2020-2021 Deutsche Kultur: Landeskunde
Landeskunde
Deutschland
- Symbole: Brandenburger Tor, Berliner Mauer
- Berühmte: Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Martin Luther
- Musik: Beethoven, Rammstein
- Eigenschaftswörter: gründlich, organisiert, groß, pünktlich
- Werte: Familien, Religion, Traditionen, Hierarchie (im politischen Sinne), Fleisch, ‚das heilige Blech‘ (Autos),
Mobilität, Freiheit
Österreich
- Symbole: Schloss Schönbrunn, Peterskirche
- Berühmte: Gustav Klimt
- Musik: Edelweiß
- Eigenschaftswörter: kalt, traditionell, touristisch
Symbolstatus ist etwas anderes wie Kultstatus (Kultstatus ist z.B. Woodstock)
Kultur
- Ausdruck von Kunst
- Das Umgehen mit anderen Menschen
- Das, was Menschen produzieren (Architektur, Kunst)
- Relevanz Beschäftigung mit Kultur für ihr Studium
o Kulturelle Referenzen in Texten
o Man muss wissen, wie man die Kultur nähern soll
o Interkulturelle Kompetenz
Kulturbegriff in historischer Perspektive
- Etymologisch: Lat. cultura 🡪 ‚Pflege, Landbau‘
o Lat. colui (< colere) 🡪 pflegen, bebauen, bestellen – anbeten
o Pendant: Zivilisation
- Teil des europäischen Machtdiskurses (Frankreich – Deutschland)
o F, 16. Jh.: Pflege 🡪 Innere Natur des Menschen & Verbesserung der Sitten (civilité)
o 18. Jh.: geschichtsphilosophische Bedeutung; historische Entwicklung der Menschheit
Schlüsselbegriff in den Geisteswissenschaften
- Zentraler Stellenwert
- Traditionelle Definitionen: normativer >< holistischer1 Kulturbegriff
o Bildungsbürgertum2 >< Kulturanthropologie
- Heute: Kontingenzbewusstsein & Selbstreflexion
o Kontingenz: bezeichnet die prinzipielle Offenheit und Ungewissheit menschlicher
Lebenserfahrungen
o Transdiziplinäre Paradigmen
o "Phänomen eigenen Rechts"
1
Kan niet worden verklaard door som van componenten te nemen
2
Als Bildungsbürgertum oder Bildungsbürger wird eine einflussreiche Gesellschaftsschicht bezeichnet (Bildungsschicht,
heute auch Bildungselite), die humanistische Bildung, Literatur, Wissenschaft und Engagement in Staat und Gemeinwesen
für sehr wichtig erachtet und pflegt.
1
, 2020-2021 Deutsche Kultur: Landeskunde
Bildungsbürgertum
- Entschiedenes Merkmal (auch in der Eigenwahrnehmung): Umgang mit Kultur
- Bildung orientiert an spezifischen Kanons (vom Bbt. geprägt und rezipiert)
- Kanons: in Literatur über Musik, Film
- Prägende Moment des Milieus: Gesellschaftlicher Austausch in Theatern, Opernhäusern oder Museen
in Großstädten
- Neben politischen Führungsfiguren v. a. Bbt., das sich ab dem 18. u. 19. Jh. für den Bau von
Kulturbauten einsetzte
o Oft tempelartige Bauwerke als erweiterte öffentliche Salons des sozialen und politischen Lebens:
Museuminsel in Berlin (1830), Wiener Staatsoper (1869), Städelsche Kunstinstitut (1833) in
Frankfurt/Main
Kulturanthropologie
- Menschen-/Völkerkunde
- Holistischer Kulturbegriff: für heutiges bedeutungsorientiertes Kulturverständnis moderner
Kulturtheorien zu einfach/vereinfachend.
Klaus P. Hansen: vier Bedeutungen
1) Herr Maier geht dauernd in die Oper oder ins Theater.
