KAPITEL 1: METHODENLEHRE KAPITEL 2: HYPOTHESEN KAPITEL 3: THEORIEN
KAPITEL 4: KORRELATIONEN KAPITEL 5: VON DER IDEE ZUR KONKRETEN FORSCHUNGSFRAGE
KAPITEL 6: DIE GRUNDIDEE DES EXPERIMENTIERENS KAPITEL 7: REAKTIVITÄT
KAPITEL 8: TECHNIKEN ZUR KONTROLLE VON STÖRVARIABLEN
KAPITEL 9: OBJEKTIVITÄT UND RELIABILITÄT KAPITEL 10: VALIDITÄT
KAPITEL 1: METHODENLEHRE
Korrelation Zusammenhang zwischen Variablen
Reliabilität Zuverlässigkeit einer Messmethode
• ist ein Experiment reliabel, lässt es sich reproduzieren
Validität Gültigkeit einer Messung
Objektivität Ersuchungsergebnis gleich unabhängig vom Experimentator
Störvariable Zustände, die den Verlauf des Experiments beeinflussen
• teilweise personengebunden
Stereotype Meinung, dass manche Leute/Gruppen bestimmte Eigenschaften haben (=Vorurteile):
über Männer, Frauen, Berufsgruppen
• haben oft einen wahren Kern, werden in der Alltagspsychologie aber generalisiert
und stark übertrieben
Wahrnehmung Bei Lebewesen (der Prozess und) das subjektive Ergebnis der Informationsgewinnung
und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem Körperinneren
• Wahrnehmung ist von Faktoren wie eigenen Überzeugungen, Sauerstoffzufuhr,
eigenen Ängsten… abhängig
Selektive Konzentration auf bestimmte Sachen (Auffälligkeiten) und bewusstes Nicht-
Aufmerksamkeit Konzentrieren bei anderen Umständen: schlecht schlafen bei Vollmond, statt bei
Neumond
confirmation bias Bestätigungsfehler (wir sehen nur das, was wir sehen wollen)
• die Tendenz, an einer einmal gefassten Hypothese – auch wenn sie
möglicherweise falsch ist – festzuhalten
• läuft automatisch und unbewusst ab
Konsistenztheorie Menschen umgeben sich tendenziell lieber mit Informationen, die sie in ihren
Überzeugungen bestärken: politische Ansichten, Wertvorstellungen, Standards,
Interessen, soziales Umfeld
• es ist gut, wenn 2 Ansichten übereinstimmen
Primacy effect Wenn Personen viele Informationen auf einmal beurteilen sollen, beachten sie dabei
meist die zuerst Genannten
• 1. Eindruck prägt weitere Verarbeitung
Belief resistance Hat sich Person einmal für eine bestimmte Überzeugung entschieden, ist es schwierig,
(Glaubensresistenz) sie von dieser Überzeugung wieder abzubringen – selbst mit widersprechenden
Befunden
„one-sided events“ Registrierung von bestimmten Ereignissen nur bei Auftritt (Auffälligkeit), nicht aber bei
Auslassung des Ereignisses: Vorhersagen, Vollmond/Neumond
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,„two-sided events“ Registrierung des Nicht-Eintretens bestimmter Ereignisse genauso stark, wie das
Eintreten wäre: Münzwurf Kopf Zahl
false memories Unsere Erinnerung ist sehr fehleranfällig, wir dichten uns das zurecht, was uns
gefällt/nützt (ob positiv oder negativ: bei depressiven Menschen)
Hindsight bias Rückschaufehler (im Nachhinein meinen wir, wir hätten vorhersehen können was
geschehen würde („Das war doch klar“)): Börsen Crashs, Wahlen, Zucker – Daibetes
Relative risk reduction Relative Risikoreduktion
(RRR) • ein Maß, um die Wirksamkeit einer neuen Therapie im Vergleich zu einer
anderen Therapie zu beschreiben
• gibt an, um wieviel das bestehende Risiko durch eine Intervention vermindert
wird
• ist pro Fall, also im Verhältnis (relativ) zu betrachten: Risiko mit Impfung
(Intervention) zu erkranken (Covid-19)
Absolute risk reduction Absolute Risikoreduktion
(ARR) • gibt an, um wieviel % das bestehende Risiko durch eine Intervention verringert
wird
• ist auf alle Untersuchten (absolut) zu betrachten: wie viele Menschen erkranken
am Virus (mit und ohne Impfung)
Self-fulfilling prophecy Interaktion zwischen dem Beobachter und dem Untersuchungsobjekt, durch die sich das
Untersuchungsobjekt entwickelt wie tatsächlich behauptet
