Linguistik Einleitung
Linguistik: Sprachwissenschaft, Wissenschaft über (menschliche) Sprache
Was macht der Linguistiker?
- Sprache untersuchen und beschreiben
- Sprache als System
- Sprache im Gebrauch (Anwendung, mündlich & schriftlich)
- Bedeutungen von Sprache
- Entstehung und Herkunft von Sprache
- Geschichte der Sprache
- Erlernen und Artikulieren von Sprache
- Sprachstörungen
Pragmatik: untersucht die Situation, in der man spricht (Ort, Zeit, Umgebung) die
sozialen Faktoren sind nicht so wichtig
Patholinguistik: medizinische Linguistik, untersucht, was z.B. nach einem Unfall mit
dem Gehirn passiert
Soziolinguistik: untersucht, ob man in verschiedenen Gruppen anders spricht
(Soziolekt: von der Gruppe anhängige Sprache, z.B. Kindersprache, Jugendsprache,
usw.)
Orthografie: Rechtschreibung
Orthophonie: korrekte Aussprache
Spracherwerb: wie erlernt man eine Sprache?
Textlinguistik: Bedeutung eines Textes wird untersucht
Sprachgeschichte: Entwicklung der Sprache im Laufe der Zeit
Dialektologie: jede Sprache hat sehr viel Dialekte (regionale Varietäten Ort)
Semantik: beschäftigt sich mit der Bedeutung von Sprache
Psycholinguistik: untersucht, welcher Einfluss die Psyche eines Menschen auf dem
Gebrauch der Sprache hat
Teildisziplinen der Linguistik
Sprache:
, - Wir sprechen die gleiche Sprache
- Mehrere Sprachen innerhalb einer Sprache
- Mündlich und schriftlich
- Varietäten und Stil
Dialekt, Soziolekt und informell/formell
- Kompetenz versus Performanz
Wissen : Anwendung
- Norm versus System (Regeln)
Stil/Konvention : Grammatik/Rechtschreibung
Kompetenz versus Performanz
Kompetenz heißt: ich habe etwas gelernt, z.B. Grammatik Regeln, ich kann die Regeln auch
auswendig aufsagen.
Performanz heißt z.B.: ich kann diese Regeln schriftlich und mündlich korrekt anwenden,
auch automatisiert und auch wenn ich z.B. gestresst bin.
Norm versus System
Eine sprachliche Norm kann ein Stil sein (vornehm reden, nicht fluchen) aber grammatische
Regeln sind auch eine Norm, diese Norm nennt man Regeln eines Systems. Diese Norm ist
zugleich eine Regel und bindend, nicht Beachten wird bestraft (mit z.B. einer schlechten
Schul-Note).
Für wen ist Linguistik hilfreich?
- Sprachlehrer à Ein Sprachlehrer sollte ein hohes Maß an
intuitiver Sprachbeherrschung und automatischem Sprachwissen besitzen. Explizites
Sprachwissen ist wichtig beim Vermitteln von Regeln. Nicht nur für eine gute
Aussprache oder das Schreiben, sondern auch für Anwendung, Wortschatz, Stil
- Politiker
- Redner
- Journalisten
- Ärzte
- Logopäden
Wie untersucht die Linguistik?
- Vogelperspektive: Sprache beobachten, Spielregeln des Gebrauchs beschreiben
- Sprache einteilen in Eigenschaften (z.B.: sozial, geografisch), klassifizieren
- Regeln und Funktion der Sprache berücksichtigen: Ort, Zeit, Umstand
- Für wen ist Linguistik hilfreich? Sprachlehrer, Politiker, Redner, Journalisten, Ärzte,
Logopäden.
- Die Linguistik schreibt nicht vor, stellt keine Regeln auf, sie beschreibt nur, was sie
sieht.
Sprachliche Norm:
- Was ist korrekt, was nicht? Wer bestimmt das? Ist das eine feste Grösse (immer
gleich)?
These: Je mehr Logopäden ausgebildet werden, desto mehr Legastheniker gibt es.
, - Wer legt eine sprachliche Norm fest?
- Was geschieht, wenn das Individuum von dieser Norm abweicht?
Was finden wir gut/positiv und was schlecht in dieser Skala? Warum? Wie ist das messbar?
- vorbildlich
- akzeptiert
- akzeptabel
- inakzeptabel
- pathologisch therapierbar
- pathologisch nicht therapierbar
Abweichung Norm
Aphasie Pathologisch nicht therapierbar
Legasthenie Pathologisch therapierbar
Stottern Pathologisch therapierbar
zu leise sprechen
grammatische Fehler Akzeptabel
nur Hauptsätze
Gaumenspalte Akzeptabel
vulgär (= zu einfach, zu oberflächig) Pathologisch (nicht) therapierbar
undeutliche Aussprache Pathologisch therapierbar
Sprache = Wissen
Arten von Sprachwissen:
- Unbewusstes Alltagswissen der Sprache: wer eine gute Allgemeinbildung hat,
versteht in der Muttersprache viel mehr als jemand, der das nicht hat. (größeren
aktive und passive Wortschatz). Das lernt man unbewusst.
- Erlerntes Schulwissen der Sprache: Grammatik, Bewerbung, Regeln
- Studiertes Wissen über Sprache: Hochschule, C1 Fremdsprache. Das lernt man
bewusst.
- Muttersprache?
- Fremdsprache?
Kommunikationsmodel: Sender-Empfänger Modell
, Kommunikative Kompetenz: wichtig, damit Empfänger versteht, was der Sender sagt.
laut & deutlich
langsam
Sprachkompetenz: korrekte Wortschatz, korrekte Aussprache, korrekte Sätze
Allgemeinwissen: das Wissen nicht nur über die Theorie, sondern auch das Wissen über den
Empfänger
Informationen darauf anpassen
Physischer & psychischer Zustand: Sender muss sich gut fühlen, die Informationen
überzubringen
Absicht: dafür sorgen, dass der Empfänger die Information versteht.
Ob der Empfänger versteht, was der Sender sagt, hängt ab von der Situation:
Ort
1. Zeit
2. Personen
Der Sender kodiert die Botschaft, der Empfänger dekodiert die Botschaft
1. nichtsprachliche Zeichen (Semiotik)