D IE D AILY T ELEGRAPH
A FFÄRE
Welche Elemente der Affäre charakterisieren Deutschland
im frühen 20 Jahrhundert als
Elena Magali Juarez Pacheco
S2, P4
Im Fach Geschichte (Seminar) bei: Rainer Pieper
6/28/2024
, Seite 1
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vorstellung des Themas…………………………………………………………………2
Sonderwegsthese und Deutschland als „verspätete Nation“…………………………….2
Zielsetzung………………………………………………………………………………3
Analyse der Affäre
Historischer Kontext……………………………………………………………………..4
Inhalt des Interviews……………………………………………………………………..5
Ausmaß des Interviews und Skandalisierung…………………………………………….9
Deutschland als „verspätete Nation“ / „Sonderweg“?...................................................................11
Kontext mit der Daily-Telegraph-Affäre…………………………………………………………….12
Fazit……………………………………………………………………………………...12
Schluss
Quellenverzeichnis………………………………………………………………………..15
1
, Seite 2
Vorstellung des Themas
Am 28. Oktober 1908 veröffentlich das Londoner Massenblatt „The Daily Telegraph“ ein
Interview des ehemaligen britischen Militärangestellten Edward James Stuart Wortley mit
Kaiser Wilhelm II. und löst damit einen politischen Skandal mit enormen Auswirkungen aus.
Die als Interview dargestellte Unterhaltung, die Wilhelm II. auf einem dreiwöchigen Ausflug
auf Schloss Windsor mit Wortley führte, enthält ungefilterte Aussagen des Kaisers über die
deutsch-britische Beziehung, Deutschlands Rolle während des Burenkrieges und den
deutschen Flottenbau, der die Engländer verunsicherte.
Nicht nur die Selbstinszenierung des Kaisers in dem Gespräch als Friedensbringer und
Kriegsheld, sowie die scheinbar unbedachten außenpolitischen Aussagen, sondern auch die
Reaktion der politischen Gremien, sowie des Kanzlers Bülow, sorgten in der Bevölkerung für
Empörung und Unzufriedenheit mit der Regierung und dem Staatsoberhaupt. So rechtfertigte
sich der, für die Freigabe des Textes zuständige, damalige Kanzler mit immer wieder
variierenden Geschichten des Prüfungsprozesses des Interviews vor seiner Veröffentlichung,
indem er die Schuld von sich Schob. Dieses Krisenmanagement in Verbindung mit einer
bestürzten Reaktion der politischen Elite Deutschlands, trug somit zu der außergewöhnlichen
Eigendynamik des Skandales bei, die es in dieser Facharbeit näher zu untersuchen gilt.
Sonderwegsthese und Deutschland als „verspätete Nation“
Zwischen Historikern und Forschern entsteht um 1960 die Diskussion, ob Deutschland zur
Nationalstaatsbildung im Vergleich zu anderen Staaten in Europa einen ‚Sonderweg‘
gegangen ist.
Die sogenannte „Sonderwegsthese“, die besonders durch den Historiker Hans Ulrich Wehler
geprägt worden ist, besagt, dass die nationalstaatliche Entwicklung Deutschlands sich
signifikant vom europäischen ‚Regelfall‘ (z.B französische Nationalstaatsbildung)
2
A FFÄRE
Welche Elemente der Affäre charakterisieren Deutschland
im frühen 20 Jahrhundert als
Elena Magali Juarez Pacheco
S2, P4
Im Fach Geschichte (Seminar) bei: Rainer Pieper
6/28/2024
, Seite 1
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vorstellung des Themas…………………………………………………………………2
Sonderwegsthese und Deutschland als „verspätete Nation“…………………………….2
Zielsetzung………………………………………………………………………………3
Analyse der Affäre
Historischer Kontext……………………………………………………………………..4
Inhalt des Interviews……………………………………………………………………..5
Ausmaß des Interviews und Skandalisierung…………………………………………….9
Deutschland als „verspätete Nation“ / „Sonderweg“?...................................................................11
Kontext mit der Daily-Telegraph-Affäre…………………………………………………………….12
Fazit……………………………………………………………………………………...12
Schluss
Quellenverzeichnis………………………………………………………………………..15
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Vorstellung des Themas
Am 28. Oktober 1908 veröffentlich das Londoner Massenblatt „The Daily Telegraph“ ein
Interview des ehemaligen britischen Militärangestellten Edward James Stuart Wortley mit
Kaiser Wilhelm II. und löst damit einen politischen Skandal mit enormen Auswirkungen aus.
Die als Interview dargestellte Unterhaltung, die Wilhelm II. auf einem dreiwöchigen Ausflug
auf Schloss Windsor mit Wortley führte, enthält ungefilterte Aussagen des Kaisers über die
deutsch-britische Beziehung, Deutschlands Rolle während des Burenkrieges und den
deutschen Flottenbau, der die Engländer verunsicherte.
Nicht nur die Selbstinszenierung des Kaisers in dem Gespräch als Friedensbringer und
Kriegsheld, sowie die scheinbar unbedachten außenpolitischen Aussagen, sondern auch die
Reaktion der politischen Gremien, sowie des Kanzlers Bülow, sorgten in der Bevölkerung für
Empörung und Unzufriedenheit mit der Regierung und dem Staatsoberhaupt. So rechtfertigte
sich der, für die Freigabe des Textes zuständige, damalige Kanzler mit immer wieder
variierenden Geschichten des Prüfungsprozesses des Interviews vor seiner Veröffentlichung,
indem er die Schuld von sich Schob. Dieses Krisenmanagement in Verbindung mit einer
bestürzten Reaktion der politischen Elite Deutschlands, trug somit zu der außergewöhnlichen
Eigendynamik des Skandales bei, die es in dieser Facharbeit näher zu untersuchen gilt.
Sonderwegsthese und Deutschland als „verspätete Nation“
Zwischen Historikern und Forschern entsteht um 1960 die Diskussion, ob Deutschland zur
Nationalstaatsbildung im Vergleich zu anderen Staaten in Europa einen ‚Sonderweg‘
gegangen ist.
Die sogenannte „Sonderwegsthese“, die besonders durch den Historiker Hans Ulrich Wehler
geprägt worden ist, besagt, dass die nationalstaatliche Entwicklung Deutschlands sich
signifikant vom europäischen ‚Regelfall‘ (z.B französische Nationalstaatsbildung)
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