Inhaltsverzeichnis: Herrscherdynastien und Kaisertum im Mittelalter
1. Die Merowinger .................................................................................................................. 3
1.1. Entstehung des Frankenreichs .................................................................................... 3
1.2. Reichsteilung und weitere Expansion unter den Söhnen Chlodwigs .......................... 6
1.3. „Monarchie“ Chlothars II. (613-629) und Dagoberts I. (623/29-638/39) ................... 8
2. Die Karolinger ................................................................................................................... 10
2.1. Herkunft und Aufstieg der Familie ............................................................................ 10
2.2. Pippin der Jüngere: Papsttum und Frankenreich ...................................................... 12
2.3. Karl der Große: Errichtung eines christlichen Kaiserreichs ....................................... 13
2.4. Ludwig der Fromme: Ein Reich der Bischöfe und Klöster ......................................... 16
2.5. Lothar I., Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle: Das geteilte Frankenreich ........ 19
3. Die Ottonen ...................................................................................................................... 22
3.1. Herkunft und Aufstieg der Familie ............................................................................ 22
3.2. Heinrich I.: Stabilisierung des Königtums und Sicherung des Reiches ...................... 22
3.3. Otto I. der Große ...................................................................................................... 25
3.4. Otto II.: Kampf um Macht und Rang ......................................................................... 29
3.5. Otto III....................................................................................................................... 30
3.6. Heinrich II.: Königsherrschaft zwischen Milde und neuartiger Härte ....................... 32
4. Die Salier ........................................................................................................................... 34
4.1. Aufstieg der Familie .................................................................................................. 34
4.2. Konrad II. .................................................................................................................. 34
4.3. Heinrich III.: Sakralkönig als Kirchenreformer ........................................................... 37
4.4. Heinrich IV.: Konflikt um König- und Papsttum und der Investiturstreit ................... 40
4.5. Heinrich V.: Kompromiss zwischen König und Papst mit Rat und Hilfe der Fürsten .. 45
5. Die Staufer ........................................................................................................................ 49
, 5.1. Ursprung und Aufstieg der Familie ........................................................................... 49
5.2. Konrad III. ................................................................................................................. 49
4.3. Friedrich I. Barbarossa .............................................................................................. 52
4.4. Heinrich VI. ............................................................................................................... 56
4.5. Der Thronstreit von 1198 ......................................................................................... 57
4.6. Friedrich II................................................................................................................. 59
6. Das Interregnum ............................................................................................................... 61
7. Spätmittelalterliches Königtum ......................................................................................... 63
8. Königtum, Kaisertum und Königswahl............................................................................... 67
, Herrscherdynastien und Kaisertum im Mittelalter
1. Die Merowinger
Literatur: Ulrich Knefelkamp (Das Mittelalter), Matthias Becher (Merowinger und Karolinger), Eugen Ewig (Die
Merowinger und das Frankenreich)
Quellen: Gregor von Tours, karolingische Geschichtsschreiber (später Merowingerzeit)
1.1. Entstehung des Frankenreichs
- Franken als Zusammenschluss mehrerer Stammesgruppen mit unterschiedlicher
Identität, aber gemeinsamer Tradition -> Identifikation am Ende der Ethnogenese mit
Namen „Franken“ (übersetzt: die Ehrgeizigen, Kühnen, Tapferen; bevorzugten selbst Bedeutung: die
Freien)
- Beeinflussung durch politische und militärische Strukturen der Römer (Akkulturation)
- Vorrücken in größeren Gruppen in die Gebiete des heutigen Belgien und nördlichen
