01 Einführung & Perspektiven der Psychologie
LEISTUNGEN
• Klausur Montag 28.07.25 oder 22.09.25 (E-Klausur Lahnberge, 60min)
• 20 Prozent der Prüfungsleistung über Projekt (Gruppe von 4-5 Personen zur Bearbeitung einer
psychologischen Fragestellung) oder Bearbeitung eines psychologischen Fachartikels (den
gibts im Mai)
• Studienleistung: 15 VpN-Stud. über SONA)
🔐 SCHLÜSSELWÖRTER
Behavioristische Perspektive, Beschreibungsebene, biologische Perspektive, Daten,
dispositionale Faktoren, Erklärungsebene, evolutionäre Perspektive, humanistische Perspektive,
Interventionen, kognitive Perspektive, kulturvergleichende Perspektive, mentale Prozesse,
psychodynamische Perspektive, Psychologie, Replikation, Sellberverwirklichung, situationale
Faktoren, Verhalten, Verlustaversion, Versuchsplan, Vorhersage, wissenschaftliche Methode
De nition von Psychologie
Psychologie und psychologische Forschung haben unmittelbare Auswirkungen auf wichtige
Aspekte des Alltags: körperliche & geistige Gesundheit, Fähigkeit persönliche Beziehungen
einzugehen & aufrecht zu erhalten, Fähigkeit Neues zu lernen, Persönliche Weiterentwicklung
• Psychologie = Wissenschaft vom Verhalten und von mentalen Prozessen des Individuums
• Objektive Erhebung von Informationen durch Wissenschaft (Wissenschaft ist Prozess der
Erkenntnis)
• Verhalten (das, was ein Individuum tut) lässt sich besser verstehen, wenn man die mentalen
Prozesse kennt (Denkprozesse)
• Empirie: Erfahrung/ Erfahrungswissen → Psychologie ist empirische Wissenschaft
• Feld: natürliche Umgebung, in der Verhalten auftritt (Klasse im Klassenraum untersuchen)
Ziele der Psychologie
💡 WICHTIGE BEGRIFFE IM ZUSAMMENHANG MIT ZIELEN DER PSYCHOLOGIE
Beschreibungebene = Beobachtung von Verhalten (Daten)
Replikation = Wiederholung von Forschungsergebnissen (damit die Ergebnisse valide sind)
Erklärungsebene = Erklärungen sind hypothetisch (können sich mit neuem Wissensstand
ändern)
Faktoren = Ursachen für Ergebnisse
Dispositionale Faktoren = innerhalb des Individuums (z.B. Genetik)
Situationale Faktoren = außerhalb des Individuums (z.B. in der Umwelt)
→ oft sind Faktoren schwer zuzuordnen und beide Faktoren verantwortlich
Vorhersagen = Aussagen über die Wahrscheinlichkeit, mit der best. Verhalten auftreten wird
(können aus Erklärungen abgeleitet werden), exakte Formulierung nötig
Verhalten kontrollieren = Stärke/ Wahrscheinlichkeit von Verhalten beein ussen
Ziel: Beschreibung, Erklärung, Vorhersage, Kontrolle von Verhalten & Lebensqualität des
Menschen verbessern
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,Bereiche der Psychologie
• Biologische Psychologie
• Allgemeine Psychologie (Wahrnehmung, Kognition, Lernen, Motivation, Emotion)
• Entwicklungspsychologie
• Persönlichkeitspsychologie
• Sozialpsychologie
• Friedenspsychologie
• Wirtschaftspsychologie
• Arbeits- und Organisationspsychologie
• Pädagogische Psychologie
• Klinische Psychologie
• Gesundheitspsychologie
• Psychologische Diagnostik
PERSPEKTIVEN DER PSYCHOLOGIE
💡 WICHTIGE BEGRIFFE IM ZUSAMMENHANG MIT PERSPEKTIVEN DER PSYCHOLOGIE
Psychodynamische Perspektive = unbewusste Triebe steuern Denken/ Verhalten
Behavioristische Perspektive = Verhalten wird durch Reize, Belohnung & Bestrafung erlernt
Humanistische Perspektive = Mensch strebt nach Wachstum, Selbstverwirklichung und Sinn
Kognitive Perspektive = Gedanken sind Ursache von Verhalten
Biologische Perspektive = Verhalten basiert auf Genen, Gehirn und Nervensystem
Evolutionäre Perspektive = Verhalten dient der Anpassung und Arterhaltung
Kulturvergleichende Perspektive = Kultur beein usst Denken, Verhalten und soziale Normen
Es gibt nicht DAS Menschenbild in der Psychologie
Die Psychodynamische Perspektive
• Sigmund Freud und Carl Gustav Jung
