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Psychologie (B.Sc.) (8 Sem.) PO:04/21
Einsendeaufgabe
Allgemeine Psychologie I - Gedächtnis
Aufgabe 1
Atkinson und Shiffrin (1986) schlagen in ihrem Modell drei verschiedene
Gedächtnisspeicher vor. Nennen Sie die drei Speicher und beschreiben Sie sie
hinsichtlich der Dauer der Speicherung, der Kapazität und der Repräsentation von
Informationen.
Die drei von Atkinson und Shiffrin vorgeschlagenen Speicher sind das sensorische
Gedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis oder der Kurzzeitspeicher und das Langzeitgedächtnis
oder der Langzeitspeicher. Dieses Modell geht davon aus, dass Gedächtnisinhalte
nacheinander folgend die verschiedenen Gedächtnisspeicher durchlaufen und kann dabei
noch durch weitere Modelle wie durch das Arbeitsgedächtnismodell ergänzt werden.
Das sensorische Gedächtnis nimmt Informationen über die verschiedenen Sinnesorgane
direkt aus der Umwelt auf und speichert diese dann nur für einen sehr kurzen Zeitraum ab,
bevor ein geringer Anteil an das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet wird. Die Inhalte werden
während der kurzen Dauer visuell oder auditiv repräsentiert also modalitätsspezifisch. Die
Kapazität des sensorischen Gedächtnisses ist dabei immens hoch jedoch können die
aufgenommen Inhalte nicht bewusst abgerufen oder verarbeitet werden. Das
Kurzzeitgedächtnis dient der ersten bewussten kurzfristigen Speicherung (etwa 15 bis 30
Sekunden) von Informationen zum Zweck des Problemlösens oder Verstehens von Daten in
meist entweder akustischer oder sprachlicher Form. Diese kurze Dauer kann jedoch durch
ständiges Wiederholen und Auffrischen der jeweiligen Information verlängert werden. Die
Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses ist ebenfalls gering, das Ziel ist es hierbei
Informationen nur zum Verarbeiten zu nutzen und sie ansonsten in das Langzeitgedächtnis
zu übertragen, wenn sie noch weiter benötigt werden könnten. Das Langzeitgedächtnis
selbst speichert Informationen über den längsten aber unbestimmt langen Zeitraum.
Informationen liegen hier mit einer unbegrenzten Kapazität in manchen Fällen das ganze
Leben lang vor. Die Informationen, die aus dem Kurzzeitgedächtnis in das
Langzeitgedächtnis einfließen erreichen diesen Status basierend auf ihrer Wichtigkeit und
der Anzahl der Wiederholungen, die sie im Kurzzeitgedächtnis erfahren haben. Die Inhalte
des Langzeitgedächtnisses liegen am häufigsten in semantischer Form vor.
Seite1 PFH-Private Hochschule Göttingen 26.06.2025