Inhalt
Spracherwerb .....................................................................................................................................2
0. Modelle des Spracherwerbs ........................................................................................................3
Erwerbssequenzen ......................................................................................................................4
Spracherwerbsstufen ..................................................................................................................6
Theoretische Modelle des Zweitspracherwerbs ...........................................................................6
1. Erstspracherwerb ........................................................................................................................9
2. Zweitspracherwerb.................................................................................................................... 12
3. Spracherwerbtheorien .............................................................................................................. 15
3.1. Grundlegende Theorien zum Erstspracherwerb - Spracherwerbstheorien ........................... 15
3.2. Spracherwerbshypothesen ................................................................................................. 17
3.4. Einflussfaktoren .................................................................................................................. 21
3.6 Erwerbsbedingungen ........................................................................................................... 30
3.7 Spracheneinfluss ................................................................................................................. 32
Mehrsprachigkeit .............................................................................................................................. 36
Definition .................................................................................................................................. 36
Allgemein .................................................................................................................................. 37
Begrifflichkeiten ........................................................................................................................ 42
Formen der Mehrsprachigkeit ................................................................................................... 45
Methoden der Mehrsprachigkeitsforschung .............................................................................. 48
Migration .................................................................................................................................. 49
Unterricht & Sprachförderung ........................................................................................................... 53
Aufgaben, Ziele & Bedingungen des DaZ-U ................................................................................ 53
Leitprinzipien für den DaZ-U ...................................................................................................... 54
Entstehung / Hintergrund .......................................................................................................... 57
Beschulungsmodelle ................................................................................................................. 58
Schulorganisatorische Modelle zweisprachiger Bildung ............................................................. 59
Didaktische Ansätze zum Umgang mit Mehrsprachigkeit ........................................................... 62
Sprachförderung ....................................................................................................................... 62
Mehrsprachiger Unterricht ........................................................................................................ 64
Sprachvergleiche ....................................................................................................................... 75
Sprachstandsdiagnostik..................................................................................................................... 76
Profilanalyse.............................................................................................................................. 76
,Spracherwerb
Bedeutung von Sprache
- Franceschini (2009): Sprache befähigt Menschen, andere zu verstehen
-> Sprachfähigkeit als grundlegendes Merkmal jedes Menschen
- Inzwischen liegen zahlreiche empirische Studien vor, die sich mit der sprachlichen Entwicklung von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beschäftigen (Kniffka & Siebert-Ott 2023)
Grundlegende Unterscheidung
Ballweg 2019
- Spracherwerb im Kontext von Mehrsprachigkeit umfasst Sprachaneignungsprozesse in zwei oder
mehr Sprachen unter unterschiedlichen Erwerbsbedingungen.
- Die Unterscheidung zwischen den Formen des Spracherwerbs ist selten trennscharf
-> verschiedene Erwerbsbedingungen: simultan oder sukzessiv
-> eher ungesteuert: früher oder später ZSE
-> eher gesteuert: FSE
- Erstspracherwerb
* Einsprachigkeit
* Zweisprachigkeit / Bilingual
- Zweitspracherwerb
* verschiedene Erwerbsbedingungen
-> Simultaner Spracherwerb (Erwerb einer zweiten Erstsprache)
-> Sukzessiver Spracherwerb (Erwerb einer frühen Zweitsprache)
* Zweitspracherwerb
-> gesteuert vs. ungesteuert
-> Früher vs. Später Zweitspracherwerb
Altersphasen (Ahrenholz 2010)
0 – 3 J: kognitive und sprachliche Entwicklung geht Hand in Hand
3./4. J: neurale und kognitive Entwicklung
6. J: Schuleintritt (strukturierter U und Beginn SSE)
8. J: abgeschlossene Buchstabeneinführung / erste Alphabetisierung auf basalem Level abgeschossen
12. J: Übergang zu weiterführenden Schule (Fremdspracherwerb)
- (bilingualer) Erstspracherwerb (0 – 3 J)
- frühkindlicher / früher Zweitspracherwerb (0 – 6 J)
- kindlicher / später Zweitspracherwerb (6 – 12 J)
- Zweit- und Fremdspracherwerb von Jugendlichen und Erwachsenen (ab 12 J.)
