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Exam (elaborations)

Hausarbeit bei Frau Lange zum Thema Orientdarstellung im "Nathan der Weise"

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23-05-2022
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2021/2022

dieses Dokument umfasst meine Hausarbeit bei Frau lange im Rahmen des Seminars "Gender, Klasse, Rasse - eine Bilanz". Untersucht wurde die Frage, inwieweit der Orient in Lessings Nathan der Weise vom westlichen, eurozentrischen Blick auf die Gesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas abweicht. Ziel ist es, Lessings literarische Darstellungsweisen des Orients zu identifizieren und diese vor dem Hintergrund Edward Saids Orientalismus-These zu analysieren.

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3

2. Terminologische Klärung 4

3. Der Orient und Okzident: eine machtpolitische Gegnerschaft 6

4. Edward Saids Kritik am Orientalismus 8

5. Europäische Erzählmuster über den Orient 10

6. Nathan der Weise vor dem Hintergrund einer kolonialgeprägten,
superioren Grundhaltung Europas 13

6.1. Entstehungshintergrund des Dramas 13

6.2. Jerusalem als Handlungsort 14

6.3. Unter der Herrschaft des Sultans Saladin 15

6.4. Darstellung der muslimischen Frau Sittah 18

6.5. Nathan – Freund und Aufklärer 19

7. Lessings Umgang mit kultureller Vielfalt und der Gleichheitsanspruch
der Religionen 21

8. Resümee 25

9. Literaturverzeichnis 26

10. Eigenständigkeitserklärung 29

,1. Einleitung
„Das öffentliche Islambild [wird] seit Jahren von konflikthaften, alltagsfernen und
oftmals (subtil) rassistischen Erzählmustern dominiert“1. So heißt es in einer 2020
erschienenen Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung. Mediale
Repräsentationen des Islams scheinen laut dem Internetartikel einem ganz
spezifischen Schema zu folgen. Blutige Kriege, eine demokratiefeindliche
Gesinnung und rückwärtsgewandte Völker werden in zahlreichen Medien mit der
Religion in Verbindung gebracht. Diese antimuslimischen Narrative tauchen nicht
nur im Nachrichtenjournalismus auf, sondern werden auch auf der Leinwand
präsentiert. Die kontinuierliche Reproduktion dieser unilateralen Deutungsmuster
hat zu einer Etablierung problematischer Einstellungen gegenüber dem Islam
beigetragen, die sich als Hindernis für die gesellschaftliche Koexistenz
unterschiedlicher Religionen etabliert hat.
Gleichzeitig ist eine Emergenz vieler Projekte zur Bekämpfung der
Islamfeindlichkeit zu beobachten, die eine Aufklärung bezüglich wahrheitswidriger
Illustrationen des Islams fordern und eine Eindämmung des interkulturellen
Konfliktpotentials intendieren. Dieses vernunftgeleitete, rationale Handeln stellt
sich in der gegenwärtigen Gesellschaft Deutschlands als eine Selbstverständlichkeit
dar, war jedoch nicht von Anfang an gegeben. Sie entspringt aufklärerischen
Bewegungen des 17. Jahrhunderts, die zu einer graduellen Emanzipation des
Individuums und Begründung religiöser Toleranz geführt haben. Zu den
wichtigsten Vertretern und Vorantreibern der Aufklärung wird auch der deutsche
Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729-1782) gezählt, der inmitten eines auf den
Absolutheitsanspruch des Christentums setzenden Zeitalters eine Kritik kirchlicher
Dogmen vornahm. Sein Drama Nathan der Weise (1779) genießt bis ins 21.
Jahrhundert den Status als das bedeutendste Werk der deutschen
Literaturgeschichte im Kampf gegen religiöser Intoleranz. Wie genau Lessing die
religiöse und kulturelle Vielfalt unter den Menschen adressiert und auf der Bühne
inszeniert, bildet Teil dieser Arbeit. Im Vordergrund der Untersuchung liegt die
Frage, inwieweit der Orient in Lessings Nathan der Weise vom westlichen,
eurozentrischen Blick auf die Gesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas


1
Hafez, Kai/Schmidt, Sabrina: Rassismus und Repräsentation: das Islambild deutscher Medien im
Nachrichtenjournalismus und im Film. In: https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/bewegtbild-
und-politische-bildung/314621/islambild-deutscher-medien (06.09.2021).

3

, abweicht. Ziel ist es, Lessings literarische Darstellungsweisen des Orients zu
identifizieren und diese vor dem Hintergrund Edward Saids Orientalismus-These
zu analysieren. Im Mittelpunkt steht eine Auseinandersetzung mit dem Werk im
Kontext seiner Entstehungszeit, weswegen ein ideologiekritische Bewertung aus
heutiger Sicht nicht angestrebt wird.
Hierfür erfolgt zunächst nach einer definitorischen Annäherung an ausgewählte
Begriffe der Orientalismus-Debatte ein historischer Abriss bezüglich der
geopolitischen Beziehung zwischen dem Westen und dem Orient. Anschließend
werden europäische Erzählmuster über die Gesellschaften des Nahem Ostens und
Nordafrikas behandelt, wobei eine Hervorhebung eurozentrischer Perspektiven
vorgenommen wird. Die Auseinandersetzung mit der kolonialgeprägten, superioren
Grundhaltung Europas im Laufe der Weltgeschichte mündet in das Drama Nathan
der Weise, um zu überprüfen, wie der Orient im Werk des deutschen Dichters
präsentiert wird. Nach einer kurzen Abhandlung des Entstehungshintergrunds und
des Handlungsorts des Textes werden ausgewählte Figuren auf ihre kulturelle sowie
religiöse Abbildung hin analysiert. Anschließend werden die Befunde
zusammengetragen und Lessings literarischer Umgang mit der kulturellen Vielfalt
in seinem Drama thematisiert. Ein Fazit, welches die wichtigsten
Forschungsergebnisse inkludiert, beschließt die Arbeit.



2. Terminologische Klärung

Vor einer historischen Abhandlung des Beziehungsgefüges von Orient und
Okzident werden zunächst relevante Termini definiert, die für ein besseres
Verständnis der Begriffe essenziel ist. In Anlehnung an die Erläuterungen des
Islamwissenschaftlers Peter Heine (*1944) wird in dieser Arbeit nicht zwischen den
Begriffen muslimisch und islamisch unterschieden, sondern diese synonym
verwendet. Im interreligiösen Diskurs wird häufig auf den Eurozentrismus
hingewiesen, der mit einer Entwicklung des kolonialgeprägten, westlichen
Superioritätsgefühls assoziiert wird. Der deutsche Historiker Sebastian Conrad
(*1966) versteht unter Eurozentrismus eine Anschauung, die „Europa als Ursprung




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