Der Sandmann - Abiturzusammenfassung
Novelle - 1816 veröffentlicht - eines der Nachtstücke E.T.A. Hoffmanns
Biografie des Autors - E.T.A. Hoffmann
● Ernst Theodor Amadeus Hoffmann → benannt durch seine Begeisterung für Mozart
● lebte von 1776 bis 1822
● sein Leben war geprägt von politischen Unruhen, Not, Armut und unglücklicher Liebe/ wechselnde
Liebschaften
● anerkannter deutscher Schriftsteller der Spätromantik (heute noch Quelle der Inspiration, Behandlung
seiner Werke im Unterricht) und Hauptvertreter der Schwarzen Romantik in DE
● Universalgenie → arbeitete in einer Vielzahl von Berufen: Dichter, Komponist, Kapellmeister,
Musiklehrer, Theatermann, Jurist, Zeichner, Karikaturist (vielseitiger Mensch)
● intensive Auseinandersetzung mit Problemen seiner Zeit (u.a. Medizin und Psychologie), spiegelte sich
in seinen Werken wider: Die Kraft des Unbewussten, Traum und Wirklichkeit, Bedrohung durch
Wahnsinn, gespaltene Identität/ Persönlichkeit
Entstehungszeit/ Epoche der (Schauer-) Romantik + Unterschiede Aufklärung
● 1795 - 1840 (nach Weimarer Klassik/ Französischer Revolution und Aufklärung)
● Wende vom 18. zum 19. JH
● viele Veränderungen, gesellschaftlicher und geistlicher Wandel, Auseinandersetzung mit eigener
Heimat, neue Denkansätze, Faszination für Böses und Unheimliches
● Gegensatz zur Aufklärung: Vernunftbegriff, Rationalität und optimistisches Menschenbild vs.
Irrationalität, dunkle Seite der menschlichen Existenz und extreme Gefühle/ Leidenschaft,
pessimistisches Menschenbild, Skepsis statt Optimismus
● Motive: Fantastisches, Böses, Alchemie, Parapsychologie, Melancholie, Depression, tiefe
Verzweiflung, Suizid, subjektive Empfindungen (Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft Naturverbundenheit,
Mystik)
● schwarze Romantik kennt keine Grenzen, ist geheimnisvoll, keine Unterscheidung mehr zwischen
Realität und Fantasie
● Angst als Mensch rationalisiert und mechanisiert zu werden
● Nachtstücke: schauerliche Szenen, Nacht- und Schattenseite der menschlichen Seele, Unbewusstes
wird zum Gegenstand literarischer Reflexion, setzt sich von der Lichtmetaphorik der Aufklärung ab,
Nachtstücke liefern Unterhaltung und Spannung
Novellistisches Erzählen im Sandmann
● Prosatext mittleren Umfangs
● Berichten/Erzählen als Grundform (nicht immer objektiv)
● unerhörte Begebenheit; Bizarres, Traumhaftes, Schauerliches (hier: alchemisten Szene, Automat etc.)
● szenische Darstellungen, sprachliche Emotionalität
● Anekdote - eine Geschichte, die bisher noch niemand kannte, deshalb von besonderem Interesse
● Wendepunkt als maßgebliches Element
● dramatisch-tragische Steigerung → Ausrichtung aufs Ende
● behandelt tiefste Probleme des Menschenlebens (hier: Kindheitstrauma, Wahnsinn)
Thema und Hauptaussage
In der Novelle ,,Der Sandmann” thematisiert E.T.A. Hoffmann mehrere gegensätzliche Aspekte:
● Innen- und Außenwelt bzw. Selbst- und Fremdwahrnehmung (unter Betrachtung der dunklen Seiten
des Lebens, seelischer und psychischer Störungen, Ängste, Wahnsinn, Verzweiflung, Unfreiheit des
Menschen)
● Wahnsinn und Normalität → Nathanael als wahnsinniges Opfer einer Intrige
● magische und reale Welt
● Krankheit und Gesundheit
, ● Aufklärung und Romantik → in Anlehnung an Kant thematisiert Hoffmann das Thema der
● Erkenntnis (Nathanael gelingt es nicht, die Realität zu erkennen)
● Bedrohung des Menschen durch das Unheimliche/Unbegreifliche
● Angst als Mensch rationalisiert und mechanisiert zu werden
Hauptaussage:
● Nathanaels eigene Welt ist Ursache für seinen Untergang, da er zu stark poetisiert und so den Bezug
zur Außenwelt verliert, ebenso wie seine traumatischen Kindheitserlebnisse, von denen er sich nicht
mehr erholen konnte → Identitätsverlust
● Hoffmann verdeutlicht, dass aus Fantasie schnell Wahnsinn werden kann und steht damit
beispielsweise im Kontrast zu Grimms Märchen, die in der Epoche der Romantik die positiven Seiten
der Fantasie hervorheben
Inhalt
In der Novelle “Der Sandmann” von E.T.A.Hoffmann, geschrieben 1815, geht es um den Physikstudenten
Nathanael und dessen Auseinandersetzung mit den Ängsten und Träumen seiner Kindheit sowie den
Gefahren der Gegenwart. Der Protagonist Nathanael ist bereits mit dem Bürgermädchen Clara verlobt,
verliebt sich allerding in die “Tochter” seines Professors Spalanzani, Olimpia. Allerdings stellt sich heraus,
dass es sich bei dieser nicht um einen Menschen handelt, sondern um einen Automaten und sie somit eine
“leblose Puppe” ist. Diese Täuschung empfindet Nathanael als eine Bedrohung seiner Identität, bis diese
schließlich so stark wird, dass sie ihn in den Wahnsinn und letztendlich in den Tod treibt.
