Peter Schlemhils wundersame
Geschichte
Autor: Adalbert von Chamisso | Erschienen: 1814 (verfasst 1813) | Verlag: Johann Leonhard Schrag | Ort:
Nürnberg (zitiert nach der Reclam-Ausgabe von 2020, Ditzingen)
Die Märchennovelle erzählt vom mittellosen Peter Schlemihl, der seinen Schatten an einen mysteriösen „Mann
im grauen Rock“ verkauft und dafür einen nie versiegenden Goldsack erhält. Der so erlangte Reichtum bringt
ihm jedoch weder Ansehen noch Liebe, da er als Schattenloser von der Gesellschaft ausgegrenzt und verspottet
wird. Als der Teufel ihm anbietet, den Schatten gegen seine Seele zurückzukaufen, lehnt Schlemihl ab und
findet stattdessen als ruheloser Wanderer eine neue, von der Gesellschaft unabhängige Existenz.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Kapitel 1
– Kapitel 2
– Kapitel 3
– Kapitel 4
– Kapitel 5
– Kapitel 6
– Kapitel 7
– Kapitel 8
– Kapitel 9
– Kapitel 10
– Kapitel 11
– Aufbau
Charakterisierung
– Peter Schlemhil
– Mann in Grau
– Bendel
– Rascal
– Mina
– Figurenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzählweise
Kontext
– Geschichtlicher Hintergrund
– Rezeption
– Motive und Symbole
Interpretation
– Die zwei Welten
– Gesellschaftliche Isolation
– Schlemhils Entwicklung
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,2
, Übersicht
Die Märchennovelle Peter Schlemhils wundersame Geschichte des deutsch-französischen Dichters Adalbert von
Chamisso wurde im Sommer 1813 verfasst und im Jahr 1814 erstmals im Verlag Johann Leonhard Schrag in
Nürnberg veröffentlicht. Das Werk umfasst autobiografische Bezüge des Autors und ist aufgrund seiner
Entstehungszeit und typischer Motive eindeutig der Epoche der Romantik zuzuordnen. Chamissos Werk genoss
innerhalb kürzester Zeit internationale Berühmtheit, wurde in vielen Sprachen übersetzt und als Vorlage für
zahlreiche andere Werke deutscher Autoren verwendet.
Der Inhalt ist die Geschichte des Protagonisten Peter Schlemhil, der nach einer Schiffsreise auf einen
mysteriösen Mann in einem grauen Rock trifft, der ihm seinen Schatten abkauft und ihm im Gegenzug einen
Sack mit unendlich viel Gold übergibt. Schlemhil lebt jedoch ein sehr unglückliches Leben, das seinen
Vorstellungen eines Lebens in Reichtum und Wohlstand, nach dem er sich so sehr sehnt, rein gar nicht
entspricht. Er gewinnt weder breites Ansehen, noch findet er die wahre Liebe. Durch den Verlust seines
Schattens verliert er stattdessen seine Identität und den Kontakt zur Gesellschaft. Als sozialer Außenseiter wird
er verspottet und ausgegrenzt. Schlemhil bereut seine Entscheidung zutiefst, müsste jedoch dem Mann in Grau,
der sich als Teufel offenbart, seine Seele geben, um den Schatten zurückzukaufen.
Das Werk handelt von Heimatlosigkeit, einem jungen Menschen, der auf dem Weg ist, seinen Platz in der
Gesellschaft zu finden und der Flucht aus den Intrigen des Teufels hinein in die Welt der Magie und
romantischen Schönheit der Natur.
Handlung
Kapitel 1
Infos
Seite: 9-16
Ort: Hafenstadt, Gasthaus, Anwesen des Bauherren
Zeit: ca. ein Tag
Personen: Ein Seereisender (Peter Schlemhil als Ich-Erzähler), Hausknecht, Gäste der Feier, Herr
Thomas John, Mann in Grau
Inhalt
Nachdem das Schiff nach Peter Schlemhils Schiffsreise den Hafen erreicht, nimmt er sich zunächst ein
Zimmer und lässt sich dort den Weg zu Herrn John von einem Hausknecht erklären. (S. 9) Er hat die
Absicht, den Bauherren Thomas John aufzusuchen, da er ein Empfehlungsschreiben erhalten hat.
Angekommen trifft Schlemhil auf den reichen Bauherren mit einer feiernden Gesellschaft. (S. 10)
Anwesend ist auch ein sogenannter „grauer Mann“ (S. 11) mit einer hageren und dünnen Gestalt, der
die Gäste unterhält, indem er unterschiedliche Dinge aus seiner Brieftasche zaubert. Die mysteriösen
Tätigkeiten verwundern die Gäste jedoch nicht.
Schlemhil findet den fremden, wundersamen Mann interessant und würde gerne mehr über ihn erfahren,
traut sich jedoch nicht zu fragen, wer der Mann ist. Vielmehr fürchtete er sich vor den anwesenden
Menschen, die sichtlich in Reichtum leben. (S. 12)
Schlemhil fühlt sich unter den oberflächlichen und reichen Gästen fremd. (S. 10)
Jedoch stimmt er der Aussage des Bauherren, dass jemand ein Schuft wäre, der nicht mindestens eine
Million besitzt, vollkommen zu. (S. 10)
Der merkwürdige graue Mann spricht Schlemhil auf zuvorkommende Weise an, da er ihm seinen
Schatten abkaufen und ihm im Tausch einen Sack voll Gold geben möchte.
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