• Attraktivitätsstereotyp: schönen Menschen werden vorerst deutlich positivere
Eigenschaften zugeordnet als weniger Attraktiven
• Labeling-Effekt: bestimmte Namen werden mit bestimmten
Eigenschaften/sozialen Hintergründen verbunden: bei Schülern
• Pygmalion-Effekt: Überzeugungen einer Person können Verhalten anderer
Personen beeinflussen
Heuristiken Faustregeln, die schnell, einfach und praktisch anzuwenden sind und dem Überlehen
dienen: Tiger im Gebüsch
• stimmen zwar nicht immer, aber Täuschungen in Einzelfällen sind eben
Kollateralschäden
• denn in der Natur (Evolution) geht es nicht darum, die Wahrheit herauszufinden,
sondern darum zu überleben
Wissenschaft „Wissenschaft ist eine Sammlung von Methoden, um sich bei der Prüfung von
Vermutungen nicht zu täuschen.“
• Ansprüche der wissenschaftlichen Psychologie: Beschreiben -> Erklären ->
Vorhersagen (& richtig liegen) -> Verändern
KAPITEL 2: HYPOTHESEN
Universelle Hypothesen Machen Aussagen über alle Fälle eines bestimmten Bereichs: „Alle Babys krabbeln
• müssen falsifiziert zuerst, bevor sie laufen lernen.“
werden
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, Existenzielle Hypothesen Behauptet einen Sachverhalt für mindestens einen Fall: „Es gibt Menschen, die bei
• müssen verifiziert Tönen Farben sehen.“
werden
Hypothesen über Anteile Behauptungen für einen mehr oder weniger scharf eingegrenzten Anteil aller
möglichen Fälle: „88-95% aller Menschen sind Rechtshänder.“
Verifikation Eine Hypothese gilt als verifiziert, wenn sie als wahr bewiesen wurde
• positiv beweisbar
Falsifikation Eine Hypothese gilt als falsifiziert, wenn sie als falsch bewiesen wurde
• widerlegt
Grad der Bewährung Wie gut bewährt eine Hypothese ist
• eine Hypothese, die noch nie widerlegt werden konnte, gilt als gut bewährt
Außergewöhnliche Unkonventionelle erkenntnistheoretische Annahmen (Verschwörungstheorien)
Behauptungen • sind nicht notwendigerweise falsch, sie erfordern aber einer genauen Prüfung
Pseudo-Hypothesen Was sich logisch aus einer Definition herleiten lässt, ist keine Hypothese: „Alle
Junggesellen sind unverheiratet.“
Hypothese Hypothesen stellen eine mögliche Erklärung dar, die im weiteren Verlauf getestet
werden kann/muss
• Voraussetzungen für Überprüfbarkeit einer Hypothese: Widerspruchsfreiheit,
Kritisierbarkeit, Operationalisierbarkeit
Widerspruchsfreiheit Wenn man mehrere Hypothesen hat, müssen sie in sich widerspruchsfrei sein.
Kritisierbarkeit Eine Hypothese ist kritisierbar, wenn es eine Chance gibt, sie zu widerlegen
Operationalisierbarkeit Eine Hypothese ist operationalisierbar, wenn den Begriffen, die in ihr vorkommen,
beobachtbare Daten zugeordnet werden können (Begriffe müssen vereinfacht werden
können)
KAPITEL 3: THEORIEN
Theorie Eine Theorie ist ein abstraktes wissenschaftliches Modell oder Konzept, das einen
Ausschnitt der Wirklichkeit zu erklären versucht
• es ist ein System aus Hypothesen
• Qualitätskriterien für Theorien: Explizitheit, Empirische Verankerung,
Widerspruchsfreiheit, Prüfbarkeit, Vollständigkeit, Sparsamkeit, Produktivität,
Anwendbarkeit
Modell Ein vereinfachtes Abbild der Realität
Explizitheit Begriffe müssen präzise, klar und eindeutig definiert sein.
Empirische Begriffe der Theorie sollen sich indirekt oder direkt auf Beobachtungsdaten beziehen.
Verankerung
Widerspruchsfreiheit Die aus der Theorie ableitbaren Aussagen sollen sich nicht widersprechen.
Prüfbarkeit Die Aussagen der Theorie sollen sich empirisch überprüfen lassen.
Vollständigkeit Die Aussagen der Theorie sollen alle bekannten Phänomene des Gegenstandsbereichs der
Theorie erklären. (je umfassender und vollständiger eine Theorie ist, desto schwieriger ist
sie zu prüfen)
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