Remoulade, Sauce Tartar etc. Dann solle diese den anderen
Gruppen im Referat präsentiert und mit genauer Darlegung der Herstellung auf einem Plakat und der fertigen Soße
angeboten werden.
Medien: Aufgabenzettel mit verschiedenen Rezepturen der Soßen, spätere Präsentation der Schüler auf Plakaten,
Internet zur Recherche, Schulküche
Anthropogene Voraussetzungen: Schüler sind alle Kochlehrlinge, Alter durchschnittlich von 16 – 22,
Konkurrenzdenken oder Konkurrenzkampf der heranwachsenden muss bedacht werden
Sozialkulturelle Voraussetzungen: Klassensituation der Schüler, ca. 2. Lehrjahr, Berufsschule, Voraussetzung
Kochschule mit Kochküchen




3

Documentinformatie

Studie
Geüpload op
30 november 2022
Aantal pagina's
20
Geschreven in
2019/2020
Type
Tentamen (uitwerkingen)
Bevat
Vragen en antwoorden
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