- Ehlich (2005) unterscheidet nur zwischen 0-3, 3-6 und 6-12 Jahre
- Ahrenholz (2010) scheint es sinnvoller, die Gruppe von 6-12 in zwei Altersabschnitte zu
,differenzieren (6-8, 8-12) so dass institutionelle Rahmenbedingungen wie auch kognitive und
sprachliche Entwicklungen berücksichtigt werden
Spracherwerb vs. Sprachlernen
Kniffka & Siebert-Ott (2023) + Hufeisen (2003)
- Bei der Erforschung sprachlicher Aneignungsprozesse wird häufig unterschieden zwischen
-> Lernen: wenn die sprachlichen Aneignungsprozesse durch Unterricht gelenkt werden
-> gesteuerter Spracherwerb
* strukturierter Input, eher explizit
-> Erwerben: sprachliche Aneignungsprozesse, die nicht durch Sprachunterricht gelenkt werden
-> ungesteuerter oder natürlicher Spracherwerb (z. B. kindliche Sprachentwicklung,
Zuwanderer durch Alltag)
* Aneignungsmodus Erwerben als übergeordneter (Lernen nie ohne Erwerb)
* eher implizit
- Zugewanderte Kinder, die eine deutsche Schule besuchen, erhalten in vielen Fällen DaZ-U,
gleichzeitig erwerben sie Sprachkenntnisse in alltäglichen Situationen (beide Elemente)
- Eine strikte Trennung zwischen „erworbenen“ und „erlernten“ Sprachkenntnissen lässt sich
allerdings häufig nicht aufrechterhalten, wie sich am Spracherwerb zugewanderter Kinder und
Jugendlicher zeigt
0. Modelle des Spracherwerbs
Eckardt 2024
- Sprachliche Kompetenzen
-> Erwerb und Verwendung von Sprache in prozesshaft und nicht statisch
-> Veränderbar, durch Verhaltens- und Sprachgebrauchsweisen im Lauf des Lebens
„Als Sprachkompetenz fassen wir die Fähigkeit, sich mit Hilfe von Sprache mündlich und schriftlich mit
anderen über Sachverhalte zu verständigen.“ (Becker-Mrotzek et al. 2023)
- Zweitspracherwerb oder Fremdsprachenlernen sind spezifische Unterformen und Ausprägungen des
multiplen Sprachenlernens, und Modelle zum multiplen Sprachenlernen müssen somit in der Lage
sein, genauso Erstspracherwerb oder auch L5-Lernen abzubilden und nicht umgekehrt, wie dies
bislang angenommen wird. (Hufeisen 2003)
, Erwerbssequenzen
Kniffka Gabriele & Siebert-Ott Gesa (2023)
- „In bestimmten grammatischen Teilbereichen läuft der Erwerb in einer bestimmten chronologischen
Reihenfolge ab. Diese Abfolgen nennt man Erwerbssequenzen.“
-> z. B. Erwerb Satzstellung, Objektkasus, Verbalmorphologie und Negation
-> vgl. Longitudinalstudie Deutsch in Genfer Schulen (DiGS) von Diehl et al. 2000
Erwerbssequenz B: Entwicklung der Satzmodelle
3. Phase: Beginn der Erschließung der Verb-/Satzklammer (Grundprinzip der deutschen Wortstellung,
das durch Distanzstellung der Prädikatsteile gekennzeichnet ist)
Das finite Verb steht – je nach Satztyp – in der ersten oder zweiten Position, die weiteren
Prädikatsteile – trennbare Verbzusätze, Infinitive, Partizipien – am Schluss: Peter geht
nächsten Mittwoch mit Ulla und ihrer Freundin aus. Wollen Sie den Kaffee nicht mal
probieren?
