Der zerbrochene Krug – Heinrich von Kleist
Autor:
- zuerst vom optimistischen Glauben der Aufklärung geprägt (Tugend und Vernunft als Grundlage von Glück),
dann tiefgreifende, existenzielle Kant-Krise (Unsicherheit über menschliche Erkenntnisfähigkeit)
- Lachen nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um auf die Unzulänglichkeiten des Menschen bzw. der
gesellschaftlichen Zustände hinzuweisen
- Suizid: „Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war“ (Abschiedsbrief an seine Schwester)
Kurzinhalt: Der Dorfrichter Adam führt unter Beobachtung des Gerichtsrat Walters, der einen überraschenden
Visitationsbesuch durchführt, einen Prozess, in dem es darum geht zu ermitteln, wer den Krug der Frau Marthe Rull in
der Nacht zuvor zertrümmert hat. Im Lauf des Prozesses stellt sich trotz vielseitiger Ablenkungsversuche und Listen
seitens des Dorfrichters, heraus, dass dieser selbst der Täter war.
Figuren:
Dorfrichter Äußeres: kahlköpfig (mit Wunden am Kopf), geschundenes Gesicht, Klumpfuß
Adam Ausgangssituation: Schreiber Licht als Konkurrent und damit Gerichtsprozess als Bewährungsprobe
(v.a. angesichts des strengen Rufs des Gerichtsrats) Abwendung der Entlassung aus dem Amt
durch Abwälzung der Schuld auf andere
Adamsfall: Fall aus Eves Fenster aber auch Anspielung auf Sündenfall seines Ältervaters über
sich selbst gefallen: Anstoß zum Vergehen lag bei ihm selbst aufgrund Triebhaftigkeit und
unkontrollierbarer Genusssucht; Adam= Mensch an sich mit menschlichen Abgründen
Charakter: Skrupellosigkeit, Machtmissbrauch, Gerissenheit, sprachbegabt und fantasievoll;
Genussmensch, intelligent facettenreiche, ambivalente Figur
Prozess: Versuch der Verschleierung seiner Tat durch Lügen, autoritäre Sprache (oft mit
Beleidigungen), Drohungen, Unterbrechungen oder Anschuldigungen Verhinderung von
Kommunikationsprozessen und Verständigung (Sprache dient nicht mehr der Suche nach Wahrheit,
sondern dessen Funktion wird umgekehrt)
Ständige Stimmungswechsel, aberwitzige Ausreden, erkennbares Täterwissen und freudsche
Versprecher Anspielung auf Schuld des Richters
Schreiber Anstreben einer Beförderung und Ehrgeiz Versuch sich dem Gerichtsrat Walter anzudienen,
Licht bedingte Loyalität gegenüber Adam; generell ordentliche Erledigung seiner Aufgaben, scheint
emotionslos
Gerichtsrat Höchstgestellte Figur; Ruf: genau, hochkompetent, streng und unbestechlich Grund für
Walter Amtsträger Schlimmes zu befürchten, aber Verbesserung der Rechtspflege an höchster Stelle;
Schnelles Erkennen des Täters aber will keine Schädigung der Justiz riskieren maßvolles
Vorgehen mit ihm als Untersuchungsrichter; Einhaltung der Rechtsordnung
Frau Marthe lange Rede über Krug als scheinbaren Prozessgegenstand (aber nur nebensächlicher Schadenfall)
Rull Erhaltung des guten Rufs der Familie als Hauptsorge der Mutter; unerschütterlich in ihrer
Meinung mit fester Vorstellung des Tathergangs (Rigorismus) von Vorurteilen geprägt und
schnelle Schuldzuweisung; Zorn und vulgäre Sprache, Verständnislosigkeit für Tochter, Missachtung
der Verhältnismäßigkeit
Eve Rull Zurückhaltend, uneigennützig; Liebe gegenüber Ruprecht als Grund für ihre Handlungen
(Befreiung vom Militärdienst) und Hoffnung auf uneingeschränktes Vertrauen von diesem;
Dilemma zwischen Ehre und Wahrheit (Einschüchterung durch Androhungen und autoritärer
Sprache Adams) Überwindung und Versöhnung mit Ruprecht
Ruprecht Wortkarg und primitive Denkungsart Äußerungen knappt; Kompromisslosigkeit, aufbrausend
Tümpel und energiegeladen; geprägt von Eifersucht enttäuschter und gekränkter Liebhaber: Auflösung
Verlobung, Beschimpfung Eve und Gewalt
Veit Tümpel Vertrauen in Recht und Ordnung: glaubt zwar in Unschuld des Sohnes ist aber auch bereit den Krug
zu ersetzen einfacher Mann mit klaren Entscheidungen
Frau Brigitte Schlüsselinformationen für die Auflösung des Falls aber abwegige Erklärung durch finsteren
Aberglauben (Teufel)
Zerbrochener Der beschädigte Krug symbolisiert die verlorene Unschuld, aber nicht von Eve, sondern die des
Krug Richters
Autor:
- zuerst vom optimistischen Glauben der Aufklärung geprägt (Tugend und Vernunft als Grundlage von Glück),
dann tiefgreifende, existenzielle Kant-Krise (Unsicherheit über menschliche Erkenntnisfähigkeit)
- Lachen nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um auf die Unzulänglichkeiten des Menschen bzw. der
gesellschaftlichen Zustände hinzuweisen
- Suizid: „Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war“ (Abschiedsbrief an seine Schwester)
Kurzinhalt: Der Dorfrichter Adam führt unter Beobachtung des Gerichtsrat Walters, der einen überraschenden
Visitationsbesuch durchführt, einen Prozess, in dem es darum geht zu ermitteln, wer den Krug der Frau Marthe Rull in
der Nacht zuvor zertrümmert hat. Im Lauf des Prozesses stellt sich trotz vielseitiger Ablenkungsversuche und Listen
seitens des Dorfrichters, heraus, dass dieser selbst der Täter war.
