1914-1917 Isolationismus Politische Neutralität in den Kämpfen europäischer Mächte während des Ersten
Weltkrieges (trotz Versenkung der Lusitania und Erklärung des unbegrenzten U-
Boot-Kriegs), aber wirtschaftliche/ finanzielle Unterstützung der Westmächte
1917-1918 Intervention Eintritt in den ersten Weltkrieg an Seite Frankreichs und Großbritannien; Einsatz
von über 2 Millionen US-Soldaten auf Seite der Westmächte in Europa
1918-1921 Internationalismus Teilnahme von US-Präsident Wilson an der Versailler Friedenskonferenz (14-
Punkte Plan von Wilson) und Einsatz für internationale Kooperation sowie ein
kollektives Sicherheitssystem (Völkerbund)
1921-1937 Isolationismus Ablehnung des Beitritts zum Völkerbund durch Senat und Rückzug aus der
europäischen Politik, allerdings enge wirtschaftliche Verflechtungen mit
europäischen Staaten (Dawes-Plan 1924: Gelder zur Begleichung der
Reparationen, Young-Plan 1929: Reduzierung der deutschen
Zahlungsverpflichtungen und vorzeitige Räumung des Rheinlandes); Ausweitung
der wirtschaftlichen und politischen Einflusssphäre im Pazifikraum
Große Depression und folgende Weltwirtschaftskrise führt zu
protektionistischen Schritten und Fokus auf die Innenpolitik „New Deal“:
Fokus auf Linderung der Not und Schaffung neuer Arbeitsplätze (Franklin D.
Roosevelt)
1937-1945 Intervention Abkehr von der isolationistischen Politik (Quarantäne Rede von Roosevelt);
Trotz Eroberungskriege von Deutschland: zuerst nur „Cash and Carry“ (Verkauf
von Waffen) und „Lend-Lease-Bill“ (Kriegsmaterial ausleihen)
Nach Überfall auf Pearl Harbor (1941): Anti-Kriegsstimmung verfliegt
stattdessen „Remember Pearl Harbor“ als Schlachtruf Kongress bewilligt
Gelder für Aufrüstung und die USA treten dem Zweiten Weltkrieg bei
Atlantikcharta mit Verbündeten mit Festlegung der Kriegsziele
(Wiederherstellung demokratischer Freiheiten, Demilitarisierung, „größeres und
permanentes System allgemeiner Sicherheit“)
Operation Overlord mit D-Day 1944 sowie Luftüberlegenheit besiegelt trotz
Ardennenoffensive deutsche Niederlage
Krimkonferenz (Jalta): Aufteilung in vier Besatzungszonen vereinbart, aber
Kritik wegen Beschwichtigung kommunistischer Aggression
8. Mai 1945: Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches
Potsdamer Konferenz: Entwurf der Nachkriegsordnung (4 Ds) Aufforderung der
japanischen Streitkräfte zur Kapitulation sonst „prompt and utter destruction“
Abwurf von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki
Situation nach dem Zweiten Weltkrieg: größte Militärmacht der Welt (einzige Nation mit nuklearen
Massenvernichtungswaffen); keine Kriegszerstörungen im eigenen Land, d.h. unbeschädigte Industrieanlagen; hohes
Prestige wegen politischer und moralischer Führungsrolle; Stationierung von Truppen in Europa sowie in weiten Teilen
Südostasiens und Europa; stärkste Weltwirtschaftsmacht als einzige Nation wirtschaftlich gestärkt durch den
Zweiten Weltkrieg
Gründung der Vereinten Nationen (UNO) im Jahr 1945:
- Charta der Vereinten Nationen: Verpflichtung aller Mitglieder zur Sicherung des Weltfriedens, zum Schutz der
Menschenrechte, zu Wahrung der Gleichberechtigung aller Völker und zur Verbesserung des Lebensstandards
in der Welt „Realisierung amerikanischer Ideale“
- Übernahme der Führung durch die USA: „Wir haben gelernt, dass wir nicht alleine in Frieden leben können;
dass unser Wohlergehen vom Wohlergehen anderer weit, entfernter Nationen abhängig ist“ (Trumans
Amtsvorgänger Franklin D. Roosevelt)
- Trotz amerikanischem Widerstands Vetorecht für permanente Mitglieder im Sicherheitsrat
, Ziele der USA nach dem Zweiten Weltkrieg:
- Weltweite Durchsetzung von Grundsätzen der amerikanischen Demokratie (Gewaltenteilung,
Volkssouveränität, Schutz der Grundrechte) und freiem Handel Verbreitung der Marktwirtschaft zentral
für politische Stabilität und Frieden (Fortschrittoptimismus)
- Weltpolitischer Anspruch der USA als Führungsmacht des freiheitlich demokratischen Westens (Hegemonie)
nicht nur wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung, sondern beinahe religiöser Glauben an die
eigene Auserwähltheit
- Aufrüstung und Absicherung der inneren Sicherheit Beginn des Wettrüstens zwischen USA (NATO) und
der Sowjetunion (Warschauer Pakt) Abschreckungspolitik („Gleichgewicht des Schreckens“)
- Politik der Eindämmung (Containment-Politik) gegen eine weitere Verbreitung des Kommunismus (Domino-
Theorie: Fall eines Landes in den Kommunismus löst eine Kettenreaktion in den benachbarten Ländern aus)
und zur Schwächung des ideologischen Gegners, der Sowjetunion (UdSSR)
Auseinanderbrechen der Anti-Hitler Koalition:
- Unvereinbare Vorstellungen von der Nachkriegsordnung: Ideale der USA (Demokratie, Marktwirtschaft und
freier Welthandel) sind mit der kommunistischen Diktatur der Sowjetunion nicht vereinbar Containment-
Politik (Politik der Eindämmung)
- Rasche Installierung kommunistischer Regime (Einpartei-Dikaturen, Verstaatlichung der Industriebetriebe,
Kollektivierung der Landwirtschaft, Verfolgung Oppositioneller) in den von der Roten Armee besetzten
Gebieten und Eingliederung der baltischen Staaten Beunruhigung der Regierung unter Truman; Winston
Churchill: Warnung vor einem eisernen Vorhang quer über Europa (iron curtain)
- Truman-Doktrin (1947): wirtschaftliche und militärische Unterstützung für von kommunistischen Umstürzen
bedrohte Staaten (denn „Langes Telegramm: um ihr Sicherheitsbedürftnis zu befriedigen strebt die UdSSR
nach Expansion und unterstütze Revolutionen auf der ganzen Welt)
- Marshall-Plan/ European Recovery Program (1948): Förderung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus durch
US-Finanzhilfen (bei Bekennung zu regionaler Kooperation, Privateigentum und freien Märkten) und damit
Schwächung des Kommunismus in Europa (an alle Staaten Europas gerichtet, aber UdSSR verbot sowjetisch
kontrollierten Ländern die Teilnahme); In Westdeutschland: Demokratische Erneuerung durch Wahlen und
Ausarbeitung von Länderverfassungen USA als Geburtshelfer Europas (Montanunion
- Sowjetische Blockade Westberlins Vermeidung einer direkten militärischen Konfrontation stattdessen
Versorgung mit Transportflugzeugen („Rosinenbombern“) Katalysator für den Kalten Krieg
- Blockbildung durch Integration der west- und osteuropäischen Staaten in zwei feindliche Militärbündnisse:
Gründung der NATO (1949) mit dem Nordatlantikvertrag („to keep the Americans in, the Russians out and the
Germans down“ – Lord Ismay) unter Führung der USA; Gründung des Warschauer Pakts (1955) durch die
Sowjetunion bipolare Weltordnung
Die USA im Kalten Krieg
- „permanenter und aktiv betriebener Nicht-Frieden“ mit allen Mitteln vorheriger Konflikte sowie der neuen
Möglichkeit der atomaren Eskalation (Bernd Stöver) ständige Gefahr eines Atomkrieges, andererseits
Sinnlosigkeit angesichts des enormen Vernichtungspotenzials „Gleichgewicht des Schreckens“
- Wettrüsten mit der Rechtfertigung, dass eine militärische Bedrohung von der Gegenseite ausgeht; ab 1949:
Nuklearmonopol der USA beendet und ab 1957: Langstreckenraketen, die das Territorium der USA erreichen
konnten (Sputnik-Schock)
- Kommunistische Revolution in China (Mao Zedong) und Zurückdrängen der Nationalisten auf Taiwan Insel
scharfe innenpolitische Kritik in der USA an Truman („Who lost China?“)
Der Koreakrieg (1950-1953)