Deutschlernende starten bei der Erschließung die ses Wortstellungsprinzips zunächst mit
Kontaktstellung der zusammengehörigen Prädikatsteile, z.B. Wir können spielen Karten und
Spracherwerb .....................................................................................................................................2
0. Modelle des Spracherwerbs ........................................................................................................3
Erwerbssequenzen ......................................................................................................................4
Spracherwerbsstufen ..................................................................................................................6
Theoretische Modelle des Zweitspracherwerbs ...........................................................................6
1. Erstspracherwerb ........................................................................................................................9
2. Zweitspracherwerb.................................................................................................................... 12
3. Spracherwerbtheorien .............................................................................................................. 15
3.1. Grundlegende Theorien zum Erstspracherwerb - Spracherwerbstheorien ........................... 15
3.2. Spracherwerbshypothesen ................................................................................................. 17
3.4. Einflussfaktoren .................................................................................................................. 21
3.6 Erwerbsbedingungen ........................................................................................................... 30
3.7 Spracheneinfluss ................................................................................................................. 32
Mehrsprachigkeit .............................................................................................................................. 36
Definition .................................................................................................................................. 36
Allgemein .................................................................................................................................. 37
Begrifflichkeiten ........................................................................................................................ 42
Formen der Mehrsprachigkeit ................................................................................................... 45
Methoden der Mehrsprachigkeitsforschung .............................................................................. 48
Migration .................................................................................................................................. 49
Unterricht & Sprachförderung ........................................................................................................... 53
Aufgaben, Ziele & Bedingungen des DaZ-U ................................................................................ 53
Leitprinzipien für den DaZ-U ...................................................................................................... 54
Entstehung / Hintergrund .......................................................................................................... 57
Beschulungsmodelle ................................................................................................................. 58
Schulorganisatorische Modelle zweisprachiger Bildung ............................................................. 59
Didaktische Ansätze zum Umgang mit Mehrsprachigkeit ........................................................... 62
Sprachförderung ....................................................................................................................... 62
Mehrsprachiger Unterricht ........................................................................................................ 64
Sprachvergleiche ....................................................................................................................... 75
Sprachstandsdiagnostik..................................................................................................................... 76
Profilanalyse.............................................................................................................................. 76
,Spracherwerb
Bedeutung von Sprache
- Franceschini (2009): Sprache befähigt Menschen, andere zu verstehen
-> Sprachfähigkeit als grundlegendes Merkmal jedes Menschen
- Inzwischen liegen zahlreiche empirische Studien vor, die sich mit der sprachlichen Entwicklung von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beschäftigen (Kniffka & Siebert-Ott 2023)
Grundlegende Unterscheidung
Ballweg 2019
- Spracherwerb im Kontext von Mehrsprachigkeit umfasst Sprachaneignungsprozesse in zwei oder
mehr Sprachen unter unterschiedlichen Erwerbsbedingungen.
- Die Unterscheidung zwischen den Formen des Spracherwerbs ist selten trennscharf
-> verschiedene Erwerbsbedingungen: simultan oder sukzessiv
-> eher ungesteuert: früher oder später ZSE
-> eher gesteuert: FSE
- Erstspracherwerb
* Einsprachigkeit
* Zweisprachigkeit / Bilingual
- Zweitspracherwerb
* verschiedene Erwerbsbedingungen
-> Simultaner Spracherwerb (Erwerb einer zweiten Erstsprache)
-> Sukzessiver Spracherwerb (Erwerb einer frühen Zweitsprache)
* Zweitspracherwerb
-> gesteuert vs. ungesteuert
-> Früher vs. Später Zweitspracherwerb
Altersphasen (Ahrenholz 2010)
0 – 3 J: kognitive und sprachliche Entwicklung geht Hand in Hand
3./4. J: neurale und kognitive Entwicklung
6. J: Schuleintritt (strukturierter U und Beginn SSE)
8. J: abgeschlossene Buchstabeneinführung / erste Alphabetisierung auf basalem Level abgeschossen
12. J: Übergang zu weiterführenden Schule (Fremdspracherwerb)
- (bilingualer) Erstspracherwerb (0 – 3 J)
- frühkindlicher / früher Zweitspracherwerb (0 – 6 J)
- kindlicher / später Zweitspracherwerb (6 – 12 J)
- Zweit- und Fremdspracherwerb von Jugendlichen und Erwachsenen (ab 12 J.)