Figuren:
Dorfrichter Äußeres: kahlköpfig (mit Wunden am Kopf), geschundenes Gesicht, Klumpfuß
Adam Ausgangssituation: Schreiber Licht als Konkurrent und damit Gerichtsprozess als Bewährungsprobe
(v.a. angesichts des strengen Rufs des Gerichtsrats) Abwendung der Entlassung aus dem Amt
durch Abwälzung der Schuld auf andere
Adamsfall: Fall aus Eves Fenster aber auch Anspielung auf Sündenfall seines Ältervaters über
sich selbst gefallen: Anstoß zum Vergehen lag bei ihm selbst aufgrund Triebhaftigkeit und
unkontrollierbarer Genusssucht; Adam= Mensch an sich mit menschlichen Abgründen
Charakter: Skrupellosigkeit, Machtmissbrauch, Gerissenheit, sprachbegabt und fantasievoll;
Genussmensch, intelligent facettenreiche, ambivalente Figur
Prozess: Versuch der Verschleierung seiner Tat durch Lügen, autoritäre Sprache (oft mit
Beleidigungen), Drohungen, Unterbrechungen oder Anschuldigungen Verhinderung von
Kommunikationsprozessen und Verständigung (Sprache dient nicht mehr der Suche nach Wahrheit,
sondern dessen Funktion wird umgekehrt)
Ständige Stimmungswechsel, aberwitzige Ausreden, erkennbares Täterwissen und freudsche
Versprecher Anspielung auf Schuld des Richters
Schreiber Anstreben einer Beförderung und Ehrgeiz Versuch sich dem Gerichtsrat Walter anzudienen,
Licht bedingte Loyalität gegenüber Adam; generell ordentliche Erledigung seiner Aufgaben, scheint
emotionslos
Gerichtsrat Höchstgestellte Figur; Ruf: genau, hochkompetent, streng und unbestechlich Grund für
Walter Amtsträger Schlimmes zu befürchten, aber Verbesserung der Rechtspflege an höchster Stelle;
Schnelles Erkennen des Täters aber will keine Schädigung der Justiz riskieren maßvolles
Vorgehen mit ihm als Untersuchungsrichter; Einhaltung der Rechtsordnung
Frau Marthe lange Rede über Krug als scheinbaren Prozessgegenstand (aber nur nebensächlicher Schadenfall)
Rull Erhaltung des guten Rufs der Familie als Hauptsorge der Mutter; unerschütterlich in ihrer
Meinung mit fester Vorstellung des Tathergangs (Rigorismus) von Vorurteilen geprägt und
schnelle Schuldzuweisung; Zorn und vulgäre Sprache, Verständnislosigkeit für Tochter, Missachtung
der Verhältnismäßigkeit
Eve Rull Zurückhaltend, uneigennützig; Liebe gegenüber Ruprecht als Grund für ihre Handlungen
(Befreiung vom Militärdienst) und Hoffnung auf uneingeschränktes Vertrauen von diesem;
Dilemma zwischen Ehre und Wahrheit (Einschüchterung durch Androhungen und autoritärer
Sprache Adams) Überwindung und Versöhnung mit Ruprecht
Ruprecht Wortkarg und primitive Denkungsart Äußerungen knappt; Kompromisslosigkeit, aufbrausend
Tümpel und energiegeladen; geprägt von Eifersucht enttäuschter und gekränkter Liebhaber: Auflösung
Verlobung, Beschimpfung Eve und Gewalt
Veit Tümpel Vertrauen in Recht und Ordnung: glaubt zwar in Unschuld des Sohnes ist aber auch bereit den Krug
zu ersetzen einfacher Mann mit klaren Entscheidungen
Frau Brigitte Schlüsselinformationen für die Auflösung des Falls aber abwegige Erklärung durch finsteren
Aberglauben (Teufel)
Zerbrochener Der beschädigte Krug symbolisiert die verlorene Unschuld, aber nicht von Eve, sondern die des
Krug Richters