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Klausurzusammenfassung - Gesundheitspsychologie 2

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Klausurzusammenfassungen von Gesundheitspsy. 2, mit allen Altklausurfragen.

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Klausuren Gesundheitspsychologie 2


Grenzen Sie Gesundheit und Krankheit voneinander ab. / Nennen Sie Gründe, warum die
Abgrenzung von Gesund und Krank problematisch ist (Bsp. Klassifikationssystem für Psychische
Störungen)


Die Abgrenzung zwischen Gesundheit und Krankheit ist keineswegs eindeutig, sondern von
zahlreichen Faktoren abhängig. Die folgenden Aspekte verdeutlichen die Komplexität:


1. Fehlende eindeutige Definitionen: Es existiert weder eine allgemein akzeptierte Definition von
Gesundheit noch von Krankheit. Klassifikationssysteme wie die ICD beschreiben zwar Krankheitsbilder,
definieren aber nicht Krankheit „an sich“. Auch juristische Definitionen variieren je nach Gesetzestext.
Damit fehlt ein einheitliches Kriterium.
2. Einfluss technischer Möglichkeiten: Die Diagnose hängt stark von den verfügbaren diagnostischen
Verfahren ab. Je besser die Technik, desto mehr Krankheiten werden entdeckt. Früher nicht
diagnostizierbare Erkrankungen wie AIDS vor Entdeckung des HI-Virus oder Tumoren vor Einführung
bildgebender Verfahren zeigen dies deutlich. Zudem gilt: Je intensiver untersucht wird, desto
wahrscheinlicher ist es, Auffälligkeiten zu finden.
3. Diskrepanz zwischen Befund und Befinden: Objektive Befunde stimmen nicht immer mit dem
subjektiven Empfinden überein. Manche Menschen fühlen sich krank ohne medizinischen Befund (z. B.
psychosomatische Störungen), andere haben schwere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Krebs im
Frühstadium, ohne sich krank zu fühlen.
4. Normabweichungen ohne Krankheitswert: Diagnosen basieren auf statistischen Normen, die nicht
zwingend Krankheitswert haben. Beispiele sind Adipositas oder anatomische Besonderheiten wie eine
rechtsseitige Herzlage. Auch genetische Varianten wie die Sichelzellanämie können sogar Vorteile
bringen.
5. Kulturgebundenheit: Die Bewertung von Gesundheit und Krankheit ist kulturell geprägt. Hypotonie
gilt in Deutschland als Krankheit, in anderen Ländern nicht. Psychische Erkrankungen sind besonders
kulturabhängig (z. B. Frigophobie in China). Zudem entstehen neue Krankheiten oder verschwinden alte
aufgrund gesellschaftlicher Wertungen (z. B. Homosexualität).
6. Funktionalität der Störungen: Ob eine Störung als Krankheit gilt, hängt von ihrer Auswirkung auf
die Lebensführung ab. Eine Wirbelsäulenverkrümmung kann für eine Krankenschwester gravierend sein,
für eine Lehrerin jedoch kaum relevant. Berufskrankheiten sind ein typisches Beispiel für diesen
Zusammenhang.
7. Interessengeleitete Definitionsmacht: Ökonomische Interessen führen zur Ausweitung von
Krankheitsbildern (Medikalisierung, Disease Mongering). Beispiele sind die Definition des Klimakteriums
als Hormonmangel oder die Senkung der Grenzwerte für Bluthochdruck. Pharmaindustrie und andere
Akteure profitieren von der Angst vor Krankheit.

,Teilaufgabe 1:
Nennen Sie Gründe, warum die Abgrenzung von Gesund und Krank problematisch ist (Bsp.
Klassifikationssystem für Psychische Störungen)


Gründe, warum die Abgrenzung von „gesund“ und „krank“ problematisch ist:
1. Fehlen eindeutiger Definitionen:
Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition von Gesundheit oder Krankheit.
Klassifikationssysteme wie ICD oder DSM beschreiben einzelne Störungen, aber nicht „Krankheit
an sich“.
2. Technische Abhängigkeit der Diagnostik:
Ob jemand als krank gilt, hängt von den verfügbaren Diagnosemethoden ab (z. B. MRT,
Labortechnik). Je mehr untersucht wird, desto eher werden Abweichungen gefunden.
3. Diskrepanz zwischen Befund und Befinden:
Objektiver Befund und subjektives Erleben stimmen oft nicht überein (z. B. Bluthochdruck ohne
Beschwerden vs. psychosomatische Beschwerden ohne Befund).
4. Normabweichungen ohne Krankheitswert:
Statistische Normen sind nicht gleich Krankheitsnormen (z. B. Adipositas, Hypotonie, anatomische
Varianten).
5. Kulturgebundenheit:
Was als Krankheit gilt, ist kulturell unterschiedlich (z. B. Frigophobie in China, Hypotonie in
Deutschland). Psychische Störungen besonders kulturabhängig.
6. Funktionalität der Störung:
Ob eine Abweichung als Krankheit gilt, hängt von ihrer Auswirkung auf die Lebensführung ab
(z. B. Bandscheibenvorfall bei Schlosser vs. Lehrer).
7. Interessengeleitete Definitionsmacht:
Medikalisierung und Disease Mongering: Wirtschaftliche Interessen führen zur Ausweitung von
Krankheitsbegriffen (z. B. Klimakterium als „Hormonmangel“, HPV-Impfkampagne).