• Lenkung des Verhaltens von Instinkten und Trieben, sowie vom Versuch Kon ikte zwischen
persönlichen Bedürfnissen und sozialen Erfordernissen zu lösen
• Struktur der Psyche nach Freud
• Ich (Bewusstsein: bewusstes Nachdenken und bewusstes Leben)
• Es (unbewusster Teil, gelenkt vom Lustprinzip, Vermeiden von Unlust/ Schmerz)
• Über-Ich (unser Gewissen)
→ unbewusst ablaufende Prozesse können Denken und Handeln beein ussen, Verhalten ist
nicht immer rational
Die bahavioristische Perspektive
• John Watson und Burrhus Frederic Skinner
• Verhalten wird von der Umwelt kontrolliert
• Konsequenzen von Verhalten beein ussen zukünftiges Verhalten
→ z.B. Verhalten wird bei Bestrafung in Zukunft unterlassen
• menschliche Gene auch bei Tieren vorhanden/ soziale Verhaltensweisen z.B. bei Würmern/
Fliegen
Die humanistische Perspektive
• Charlotte Bühler, Abraham Maslow, Carl Rogers
• Menschen sind von Grund auf gut
• Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung (möchte sein Potenzial möglichst ausschöpfen)
• Martin Seligman: Kindheitserlebnisse haben keinen Ein uss auf die erwachsene Persönlichkeit
→Selbstverantwortung → optimistischer Blick auf die Zukunft
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,Die kognitive Perspektive
• Ulric Neisser (1928-2012)
• Aufmerksamkeit, Denken, Erinnern und Verstehen im Fokus
• Gedanken sind die Ursache von Verhalten → Mensch entwirft eigene subjektive Realität
Die biologische Perspektive
• Verhalten hat Ursache in Funktionsweise der Gene, des Gehirns und den Nervensystems
• Verhalten als Ergebnis chemischer und elektrischer Aktivitäten der Nervenzellen
Die evolutionäre Perspektive
• Charles Darwin (1809-1882)
• Idee der natürlichen Selektion → Verhaltensweisen sind durch die Bewältigung uralter
Probleme geprägt
Die kulturvergleichende Perspektive
• Verhalten wird durch die Kultur geprägt/ interkulturelle Unterschiede
Die verschiedenen Perspektiven müssen sich keinesfalls gegenseitig ausschließen
Beispiel:
• man kann die Angst vor einer Ansteckung (Corona) unbewusst erworben haben
(psychodynamische Perspektive)
• die Angst kann auf eine Lernerfahrung zurückgehen (behavioristische Perspektive)
• dabei wurden Erinnerungen in unserem Gedächtnis abgelegt die letztlich auf eine physische
Veränderung der Nervenzellen basiert (biologische Perspektive)
• Ein gesundes Maß an Angst dient einem Selbstschutz (evolutionäre Perspektive)
• Die Angst kann aktiv durch reinsteigern und negative Gedankenstrudel befeuert werden
(kognitive Perspektive)
• Man möchte durch eigene Ansteckung vermeiden, zum Superspreader zu werden
(Humanistische Perspektive)
Beispiel: Verlustaversion
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, 👨🏫 Fragen zur Vorlesung
• Wie würden Sie Psychologie de nieren?
• Welche verschiedenen Fachbereiche der Psychologie kennen Sie?
• Welche berühmten Persönlichkeiten fallen Ihnen zur Psychologie ein?
• Warum handelt es sich bei vielen psychologischen Erklärungen um Mumpitz?
• Welche Rolle spielt Sigmund Freud in der modernen Psychologie?
• Hängen Menschen im Westen stärker an ihrem Besitz als Menschen aus östlichen
Gesellschaften?
• Können Sie zwischen einer Beschreibung und einer Erklärung unterscheiden?
• Können Sie Beispiele für dispositionale und situationale Faktoren nden?
• Können Sie Menschenbilder, die sich hinter verschiedenen Perspektiven der Psychologie
verbergen, erkennen und unterscheiden?
👨🏫 Fragen für das gesamte Semester
• Frage nach der Ursache von Verhalten
• Inhaltlich: wird Verhalten eher von dispositionalen oder von situationalen Faktoren
gesteuert? Welche Faktoren sind das?
• Methodisch: kann plausibel vom gezeigten Verhalten aus dessen Ursache geschlossen
werden? Vielleicht kommen auch mehrere Erklärungen in Frage?
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