= Kultur als das, was im Feuilleton einer anspruchsvollen Zeitung steht: umfasst Oper, Theater,
Literatur, bildende Kunst, Film, Architektur, Kunsthandwerk; Produckte menschlicher, kreativer,
geistiger, künstlerischer Tätigkeit/Leistung/Arbeit
Nicht jeder, kann dieser Arbeit verrichten; auf besondere Weise begabte Menschen
Nicht nur Produktion, auch Rezeption erfordert bestimmte Eigenschaften: Kunstsinn,
Sensibilität...
Kulturbetrieb
2) Die Müllers haben keine Kultur. Auf Reisen nehmen sie nicht einmal den Kulturbeutel mit.
= Kultur als bestimmte Lebensart (Humanität: Menschlichkeit, Sensibilität, Toleranz; Bildung,
Geschmack, Manieren, schöngeistige Interessen: Weinkeller, Antiquitäten, die Pferde,
Körperpflege: Körperkultur); savoir vivre, Kultiviertheit; lässt sich nicht käuflich erwerben
bestimmte Geisteshaltung
a. Zivilisation: eine Badewanne besitzen (Materielle/technische Hilfsmittel)
b. Kultur: die Badewanne auch benutzen --> alles, was sich mit Geld nicht kaufen lässt:
geistige Fähigkeiten
3) Frau Schulz reist viel, denn sie interessiert sich für fremde Kulturen.
= Kultur als bestimmter Way of life eines fremden Volkes
Umfassender als 1 und 2: schließt diese mit ein, jedoch nicht wertend; rein beschreibend neutral
Brauchtum, Sitten, Manieren, Religion... --> Eigenarten und Besonderheiten
Subkulturen
Grundlagen des wissenschaftlichen Begriffs "Kultur"
Ethnologie, Anthropologie, Völkerkunde, Landeskunde
4) Der starke Regen vernichtete die meisten der angepflanzten Kulturen.
= Resultat einer anbauenden und pflegerischen Tätigkeiten (Landwirtschaft/Geographie/Medizin),
ohne die Bedingung der Kreativität und Geistigkeit; keine wertende Komponente Monokultur/
Kulturlandschaft
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Landeskunde
Deutschland
- Symbole: Brandenburger Tor, Berliner Mauer
- Berühmte: Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Martin Luther
- Musik: Beethoven, Rammstein
- Eigenschaftswörter: gründlich, organisiert, groß, pünktlich
- Werte: Familien, Religion, Traditionen, Hierarchie (im politischen Sinne), Fleisch, ‚das heilige Blech‘ (Autos),
Mobilität, Freiheit
Österreich
- Symbole: Schloss Schönbrunn, Peterskirche
- Berühmte: Gustav Klimt
- Musik: Edelweiß
- Eigenschaftswörter: kalt, traditionell, touristisch
Symbolstatus ist etwas anderes wie Kultstatus (Kultstatus ist z.B. Woodstock)
Kultur
- Ausdruck von Kunst
- Das Umgehen mit anderen Menschen
- Das, was Menschen produzieren (Architektur, Kunst)
- Relevanz Beschäftigung mit Kultur für ihr Studium
o Kulturelle Referenzen in Texten
o Man muss wissen, wie man die Kultur nähern soll
o Interkulturelle Kompetenz
Kulturbegriff in historischer Perspektive
- Etymologisch: Lat. cultura 🡪 ‚Pflege, Landbau‘
o Lat. colui (< colere) 🡪 pflegen, bebauen, bestellen – anbeten
o Pendant: Zivilisation
- Teil des europäischen Machtdiskurses (Frankreich – Deutschland)
o F, 16. Jh.: Pflege 🡪 Innere Natur des Menschen & Verbesserung der Sitten (civilité)
o 18. Jh.: geschichtsphilosophische Bedeutung; historische Entwicklung der Menschheit
Schlüsselbegriff in den Geisteswissenschaften
- Zentraler Stellenwert
- Traditionelle Definitionen: normativer >< holistischer1 Kulturbegriff
o Bildungsbürgertum2 >< Kulturanthropologie
- Heute: Kontingenzbewusstsein & Selbstreflexion
o Kontingenz: bezeichnet die prinzipielle Offenheit und Ungewissheit menschlicher
Lebenserfahrungen
o Transdiziplinäre Paradigmen
o "Phänomen eigenen Rechts"
1
Kan niet worden verklaard door som van componenten te nemen
2
Als Bildungsbürgertum oder Bildungsbürger wird eine einflussreiche Gesellschaftsschicht bezeichnet (Bildungsschicht,
heute auch Bildungselite), die humanistische Bildung, Literatur, Wissenschaft und Engagement in Staat und Gemeinwesen
für sehr wichtig erachtet und pflegt.