Frankreich -> Niederlassung und Ansiedelung verlief meist friedlich, Aufstände wurden
niedergeschlagen
- Childerich (+ 482) als erster historisch fassbarer fränkischer Heerführer
-> Unterstützung der römischen Statthalter mit kampferprobten Truppen, Ausbau
seiner Residenz zu militärischem und administrativem Zentrum
- Expansion des fränkischen Herrschaftsbereichs bis zur Regierungszeit Chlodwigs:
, Chlodwig I. (482-511), primus rex francorum
- Charakterisierung:
o Skrupelloser, ehrgeiziger und machtgieriger Herrscher (laut Gregor von Tours)
o Ziel: Anreißen der Macht in möglichst vielen Territorien
- 482: Übernahme der Verwaltung der römischen Provinz Belgica secunda
- 486: Sieg über den römischen Heermeister Syagrius -> Übernahme dessen
Machtbereichs
- Um 491: Annexion des thüringischen Kleinreichs in der Belgica
- Errichtung einer „Francia“ rund um seine neue Hauptstadt Soissons (reichte vom
Kohlewald bis zur Loire) mit Westgoten (Hauptort: Toulouse) und Burgunder
(Hauptort: Lyon) als direkte Nachbarn; gespanntes Verhältnis zu Westgoten, zu
Burgundern keine Vorbehalte -> Bündnis mit Burgundern durch Heirat
Übertritt Chlodwigs zum Christentum
- Heirat mit burgundischen Prinzessin Gundechilde (katholische Nichte des
Burgunderkönigs Gundobad) -> zunächst erfolgloser Versuch Gundechildes Chlodwig
zu bekehren, katholischer Einfluss am fränkischen Hof wächst
- Heirat von Chlodwigs Schwester mit mächtigem Ostgotenkönig Theoderich
(arianischer Glaube, Schwester nimmt Arianismus an -> dadurch auch arianische
Einflüsse) bringt Chlodwig in neues System von Beziehungen, das Theoderich
aufbaute, um das Gleichgewicht zwischen den Königen zu gewährleisten
- Krieg zwischen Franken und Alamannen, ausgelöst durch Einfälle der Alamannen in
rheinische Francia
-> 498: Sieg über die Alamannen bei Zülpich (Anlass für Taufe! -> Gregor von Tours:
Chlodwig stand vor verheerender Niederlage, betete zu Gott und versprach ihn für den
Fall eines Sieges seine Taufe)
- 496/98 (aber auch 508, umstritten): Taufe von Chlodwig I.
o gilt als Wendepunkt in Geschichte der Entstehung Europas -> Übernahme des
katholischen anstatt des arianischen Glaubens
o Durch Taufe Aufnahme in Kreis der katholischen Herrscher, Akzeptanz durch
Kaiser
o Durchsetzung der Religion, System der Kirche mit gallo-romanischen Bischöfen
konnte zur Stabilisierung des fränkischen Staates genutzt werden
1. Die Merowinger .................................................................................................................. 3
1.1. Entstehung des Frankenreichs .................................................................................... 3
1.2. Reichsteilung und weitere Expansion unter den Söhnen Chlodwigs .......................... 6
1.3. „Monarchie“ Chlothars II. (613-629) und Dagoberts I. (623/29-638/39) ................... 8
2. Die Karolinger ................................................................................................................... 10
2.1. Herkunft und Aufstieg der Familie ............................................................................ 10
2.2. Pippin der Jüngere: Papsttum und Frankenreich ...................................................... 12
2.3. Karl der Große: Errichtung eines christlichen Kaiserreichs ....................................... 13
2.4. Ludwig der Fromme: Ein Reich der Bischöfe und Klöster ......................................... 16
2.5. Lothar I., Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle: Das geteilte Frankenreich ........ 19
3. Die Ottonen ...................................................................................................................... 22
3.1. Herkunft und Aufstieg der Familie ............................................................................ 22
3.2. Heinrich I.: Stabilisierung des Königtums und Sicherung des Reiches ...................... 22
3.3. Otto I. der Große ...................................................................................................... 25
3.4. Otto II.: Kampf um Macht und Rang ......................................................................... 29
3.5. Otto III....................................................................................................................... 30
3.6. Heinrich II.: Königsherrschaft zwischen Milde und neuartiger Härte ....................... 32
4. Die Salier ........................................................................................................................... 34
4.1. Aufstieg der Familie .................................................................................................. 34
4.2. Konrad II. .................................................................................................................. 34
