Ordnungsformen in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit
1. Von Mythos zu Logos:
Anfänge des modernen Handels in Europa
Fürs Selbstverständnis des heutigen Europas ist die griechisch-römische Antike von großer
Bedeutung. Antike ist der wirkungsmächtiger Teil der europäischen Geschichte!
Was bedeutet der Ausdruck „Vom Mythos zum Logos“?
→ Mythologische Antworten auf existentielle Fragen werden durch logisch-rationale Antworten
ersetzt
Mythen PRÄGTEN DAS WELTBILD IN DER ANTIKE
• Mündlich überlieferte traditionelle Erzählung oder Geschichte, die oft göttliche oder
übernatürliche Wesen, Ereignisse oder Phänomene enthält
• mythologische, religiöse oder kulturelle Themen behandelt
• dienen dazu, komplexe Fragen über das Leben, die Natur, den Ursprung der Welt und
menschliche Erfahrungen zu erklären
• Mythos hebt sich aus dem zeitgebundenen Kontext heraus und wird auf eine überzeitliche
Ebene gehoben (→ statisch)
• Mythos basiert auf Glauben, kein kritisches Hinterfragen bzw. Reflexion, denn seine
Wirkung würden zerstören
→ Appelliert an die Emotionen der Menschen und erweckt Glauben an die Wahrheit des
Erzählten, anstatt rationale oder empirische Beweise zu liefern
→ Schrittweise Ablösen des mythischen Denkens während Ende der „archaischen“ Zeit u. a. Durch
Ausweitung des geographischen Aktionsradius der Griechen durch Kolonisierung, Seefahrt und
Handel → Austausch mit anderen Kulturen, Sitten und Bräuche gingen zurück
=> Glaube an das wirkmächtige Eingreifen von Gottheiten in das Weltgeschehen wird infrage
gestellt!!!/Durchsetzung von kritischem Denken
, Logos (=Gespräch, Sprache, Wahrheit, Vernunft): ERSETZT MYTHOS DURCH DAS NEUE
WISSENSCHAFTLICH-RATIONAL WELTERKLÄRUNGEN (AN VERNUNFT UND ERFAHRUNG
ORIENTIERT) =>Paradigmen Wechsel
→ Logos basiert auf logische Überlegungen, Aussagen und Theorien werden kritisch hinterfragt
und reflektiert.
• Rationalität:
→ Fähigkeit zur rationalen Denkweise, bei der Argumente, Schlussfolgerungen und
Überlegungen auf vernünftigen Prinzipien basieren
→ vernunftorientierte Theoriebildung um die Welt zu erklären
→ Suche nach Grundprinzipien der Natur und menschlichen Handels
→ Vertreter: Sokratiker (z.B. Thales von Milet: Suche nach Grundprinzip der Natur→
Wasser als Ursprung der Natur, Erde schwimmt auf Wasser=> Erklärung von Erdbeben u.
Fluten des Nils/ Anaximenes/Heraklit)
• Empirie: (Erfahrung)
→ bezieht sich auf die Bedeutung von Erfahrungen, Beobachtungen und Tatsachenwissen,
Analogieverfahren
→ basiert auf Genaue Beschreibung der beobachtenden Phänomene um Erkenntnisse zu
gewinnen und Hypothesen zu überprüfen
→ Gegner: Platon, Frage nach dem „Warum?“ aber nicht „Wie?“
→ Vertreter: Ärzteschule
• Diskurs:
→beinhaltet den rationalen und argumentativen Austausch von Ideen und Meinungen.
→ Wahrheitsfindung im Dialog (logische Argumente) zwischen Forschern
→ rationale Begründung wissenschaftlicher Erkenntnisse
→ verschiedene Standpunkte, Argumente und Perspektiven miteinander in Beziehung
gesetzt
→ Mensch tritt als Subjekt in Erscheinung
→ Vertreter: Sophisten (Rhetorik zur Überzeugung)
=>Negative Bewertung der empirischen Forschung in der Antike,als gleichwertige Methode der
rationalen Forschung u.a. durch Aristoteles gefordert.
2. Römische Rechtstradition und Rolle des Christentums → Das Kulturelle Erbe des
Imperium Romanum:
1. Römischerechtstradition:
a)“Zwölftafelgesetz“ => militärisch erfochtener Kompromiss aus Ständekämpfen zwischen
Patriziern und Plebejern im 5./4. Jahrhundert v. Chr in Rom
▪ → Fixierung des Rechts für alle Römer
▪ → Stabilisierung des Reiches
b) weitere Schritte:
▪ Kaiser Hadrain: „ewige“ Festschreibung der Gesetze
▪ 212 n. Chr. „constitutio antomiana von Kaiser Caracalla erlassen => römisches
Bürgerrecht für alle freien Einwohner des röm. Reich