Kern geografischer Bildung Grundintentionen der geografischen Perspektive
Kern geografischer Bildung - Entwicklung der Orientierungsfähigkeit
= Schaffung von Raumvorstellungen, topografische Orientierung - wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch und Raum
- Sensibilisierung für das verändernde Wirken der Menschen in Räumen
Topografische Raumvorstellung: - Erfahren, dass Räume durch Leistungen vieler Generationen beeinflusst
Lage, Distanzen, Dimensionen (vgl. Entwicklungsstufen) und geprägt wurden
- Begreifen, dass gegenwärtige räumliche Gegebenheiten in der Zukunft ver-
Sozialgeografische Raumvorstellung (Schrettenbrunner): änderbar sind
- Auswirkungen einzelner Gruppen auf den Raum (phys. Gegebenheiten)
- Grunddaseinsfunktionen der Mensch-Raum-Beziehungen: Wohnen, Le- Mobilität:
ben in der Gemeinschaft, Arbeiten, Sich-Versorgen, Sich-Bilden, Sich-Er- - vielseitige Beteiligung am Straßenverkehr
holen, Verkehrsteilnahme - flexibles und situationsbezogenes Verhalten im Straßenverkehr
- Zusammenhänge zw. Natur, Wetter, Kultur, Form (Geomorphologie) - Schulung von Wahrnehmungs-, Reaktionsvermögen und motorischen
Grundfertigkeiten
Beispiele mit Lebensweltbezug:
- Hat unser Krankenhaus eine günstige Lage?
- Welchen Bauplatz soll Familie Mustermann kaufen? Kindliche Entwicklungsstufen des räumlichen Denkens (Piaget & Inhelder)
- Warum zeigen unsere Klassenfenster alle zum Pausenhof?
- Auf welchem Weg wandern wir zum...?
1. Sensumotorische Phase (0-2 Jahre)
Denken und Handeln bilden Einheit, Raum wird enaktiv erlebt (Greif-
raum, Laufraum), Zeichnungen ohne räumliche Übereinstimmung
Orientierung
2. Präoperationale Phase (2-7 Jahre)
Entwicklung einfacher Begriffsebene, Kategorieaufbau über Relationsbe-
Orientierung im Geografieunterricht: griffe (größer, näher, ...), vorwiegend topologisches Raumverständnis,
- Orientierungsbegriffe hängen vom Standpunkt ab (sind relativ) erste logische Zuordnungen
- Orientierungsübungen sind methodisches Grundprinzip und fördern die 3. Phase der konkreten Operationen (7-11 Jahre)
„mental maps“ Räumliches Denken zunehmend projektiv (erfasst auch Perspektiven, die
vom Ich unabhängig sind), Mischung Ansicht + Zentralperspektive
Orientierungshilfen: 4. Phase der formalen Operationen (ab 11 Jahren)
- Natürlich: Sonne, Schatten, Sterne, Moos, Erdpole Denken löst sich von Orientierung an konkreten Gegenständen, von der
- Künstlich: Karte, Navigationssysteme, Altar in Kirchen statischen Erfassung des wahrgenommenen Raums zum vorgestellten
- Genormt: Namen der Himmelsrichtungen („ein-norden“) Raum (euklidische Raumvorstellung)
, Geografieunterricht in der Grundschule Geo
Sequenzielle Aspekte zu geografischen Schwerpunkten Vermittlung von Methoden- und Medienkompetenz
- Himmelsrichtungen: Lagebeziehungen des Menschen, Fachspezifische Arbeitsweisen im Rahmen der originalen Begegnung
Nutzung bei Fragen des Wohnens, bei Fragen der Vegeta- - Bestimmen: Bodenbeschaffenheit prüfen, Straßen benennen
tion, Standpunkt und Zielpunkt halten die Richtung fest - Erkunden: Umgebung (Schulhaus, Schulumgebung, Ortsteil, Landkreis)
- Grundrissdarstellung: Entstehung des Grundrisses durch - Orientieren: ohne Instrumente oder mit Hilfsmitteln
„Draufsicht“ (Vogelperspektive), Methode: Bestäuben, - Schätzen: Richtungen, Lagen, Entfernungen, Höhen
Umfahren, auf Folie darüber abzeichnen - Messen: Meterstab, Fließgeschwindigkeit, Tiefe eines Gewässers, Windstärke
- Verebnung / Entwicklung der Karte: Mit Sandkasten (auch - Zeichnen: einfache (Lage-)Skizzen, Grundrisse, Karten
klein für Hand des Schülers), Drei Lehrgänge zur Einfüh- - Beobachten: Wettererscheinungen, Sonnenstand im Tageslauf
rung → Methodenintegration - Zählen: Passanten, Verkehrsmittel
- Wettererscheinungen: Aufzeichnungen zu Langzeitbe- - Versprachlichung: Ausbildung eines Lage- und Distanzbewusstseins, Entdecken raumgestal-
obachtungen, Beziehungen zwischen Wetter und Naturphä- tender Faktoren, Diskutieren von Verbesserungsmöglichkeiten, Befragungen
nomenen
Fachspezifische Arbeitstechniken an Repräsentanten der geografischen Wirklichkeit
- Modelle fertigen: Sandkasten, Styropor, Lego, Pappe
- Entnehmen geografischer Informationen aus (audio-)visuellen Medien: Lokalisieren, Feststel-
Zuordnung der Verkehrserziehung zu Lernbereich 5
lung der Himmelsrichtungen, Ordnung der Erscheinungen
Räume wahrnehmen und sich orientieren Fachspezifische Arbeitstechniken an geografischen Arbeitsmitteln
- Vergleich räumlicher Situationen (1/2) - Selbstständige Erstellung von Diagrammen: Statistisches Material beschaffen, Daten bearbei-
- Heimatort in Beziehung zu größeren räumlichen Einheiten ten, treffende Symbole entwerfen
(3/4) - Messinstrumente sachgerecht verwenden: Kompass („ein-norden“), Sonnenuhr
- Nutzung von Orientierungsstrategien (ab 1/2) - Graphiken: gezielte Informationsentnahme, Schlussfolgerungen ziehen, Raumvorstellungen
- Einheiten der politischen und geografischen Gliederung entwickeln, Verschaffen eines Überblicks auf der Erde
(3/4) - Orientierungsübungen: Umgang mit dem Kompass, Arbeit mit und in Gitternetzen
- Begriffsarbeit: Lagebeziehungen, Wegbeschreibungen, Mensch-Raum-Beziehung
Räume nutzen und schützen - Sandkastenarbeit: Dreidimensionaler Mittler zwischen Wirklichkeit und Karte
Nutzung, Gestaltung, Veränderung und ggf. Gefährdung des Raums
(ab 1/2) Fachgemäße Arbeitsweisen auf einen Blick:
Bestimmen, schätzen, messen, Modelle bauen, Pläne anfertigen, Umgang mit verschiedenen Karten,
Mobilität im Raum Verwendung moderner Navigationsgeräte, Orientieren mit Karten
Verschiedene Formen der Mobilität (ab 1/2)