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, 2020-2021 Deutsche Kultur: Landeskunde
Bildungsbürgertum
- Entschiedenes Merkmal (auch in der Eigenwahrnehmung): Umgang mit Kultur
- Bildung orientiert an spezifischen Kanons (vom Bbt. geprägt und rezipiert)
- Kanons: in Literatur über Musik, Film
- Prägende Moment des Milieus: Gesellschaftlicher Austausch in Theatern, Opernhäusern oder Museen
in Großstädten
- Neben politischen Führungsfiguren v. a. Bbt., das sich ab dem 18. u. 19. Jh. für den Bau von
Kulturbauten einsetzte
o Oft tempelartige Bauwerke als erweiterte öffentliche Salons des sozialen und politischen Lebens:
Museuminsel in Berlin (1830), Wiener Staatsoper (1869), Städelsche Kunstinstitut (1833) in
Frankfurt/Main
Kulturanthropologie
- Menschen-/Völkerkunde
- Holistischer Kulturbegriff: für heutiges bedeutungsorientiertes Kulturverständnis moderner
Kulturtheorien zu einfach/vereinfachend.
Klaus P. Hansen: vier Bedeutungen
1) Herr Maier geht dauernd in die Oper oder ins Theater.
= Kultur als das, was im Feuilleton einer anspruchsvollen Zeitung steht: umfasst Oper, Theater,
Literatur, bildende Kunst, Film, Architektur, Kunsthandwerk; Produckte menschlicher, kreativer,
geistiger, künstlerischer Tätigkeit/Leistung/Arbeit
Nicht jeder, kann dieser Arbeit verrichten; auf besondere Weise begabte Menschen
Nicht nur Produktion, auch Rezeption erfordert bestimmte Eigenschaften: Kunstsinn,
Sensibilität...
Kulturbetrieb
2) Die Müllers haben keine Kultur. Auf Reisen nehmen sie nicht einmal den Kulturbeutel mit.
= Kultur als bestimmte Lebensart (Humanität: Menschlichkeit, Sensibilität, Toleranz; Bildung,
Geschmack, Manieren, schöngeistige Interessen: Weinkeller, Antiquitäten, die Pferde,
Körperpflege: Körperkultur); savoir vivre, Kultiviertheit; lässt sich nicht käuflich erwerben
bestimmte Geisteshaltung
a. Zivilisation: eine Badewanne besitzen (Materielle/technische Hilfsmittel)
b. Kultur: die Badewanne auch benutzen --> alles, was sich mit Geld nicht kaufen lässt:
geistige Fähigkeiten
3) Frau Schulz reist viel, denn sie interessiert sich für fremde Kulturen.
= Kultur als bestimmter Way of life eines fremden Volkes
Umfassender als 1 und 2: schließt diese mit ein, jedoch nicht wertend; rein beschreibend neutral
Brauchtum, Sitten, Manieren, Religion... --> Eigenarten und Besonderheiten
Subkulturen
Grundlagen des wissenschaftlichen Begriffs "Kultur"
Ethnologie, Anthropologie, Völkerkunde, Landeskunde
4) Der starke Regen vernichtete die meisten der angepflanzten Kulturen.
= Resultat einer anbauenden und pflegerischen Tätigkeiten (Landwirtschaft/Geographie/Medizin),
ohne die Bedingung der Kreativität und Geistigkeit; keine wertende Komponente Monokultur/
Kulturlandschaft
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