GUK – Verbandslehre
Verbandsmaterialen anhand ihrer Beschaffenheit und
Anwendungsmöglichkeiten unterscheiden können
Mullkompressen
Mull = mehrlagiges Gewebe aus Baumwolle (bis zu 32-mal übereinandergelegt),
welches eine feine oder grobe Gitterstruktur aufweist.
saugt Wundexsudat bei Kontakt mit der Wunde auf, die Saugkapazität wird von
der Dicke der Kompresse bestimmt
Beispiel Gazin Mullkompresse
Vorteile:
o hohe Saugkraft, Ableiten von Exsudat
o raue Gitterstruktur hat gute reinigende Wirkung beim
Auswischen/Austupfen von Wunden
Nachteile:
o durch die flächige Exsudataufnahme kann es zu Mazerationen von
Wundrand und umgebender Haut kommen
o häufige Verbandwechsel sind notwendig
o durch Einsprossen von Gitterschlingen bei Entfernen kann frisches
Granulationsgewebe mitgerissen werden – Wunde blutet
o Material zur Fixierung notwendig
Indikationen:
o Primärversorgung von Akutwunden (Blutungen, traumatische Wunden)
o Wundreinigung (Wischen/Tupfen) trocken oder getränkt mit Spüllösungen
(z.B. NaCl 0,9 %, Ringer Lösung) und Reinigung der Wundumgebung
Vliesstoff-Kompressen
Vliesstoffe = gewebte Textilien, die aus Baumwolle, synthetischen Fasern wie
Polyester bestehen und durch Verfestigung von Faservliesen hergestellt werden
Vorteile:
o weich und anschmiegsam, gute Verformbarkeit
o kein Einsprossen von Kapillarschlingen in die in die Wunde, da keine
Gitterstruktur vorhanden
Nachteile
o Häufiger Verbandswechsel
o Material zur Fixierung notwendig
Kombinierte Saugkompressen
Saugkompressen bestehen aus mehreren Materialschichten
Innen: ein hochsaugfähiger Kern aus Zellstoff-Flocken oder Watte umhüllt von
einem Tissue-Zellstoff, der Wundexsudat in den Kern weiterleitet
Hülle: besteht aus einem glatten, wundfreundlichen Vliesstoff
einige Produkte sind auf der Rückseite mit einer feuchtigkeitsabweisenden
Schicht ausgestattet, um ein Durchschlagen zu vermeiden
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sobald die Kompresse durchgeschlagen ist, muss sie gewechselt werden, bei
extrem nässenden Wunden kann das mehrmals täglich notwendig sein
WICHTIG: bei der Anwendung darauf achten, dass die feuchtigkeitsabweisende
Seite der Kompresse nach außen zeigt, die Fixierung erfolgt mit Binden
Beispiel Zetuvit
Vorteile:
o große Saugkapazität
o gute Polstereigenschaften
o weich und gut anschmiegsam an Körperformen
Nachteile:
o schwächer nässende Wunden werden trocken gelegt, Antrocknen der
Kompresse ist möglich
o Fixiermaterial notwendig
Indikationen:
o Standardabdeckung von primären Wundverschlüssen in der
postoperativen Phase
Wundschnellverbände
Wundschnellverbände bestehen aus einem einseitig klebendem Trägermaterial,
auf dessen Klebeseite eine saugende Wundauflage aufgebracht ist
die Wundauflagen können Kompressen aus Mull, Vliesstoff, umhülltem
Verbandzellstoff oder Geweben sein
Wundschnellverbände sind ein zuverlässiger Rundumverschluss der Wunde und
bieten guten Schutz vor eindringendem Schmutz und Bakterien
Beispiel Mepore oder Hansaplast
Vorteile:
o Zeit- und Materialersparnis durch einfaches Aufbringen von
Wundabdeckung und Fixierung in einem Arbeitsgang
o Blutstillung durch leichte Kompression
Nachteile:
o beschränkte Saugkapazität
o lösen sich durch mechanische Beanspruchung oder Nässe leicht ab (z. B.
Finger)
Indikation:
o Erstversorgung kleinerer Wunden
o Abdeckung von Schnitt- und Schürfwunden
o Schutzverband bei Hautkrankheiten
Wundnahtstreifen
Wundnahtpflaster sind mit Polyacrylat-Kleber beschichtete, sterile Pflasterstreifen
aus Kunstfasergewebe
in unterschiedlichen Breiten von 3 mm bis etwa 25 mm
nicht dehnbare Pflaster sorgen für eine sichere, gleichbleibende Adaption der
Wundränder
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