Positivismus
- Die älteste Methode (um 1850 – dominant um die Jahrhundertwende)
- Ausgangspunkt: das Faktische, Gegebene und die Tatsache
- Empirisch und induktiv Gesetzmäßigkeiten formulieren
- Ordnung und Fortschritt der Gesellschaft!!
- Wichtige Vertreter:
Wilhelm Scherer (1841 – 1886) – Die Geschichte der deutschen Literatur
Wellentheorie (Nachteil: Spekulation)
Auguste Comte
Die immer weiter fortschreitende Erkenntnis der Welt in einem
gesellschafts-utopischen Zustand.
- Funktionen:
1) Fakten und Ereignisse sichern, d.h. literarische Texte als Texte
kommentieren, edieren, sichern, wort- und Sacherklärungen geben
2) Die literarischen Werke in ihrer kausalen Abhängigkeit von Autor und Zeit
erklären.
Zivilationsgeschichtliche Werke von Taine und Buckle
Autor und Werk kausal bestimmen durch Race, Milieu und
Moment => Ererbte, erlebte und erlernte eines Autors erforschen
um das literarische Werk erklären zu können
3) Die literarischen Werke in „strenger Causalität“ in einem
literarhistorischen Zusammenhang als gesetzmäßige Folge zu erkennen.
- Strenges Ursachen-Folge-Verhältnis von Gesellschaft, Autor und Werk
- Biographische Tatsachen Verstehensspielräume (Z.B. Celan)
Geistesgeschichte
- Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Helfte des 20. Jahrhunderts
- Reaktion auf den Positivismus
- Grundleger: Wilhelm Dilthey (1883: Einleitung in die Geisteswissenschaften)
- Wichtige Vertreter: Paul Kluckhohn und Julius Petersen (der Geist als
nationalen bestimmen)
- Schlagwortartig Epochen Begriffe zueignen
- Verstehen statt erklären (Positivismus)
- „Wiederfinden des ich im du“
- Unizität des Menschen liegt im Vermögen des Hineinversetzens
- Hegels Idealismus
- Interpretation des Zeitgeistes
, - Nachteile:
Nicht überprüfbar
Vage und abstrakt
als weltfremd bezeichnet
Werkimmanenz
- v.a. in der westdeutschen Literaturwissenschaft der 1950er und 1960er Jahre.
- Ziel: das literarische Werk als Wortkunstwerk zu verstehen
- Intention: das Werk ausschließlich als künstlerisch gefügte Einheit von Inhalt
und Form erfassen und interpretieren
- = die objektiv detaillierte Analyse einzelner Texte und Strukturen oder
Bauformen (Lämmert)
- Auch heut zu Tage wird diese Methode noch in Schulen benutzt
- Vertreter: Sie legten die „Interpretation“ als kanonisches Verfahren fest
Wolfgang Kayser – Das sprachliche Kunstwerk
Emil Staiger – Die Kunst der Interpretation
Ausganspunkt jeder Interpretation = das allersubjektivste Gefühl
- Starken:
Entfernung von Politik, Geschichte und sozialen Rahmen im
Literaturstudium.
Bereitet den Empfang moderner literarischen Theorien vor, wie Z.B. der
Strukturalismus.
- Schwache:
Gefangen in einer spätbürgerlichen, irrationalen künstlerischen Ideologie
- Oft einen nationalsozialistischen Charakter (Kayser, Trunz und von Wiese)
Strukturalismus und Formalismus
- Ursprünglich französisch
- 20. Jahrhundert (angefangen 1916/17 an den Universitäten Moskau und
Petersburg)
- Einfluss der russischen Formalisten! (Die Form des literarischen Textes)
- Wichtig für die Entwicklung: Linguistic Turn
= Die Verhältnisse zwischen Sprache, Sprechern und der Welt wird das
Wichtigste!
- Ziel: Die Erkennung des künstlerischen Aspektes des Textes.
- Stärken:
Genaue Beschreibung der Sprache und Struktur
Der Text steht im Mittelpunkt