Beispiel DSM:
Psychische Störungen sind besonders betroffen: Homosexualität war bis 1973 im DSM als Krankheit
klassifiziert, später gestrichen → zeigt die gesellschaftliche und historische Wandelbarkeit des
Krankheitsbegriffs.


Teilaufgabe 2:
Es gibt Normabweichungen ohne Krankheitswert. Benennen Sie weitere Faktoren, die die
Abgrenzung zwischen Gesundheit und Krankheit erschweren.


Weitere Faktoren, die die Abgrenzung zwischen Gesundheit und Krankheit erschweren (neben
Normabweichungen ohne Krankheitswert):
• Fehlen eindeutiger Definitionen:
Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition von „gesund“ oder „krank“. Klassifikationssysteme wie
ICD oder DSM beschreiben nur einzelne Störungen, nicht den Zustand „Krankheit“ an sich.
• Technische Möglichkeiten der Diagnostik:
Je besser die Diagnostik, desto mehr Abweichungen werden entdeckt. Neue Technologien schaffen
neue Krankheitsbilder.
• Diskrepanz zwischen Befund und Befinden:
Objektiver Befund und subjektives Erleben stimmen oft nicht überein (z. B. Bluthochdruck ohne
Beschwerden vs. psychosomatische Beschwerden ohne Befund).

, • Kulturgebundenheit:
Was als Krankheit gilt, ist kulturell unterschiedlich (z. B. Frigophobie in China, Hypotonie in
Deutschland).
• Funktionalität der Störung:
Ob eine Abweichung als Krankheit gilt, hängt von ihrer Auswirkung auf die Lebensführung ab (z. B.
Bandscheibenvorfall bei Schlosser vs. Lehrer).
• Interessengeleitete Definitionsmacht:
Medikalisierung und wirtschaftliche Interessen führen zur Ausweitung von Krankheitsbegriffen (z. B.
Klimakterium als „Hormonmangel“, Disease Mongering).

Was können Klassifizierungen leisten und was nicht?


Klassifikationssysteme wie ICD oder DSM haben eine zentrale Funktion im Gesundheitswesen, sind aber
auch mit erheblichen Grenzen verbunden.
Was Klassifikationen leisten können:
• Standardisierung der Diagnosen: Sie schaffen eine einheitliche Sprache für medizinische
Fachkräfte weltweit und erleichtern die Kommunikation.
• Abrechnung und Rechtssicherheit: Klassifikationen sind Grundlage für die Leistungsabrechnung
im Gesundheitswesen und für sozialrechtliche Ansprüche.
• Statistik und Forschung: Sie ermöglichen epidemiologische Studien, internationale Vergleiche und
die Planung von Versorgungsstrukturen.
• Versorgungsplanung und Prävention: Durch die systematische Erfassung von Krankheitsbildern
können Ressourcen gezielt eingesetzt werden.
• Deskriptive Ordnung: Sie ordnen Symptome und Syndrome in nachvollziehbare Kategorien und
erleichtern die Orientierung im klinischen Alltag.
Was Klassifikationen nicht leisten können:
1. Keine Definition von Krankheit an sich: Sie beschreiben Krankheitsbilder, aber nicht das Wesen
von Krankheit oder Gesundheit.
2. Keine Berücksichtigung individueller und kultureller Unterschiede: Klassifikationen sind
normorientiert und blenden soziale, kulturelle und subjektive Dimensionen aus
3. Keine Therapieanweisungen: Sie geben keine Hinweise zur Behandlung, sondern dienen nur der
Diagnose.
4. Gefahr der Medikalisierung: Klassifikationen können zur Ausweitung von Krankheitsbildern und
zur Erfindung neuer Diagnosen führen (z. B. „Disease Mongering“).
5. Stigmatisierung bleibt bestehen: Auch Begriffe wie „Störung“ statt „Krankheit“ ändern nichts
daran, dass Diagnosen soziale Konsequenzen haben.

Fazit
Klassifikationen sind unverzichtbar für Organisation, Forschung und Abrechnung im Gesundheitswesen.
Sie stoßen jedoch an Grenzen, wenn es um die ganzheitliche Betrachtung von Krankheit geht.
Gesundheit und Krankheit bleiben gesellschaftlich ausgehandelte Konstrukte, die nicht allein durch
Klassifikationen bestimmt werden können.


ICD-10 erklären. Für was ist es sinnvoll? Was kann es nicht leisten?


Die ICD-10 (International Classification of Diseases) ist ein weltweit anerkanntes Klassifikationssystem
der WHO zur systematischen Einordnung von Krankheiten und gesundheitsbezogenen Problemen. Sie
umfasst 21 Krankheitsgruppen, darunter auch psychische Störungen, und dient der Standardisierung

Document information

Study
Uploaded on
September 8, 2026
Number of pages
25
Written in
2026/2027
Type
Exam (elaborations)
Contains
Questions & answers
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