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Prüfung

Sozialpsychologie 1 (WiSe 2024/25) – Klausurübungen mit Antworten

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Ausführlich beantwortete Prüfungs‑ und Übungsfragen zu Sozialpsychologie 1. U.a. zu Heuristiken (Repräsentativität, Verfügbarkeit), fundamentaler Attributionsfehler und Zwei‑Schritte‑Modell nach Gilbert, Pygmalion‑ und Milgram‑Experiment, Weiners leistungsbezogener Attribution, Elaboration‑Likelihood‑Modell, kognitiver Dissonanz, sozialen Einflüssen (informational/normativ, soziale Erleichterung) sowie Machtquellen und Kulturdimensionen nach Hofstede.

Inhaltsvorschau

PRÜFUNGSFRAGEN SOZIALPSYCHOLOGIE SOSE 2023


1) Was versteht man unter Repräsentationsheuristik? Geben Sie ein Bsp.
- Repräsentationsheuristik = ist eine kognitive Faustregel, bei der wir die Wahrscheinlichkeit eines
Ereignisses oder die Zugehörigkeit einer Person/eines Objekts zu einer Kategorie danach beurteilen, wie
stark es einem Stereotyp dieser Kategorie ähnelt -> wobei die tatsächliche Häufigkeit des Ereignisses oft
vernachlässigt wird
- Beispiel: Eine Person ist sehr ordentlich, detailverliebt und hat eine Leidenschaft für Zahlen. Wenn man
gefragt wird, ob diese Person eher ein Bibliothekar oder ein Landwirt ist, würde man aufgrund der
Beschreibung, die dem Stereotyp eines Bibliothekars ähnelt, eher auf Bibliothekar tippen, obwohl es
statistisch gesehen viel mehr Landwirte als Bibliothekare gibt.


2) Was versteht man unter Verfügbarkeitsheuristik? Geben Sie ein Bsp.
- Verfügbarkeitsheuristik = unsere Tendenz, bei Entscheidungen oder Urteilen über die Zukunft Informationen
zu verwenden, die uns schnell & einfach in den Sinn kommen oder die besonders präsent in unserem
Gedächtnis sind
- die Leichtigkeit, mit der uns Bsp oder Informationen einfallen, wird fälschlicherweise als Indikator für deren
Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit angesehen
- Beispiel: Nach intensiver Berichterstattung über Flugzeugabstürze in den Nachrichten überschätzen
Menschen die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes und haben möglicherweise mehr Angst vor dem
Fliegen, obwohl die statistische Wahrscheinlichkeit, bei einem Autounfall ums Leben zu kommen, weitaus
höher ist.


3) Was versteht man unter dem fundamentalen Attributionsfehler?
- ist die Tendenz, das Verhalten anderer Personen primär auf deren persönliche Eigenschaften, Dispositionen
oder Absichten zurückzuführen, während situative oder äußere Umstände als mögliche Erklärungen
vernachlässigt oder unterschätzt werden


4) Wie hat Milgram die Anzahl der „Lehrer“ verändert? Welchen Einfluss hat dies auf die Gehorsamkeit (nur
noch ca. 10% Gehorsamkeit)? Zu welchem Ergebnis kam Milgram dadurch?
- im Milgram-Experiment wurde die Anzahl der "Lehrer" nicht primär verändert, um die Gehorsamkeit zu
beeinflussen -> vielmehr wurde untersucht, wie weit Menschen gehen, wenn eine Autoritätsperson
Anweisungen gibt, auch wenn diese moralisch fragwürdig sind
- eine Variante des Milgram-Experiments, die zu einer deutlich reduzierten Gehorsamkeitsrate führte (in einigen
Fällen auf ca. 10%), war die Bedingung, in der mehrere "Lehrer" anwesend waren und sich weigerten, die
Anweisungen des Versuchsleiters zu befolgen -> wenn andere "Lehrer" den Gehorsam verweigerten, bot
dies dem Probanden ein Modell des Widerstands und eine soziale Unterstützung, was es dem eigentlichen
Probanden (dem "Lehrer") erleichterte, ebenfalls den Gehorsam zu verweigern
- Milgram kam dadurch zu dem Ergebnis, dass der soziale Einfluss von Gleichrangigen und die Präsenz
von Widerstand die Bereitschaft zum Gehorsam gegenüber einer Autoritätsperson erheblich
reduzieren können