4.3. Heinrich III.: Sakralkönig als Kirchenreformer ........................................................... 37
4.4. Heinrich IV.: Konflikt um König- und Papsttum und der Investiturstreit ................... 40
4.5. Heinrich V.: Kompromiss zwischen König und Papst mit Rat und Hilfe der Fürsten .. 45
5. Die Staufer ........................................................................................................................ 49
, 5.1. Ursprung und Aufstieg der Familie ........................................................................... 49
5.2. Konrad III. ................................................................................................................. 49
4.3. Friedrich I. Barbarossa .............................................................................................. 52
4.4. Heinrich VI. ............................................................................................................... 56
4.5. Der Thronstreit von 1198 ......................................................................................... 57
4.6. Friedrich II................................................................................................................. 59
6. Das Interregnum ............................................................................................................... 61
7. Spätmittelalterliches Königtum ......................................................................................... 63
8. Königtum, Kaisertum und Königswahl............................................................................... 67
, Herrscherdynastien und Kaisertum im Mittelalter
1. Die Merowinger
Literatur: Ulrich Knefelkamp (Das Mittelalter), Matthias Becher (Merowinger und Karolinger), Eugen Ewig (Die
Merowinger und das Frankenreich)
Quellen: Gregor von Tours, karolingische Geschichtsschreiber (später Merowingerzeit)
1.1. Entstehung des Frankenreichs
- Franken als Zusammenschluss mehrerer Stammesgruppen mit unterschiedlicher
Identität, aber gemeinsamer Tradition -> Identifikation am Ende der Ethnogenese mit
Namen „Franken“ (übersetzt: die Ehrgeizigen, Kühnen, Tapferen; bevorzugten selbst Bedeutung: die
Freien)
- Beeinflussung durch politische und militärische Strukturen der Römer (Akkulturation)
- Vorrücken in größeren Gruppen in die Gebiete des heutigen Belgien und nördlichen
Frankreich -> Niederlassung und Ansiedelung verlief meist friedlich, Aufstände wurden
niedergeschlagen
- Childerich (+ 482) als erster historisch fassbarer fränkischer Heerführer
-> Unterstützung der römischen Statthalter mit kampferprobten Truppen, Ausbau
seiner Residenz zu militärischem und administrativem Zentrum
- Expansion des fränkischen Herrschaftsbereichs bis zur Regierungszeit Chlodwigs:
, Chlodwig I. (482-511), primus rex francorum
- Charakterisierung:
o Skrupelloser, ehrgeiziger und machtgieriger Herrscher (laut Gregor von Tours)
o Ziel: Anreißen der Macht in möglichst vielen Territorien
- 482: Übernahme der Verwaltung der römischen Provinz Belgica secunda
- 486: Sieg über den römischen Heermeister Syagrius -> Übernahme dessen
Machtbereichs
- Um 491: Annexion des thüringischen Kleinreichs in der Belgica
- Errichtung einer „Francia“ rund um seine neue Hauptstadt Soissons (reichte vom
Kohlewald bis zur Loire) mit Westgoten (Hauptort: Toulouse) und Burgunder
(Hauptort: Lyon) als direkte Nachbarn; gespanntes Verhältnis zu Westgoten, zu
Burgundern keine Vorbehalte -> Bündnis mit Burgundern durch Heirat
Übertritt Chlodwigs zum Christentum
- Heirat mit burgundischen Prinzessin Gundechilde (katholische Nichte des
Burgunderkönigs Gundobad) -> zunächst erfolgloser Versuch Gundechildes Chlodwig
zu bekehren, katholischer Einfluss am fränkischen Hof wächst
- Heirat von Chlodwigs Schwester mit mächtigem Ostgotenkönig Theoderich
(arianischer Glaube, Schwester nimmt Arianismus an -> dadurch auch arianische
Einflüsse) bringt Chlodwig in neues System von Beziehungen, das Theoderich
aufbaute, um das Gleichgewicht zwischen den Königen zu gewährleisten
- Krieg zwischen Franken und Alamannen, ausgelöst durch Einfälle der Alamannen in
rheinische Francia
-> 498: Sieg über die Alamannen bei Zülpich (Anlass für Taufe! -> Gregor von Tours:
Chlodwig stand vor verheerender Niederlage, betete zu Gott und versprach ihn für den
Fall eines Sieges seine Taufe)
- 496/98 (aber auch 508, umstritten): Taufe von Chlodwig I.
o gilt als Wendepunkt in Geschichte der Entstehung Europas -> Übernahme des
katholischen anstatt des arianischen Glaubens
o Durch Taufe Aufnahme in Kreis der katholischen Herrscher, Akzeptanz durch
Kaiser
o Durchsetzung der Religion, System der Kirche mit gallo-romanischen Bischöfen
konnte zur Stabilisierung des fränkischen Staates genutzt werden