- Ehlich (2005) unterscheidet nur zwischen 0-3, 3-6 und 6-12 Jahre
- Ahrenholz (2010) scheint es sinnvoller, die Gruppe von 6-12 in zwei Altersabschnitte zu
,differenzieren (6-8, 8-12) so dass institutionelle Rahmenbedingungen wie auch kognitive und
sprachliche Entwicklungen berücksichtigt werden
Spracherwerb vs. Sprachlernen
Kniffka & Siebert-Ott (2023) + Hufeisen (2003)
- Bei der Erforschung sprachlicher Aneignungsprozesse wird häufig unterschieden zwischen
-> Lernen: wenn die sprachlichen Aneignungsprozesse durch Unterricht gelenkt werden
-> gesteuerter Spracherwerb
* strukturierter Input, eher explizit
-> Erwerben: sprachliche Aneignungsprozesse, die nicht durch Sprachunterricht gelenkt werden
-> ungesteuerter oder natürlicher Spracherwerb (z. B. kindliche Sprachentwicklung,
Zuwanderer durch Alltag)
* Aneignungsmodus Erwerben als übergeordneter (Lernen nie ohne Erwerb)
* eher implizit
- Zugewanderte Kinder, die eine deutsche Schule besuchen, erhalten in vielen Fällen DaZ-U,
gleichzeitig erwerben sie Sprachkenntnisse in alltäglichen Situationen (beide Elemente)
- Eine strikte Trennung zwischen „erworbenen“ und „erlernten“ Sprachkenntnissen lässt sich
allerdings häufig nicht aufrechterhalten, wie sich am Spracherwerb zugewanderter Kinder und
Jugendlicher zeigt
0. Modelle des Spracherwerbs
Eckardt 2024
- Sprachliche Kompetenzen
-> Erwerb und Verwendung von Sprache in prozesshaft und nicht statisch
-> Veränderbar, durch Verhaltens- und Sprachgebrauchsweisen im Lauf des Lebens
„Als Sprachkompetenz fassen wir die Fähigkeit, sich mit Hilfe von Sprache mündlich und schriftlich mit
anderen über Sachverhalte zu verständigen.“ (Becker-Mrotzek et al. 2023)
- Zweitspracherwerb oder Fremdsprachenlernen sind spezifische Unterformen und Ausprägungen des
multiplen Sprachenlernens, und Modelle zum multiplen Sprachenlernen müssen somit in der Lage
sein, genauso Erstspracherwerb oder auch L5-Lernen abzubilden und nicht umgekehrt, wie dies
bislang angenommen wird. (Hufeisen 2003)
, Erwerbssequenzen
Kniffka Gabriele & Siebert-Ott Gesa (2023)
- „In bestimmten grammatischen Teilbereichen läuft der Erwerb in einer bestimmten chronologischen
Reihenfolge ab. Diese Abfolgen nennt man Erwerbssequenzen.“
-> z. B. Erwerb Satzstellung, Objektkasus, Verbalmorphologie und Negation
-> vgl. Longitudinalstudie Deutsch in Genfer Schulen (DiGS) von Diehl et al. 2000
Erwerbssequenz B: Entwicklung der Satzmodelle
3. Phase: Beginn der Erschließung der Verb-/Satzklammer (Grundprinzip der deutschen Wortstellung,
das durch Distanzstellung der Prädikatsteile gekennzeichnet ist)
Das finite Verb steht – je nach Satztyp – in der ersten oder zweiten Position, die weiteren
Prädikatsteile – trennbare Verbzusätze, Infinitive, Partizipien – am Schluss: Peter geht
nächsten Mittwoch mit Ulla und ihrer Freundin aus. Wollen Sie den Kaffee nicht mal
probieren?
Deutschlernende starten bei der Erschließung die ses Wortstellungsprinzips zunächst mit
Kontaktstellung der zusammengehörigen Prädikatsteile, z.B. Wir können spielen Karten und