Fakultät Humanwissenschaften
Professur der Grundschule
Lernskript Sachunterricht
Examen Frühjahr 2023
Verfasserinnen:
Jana Meidinger
Alina Weich
Lena Wiedner
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,Inhaltsverzeichnis
Prüfungsteil 1: Referat mit anschließender Diskussion................................................................................ 4
1.Außerschulisches Lernen und originale Begegnung ................................................................................... 4
Prüfungsteil 2: Prüfungsgespräch über ausgewählte Schwerpunkte ........................................................ 10
1. Der Offene Sachunterricht ....................................................................................................................... 10
2. Der Perspektivrahmen Sachunterricht ...................................................................................................... 19
Prüfungsteil 3: Weiterführende Fragen ....................................................................................................... 31
Themenbereich A – Pädagogische, psychologische & didaktische Grundlagen ...................................... 31
1. Lernen mit Interesse im SU ...................................................................................................................... 31
2. Wissen und Wissenserwerb – Vorwissen, Präkonzepte & Conceptual Change ...................................... 33
3. Lernen unter konstruktivistischer Perspektive ......................................................................................... 36
4. (Inklusions-) Didaktische Netze ............................................................................................................... 37
5. Übergreifende Erziehungsaufgaben ......................................................................................................... 38
6. Grundlegende Bildung im Sachunterricht ................................................................................................ 42
7. Kategoriale Bildung im SU ...................................................................................................................... 44
Themenbereich B – Historische & aktuelle Konzeptionen & ihre Einbettung ........................................ 46
1. Historische Vorläufer der Heimatkunde & Heimatkunde ........................................................................ 46
2. Wissenschaftsorientierter SU ................................................................................................................... 51
3. Begriffs- beziehungsweise konzeptorientierter Ansatz ............................................................................ 52
4. Verfahrensorientierter Ansatz .................................................................................................................. 53
5. SU in unterschiedlichen Lehrplänen ........................................................................................................ 54
6. Mehrperspektivischer SU (1971-75) ........................................................................................................ 57
7. Genetisch-sokratischer SU ....................................................................................................................... 59
8. Exemplarisch-genetischer SU .................................................................................................................. 60
9. Vielperspektivische SU-Konzeptionen .................................................................................................... 61
10. Scientific Literacy und SU ..................................................................................................................... 63
11. Offenere Konzeptionen, aneignungsorientierte und integrative Ansätze (ab ca. Anfang 80er)............. 65
Themenbereich C – Themenfelder & deren methodisch-didaktische Ausgestaltung.............................. 67
1. Handlungsorientierung ............................................................................................................................. 67
2. Entdeckendes Lernen ............................................................................................................................... 70
3. Lernen durch Spiel ................................................................................................................................... 71
4. Projektorientierung / Projektmethode ...................................................................................................... 72
2
,5. Problemorientiertes Lernen ...................................................................................................................... 73
6. Erfahrungsorientierung............................................................................................................................. 76
7. Vielperspektivität ..................................................................................................................................... 76
8. Gute Aufgaben im Sachunterricht ............................................................................................................ 78
9. Leistungsfeststellung und -beurteilung im Sachunterricht ....................................................................... 79
10. Fachgemäße Arbeitsweisen im Sachunterricht ...................................................................................... 82
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, Prüfungsteil 1: Referat mit anschließender Diskussion
1.Außerschulisches Lernen und originale Begegnung
1.1 Lebensnähe im Sachunterricht (Kaiser 1997)
Lesarten der Lebensnähe im Sachunterricht
- Intentional /inhaltlich: Bezug zur kindlichen Lebenswirklichkeit (heimatnah, situativ,
interessenbezogen)
- Medial: Lernen an der Wirklichkeit (Bereitstellen oder Aufsuchen der Wirklichkeit)
- Methodisch: Lebendige Unterrichtsgestaltung ähnlich dem natürlichen Lernen (Bewegung, Spiel)
- Organisatorisch: Gestaltung der Schule, des Klassenzimmers als Lebensraum und Gestaltung des
Schullebens als Lebensgemeinschaft
Vier Varianten lebensnahen Lernens
- Lebensnähe im Sinne von Originalbegegnung durch Hinausgehen aus der Schule („Lernorte außerhalb
des Klassenzimmers“)
- Lebensnähe in die Schule hineinbringen: Klassenzimmer, Flure und Treppenhäuser werden zu
Lebensräumen für Kinder, Zeitgestaltung des Schulalltags lässt Platz für Kooperation →
Zusammenhang mit Schuldemokratie
- Auswahl von Inhalten und Zielen bezieht sich auf die Lebenswelt
- Sachunterricht wird methodisch lebendig gestaltet und gibt den Kindern Gelegenheit zu Bewegung,
ästhetischem Lernen oder Spielen
1.2 Originale Begegnung = Lernen an der Wirklichkeit
Begrifflichkeit (Roth 1965)
- Einführung des Begriffs in die schulpädagogische Diskussion durch Roth (1965)
- = Das originale Kind mit dem originalen Gegenstand in Verbindung bringen
- = Eine lebensnahe Auseinandersetzung zwischen SchülerInnen und Gegenstand schaffen
- Verlangt die wirkliche Begegnung mit dem Gegenstand → Kontaktaufnahme mit dem Gegenstand
- Originale Begegnung = Kind und Gegenstand in ein nie abreißendes Gespräch bringen und
Lehrerfragen vermeiden
Didaktische Konsequenz für den SU (Maras 1995, Kaiser 1997)
- Interessen und kindliche Erfahrungen der Kinder aufgreifen und weiterentwickeln
- Lerngegenstände dort aufsuchen, wo sie original sind
- Doch: nicht nur Aufsuchen, auch Bereitstellen der Wirklichkeit in der Schule (originale Gegenstände,
Experten werden in den Unterricht geholt)
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