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, 5) Leistungsbezogene Attribution nach Weiner. Misserfolg anhand einer nicht bestandenen praktischen
Fahrprüfung eines Fahrschülers erklären.
- Weiner entwickelte ein Attributionsmodell für Leistung, das Erfolg und Misserfolg auf verschiedene Ursachen
zurückführt, die anhand von 3 Dimensionen klassifiziert werden:
Lokation/Lokus: Ist die Ursache intern (in der Person selbst) oder extern (in der Umwelt) gelegen
Stabilität: Ist die Ursache stabil (dauerhaft) oder variabel (veränderlich)?
Kontrollierbarkeit: Ist die Ursache kontrollierbar (kann von der Person beeinflusst werden) oder
unkontrollierbar?
- Erklärung des Misserfolgs einer nicht bestandenen praktischen Fahrprüfung eines Fahrschülers nach Weiner:
- Interne, stabile, unkontrollierbare Ursache (Fähigkeit): Der Fahrschüler attribuiert den Misserfolg auf
mangelnde Fahrbegabung ("Ich bin einfach zu unbegabt zum Autofahren"). Dies führt oft zu geringer
Erwartung zukünftigen Erfolgs und negativen Emotionen wie Scham.
- Interne, variable, kontrollierbare Ursache (Anstrengung): Der Fahrschüler attribuiert den Misserfolg auf
mangelnde Anstrengung ("Ich habe nicht genug Fahrstunden genommen und zu wenig geübt"). Dies kann zu
Schuldgefühlen führen, aber auch die Erwartung stärken, dass zukünftiger Erfolg durch mehr Anstrengung
erreichbar ist.
- Externe, variable, unkontrollierbare Ursache (Glück/Zufall): Der Fahrschüler attribuiert den Misserfolg auf
Pech ("Der Prüfer hatte heute einfach schlechte Laune" oder "Die Verkehrssituation war extrem ungünstig").
Dies kann zu Ärger führen, aber die Erwartung zukünftigen Erfolgs bleibt bestehen, da die Ursache variabel
und nicht kontrollierbar ist.
- Externe, stabile, unkontrollierbare Ursache (Aufgabenschwierigkeit): Der Fahrschüler attribuiert den
Misserfolg darauf, dass die Prüfung an sich zu schwer war oder die Prüfungsstrecke unfair war.


6) Nennen Sie mind. 3 Begriffe des Elaboriations-Likelihood-Modells. Erklären Sie die Informationsverarbeitung
der beiden Informationswegen. Wodurch wird die Informationsverarbeitung verarbeitet (Ablenkung und
Wiederholung) und wie sind sie charakterisiert?
- Elaborations-Likelihood-Modell (ELM) nach Petty und Cacioppo beschreibt, wie Menschen persuasive
Botschaften verarbeiten und Einstellungen ändern
- es gibt 2 Hauptwege der Informationsverarbeitung:
Zentrale Route (Central Route): Motivation und Fähigkeit zur Verarbeitung einer Botschaft sind hoch. Die
Menschen elaborieren (verarbeiten) die Argumente der Botschaft sorgfältig und kritisch =>
Einstellungsänderung über zentrale Route ist stabiler, widerstandsfähiger und vorhersagbarer für zukünftiges
Verhalten


o Begriffe: Elaboration, Argumentqualität, Motivation, Fähigkeit.
o Informationsverarbeitung: Systematische, bewusste und kritische Auseinandersetzung mit den
Inhalten und Argumenten der Botschaft -> Personen prüfen die Logik und Relevanz der Argumente


Periphere Route (Peripheral Route): Motivation oder Fähigkeit zur Verarbeitung ist gering. Hier verlassen
sich Menschen auf periphere Hinweisreize (Cues) wie die Attraktivität des Senders, die Länge der Botschaft,
die Anzahl der Argumente oder die Reaktion anderer => Einstellungsänderung über periphere Route ist oft
weniger stabil, anfälliger für Gegenargumente und weniger vorhersagbar für zukünftiges Verhalten


o Begriffe: Periphere Hinweisreize, Heuristiken, Attraktivität des Senders.

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Dokument Information

Studium
Hochgeladen auf
2. januar 2026
Anzahl der Seiten
5
geschrieben in
2024/2025
Typ
Prüfung
Enthält
Fragen & antworten
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