Differentielle Psychologie III -Methodik der Persönlichkeits-forschung
Aufgabe 1
Stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Im Rahmen eines Schuleignungsverfahrens soll die
Intelligenz der einzuschulenden Kinder gemessen werden. Durch Unaufmerksamkeit werden
Unterlagen vertauscht und den Kindern wird aus Versehen ein gängiger Leistungsmotivationstest
statt einem Intelligenztest zur Bearbeitung vorgelegt.
a)Welche/s der drei Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität ist/sind bei diesem
Messverfahren auf jeden Fall verletzt? Welche Gütekriterien können trotz des Fehlers erhalten
bleiben? Bitte begründen Sie Ihre Antworten.
1) Objektivität ist gegeben, wenn das Testergebnis nicht davon abhängt, welcher Testleiter den Test
mit der Testperson durchführt. Bei den Durchführungsbedingungen geht es um das Testmaterial,
mögliche Zeitbegrenzungen und auf die Instruktion (z.B. Hinweise zur Bearbeitung). Weiterhin darf
bei den Antworten der Testperson das Testergebnis nicht davon abhängen welche Person den Test
auswertet. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Gütekriterium Objektivität dann erfüllt ist,
wenn das Testverfahren so genau festgelegt ist, dass der Test unabhängig von Ort, Zeit, Testleiter
und Auswerter durchgeführt werden könnte und für eine bestimmte Testperson bzgl. des
untersuchten Merkmals dennoch dasselbe Ergebnis zeigen würde.
Dieses Gütekriterium Objektivität bleibt trotz des Fehlers bestehen, denn der Test an sich hat sich
zwar verändert, allerdings ist das Ergebnis nicht beeinflusst durch beispielsweise Testleiter oder
Durchführungsbedingungen (eventuell ist z.B. die Zeit bei einem Leistungsmotivationstest kürzer
gewählt als bei einem Intelligenztest, weshalb hier nicht ganz klar ist ob die Objektivität auf jeden Fall
bestehen bleibt).
, 2) Reliabilität in einem Test ist dann gegeben, wenn das zu messende Merkmal, also zum Beispiel die
Intelligenz der einzuschulenden Kinder, exakt gemessen wird, ohne Messfehler.
Um die Reliabilität mit dem Retest-Verfahren zu messen, wird derselbe Test zweimal zu
verschiedenen Zeitpunkten gemacht und beide Male die Intelligenz der Kinder gemessen.