Bei der Novelle handelt es sich demnach um eine Entwicklungsgeschichte des Wahnsinns.
Aufbau und Inhaltsschritte
● 1. Brief (Nathanael an Lothar): Schilderung der Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola
- Nathanaels Kindheitstrauma: Geschichte vom Sandmann
- Kindheit: Anwesenheit von Coppelius, Tod seines Vaters, Experimente
- Nathanaels These: dunkle Mächte bestimmen und zerstören sein Leben
- Schilderung seiner Vergangenheit und seines Traumas (aus Nathanaels Sicht)
- Einführung der grundlegenden Ansichten
● 2. Brief (Clara an Nathanael)
- ihre Antithese: Entsetzliches und Schreckliches sei nur in seinem Inneren
→ Frage, ob Nathanael diese “dunklen Mächte” zulasse
- Clara versucht seine entsetzliche Begegnung und sein Kindheitstrauma rational zu erklären
(seien nicht real) → ihre Rolle als Aufklärerin/ Rationalistin
- aus Claras Sicht/ ihre Deutung
● 3. Brief (Nathanael an Lothar)
- Reaktion auf die Frage der Einbildung, ihm missfällt Claras Brief und Antwort auf seine Ängste,
Versuch sich seine Ängste selbst auszureden
- Nathanaels Schilderung der aktuellen Ereignisse → Bericht von Olimpia
● nach den Briefen: Erzähler als ein Freund Nathanaels, eigentliche Handlung beginnt
● Grund der Erzählung → Bericht der Vorgeschichte des Protagonisten Nathanael (vom Erzähler)
● Heimkehr; Konflikt zwischen Nathanael und Clara, verhindertes Duell mit Lothar
● Erneuter Besuch des Wetterglashändlers Coppola: Kauf des Perspektivs
● Beobachtung Olimpias durchs Fernglas, wirkt immer lebendiger (1. Katastrophe)
● Spalanzanis Fest und Öffentliche Vorstellung Olimpias → Nathanael verliebt sich in sie, verliert jegliche
Objektivität, er kann seine künstlerische Seite bei ihr ausleben, sie gibt keine Widerworte (sein
Narzissmus wird deutlich)
● Nathanael kommt, um Olimpia einen Antrag zu machen, Kampf um Olimpia zwischen Coppola und
Spalanzani
● Höhepunkt von Nathanaels Wahnsinn: Olimpias Identität als Puppe/Automat
● Rückkehr zu Clara nach Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt → Besserung
Novelle - 1816 veröffentlicht - eines der Nachtstücke E.T.A. Hoffmanns
Biografie des Autors - E.T.A. Hoffmann
● Ernst Theodor Amadeus Hoffmann → benannt durch seine Begeisterung für Mozart
● lebte von 1776 bis 1822
● sein Leben war geprägt von politischen Unruhen, Not, Armut und unglücklicher Liebe/ wechselnde
Liebschaften
● anerkannter deutscher Schriftsteller der Spätromantik (heute noch Quelle der Inspiration, Behandlung
seiner Werke im Unterricht) und Hauptvertreter der Schwarzen Romantik in DE
● Universalgenie → arbeitete in einer Vielzahl von Berufen: Dichter, Komponist, Kapellmeister,
Musiklehrer, Theatermann, Jurist, Zeichner, Karikaturist (vielseitiger Mensch)
● intensive Auseinandersetzung mit Problemen seiner Zeit (u.a. Medizin und Psychologie), spiegelte sich
in seinen Werken wider: Die Kraft des Unbewussten, Traum und Wirklichkeit, Bedrohung durch
Wahnsinn, gespaltene Identität/ Persönlichkeit
Entstehungszeit/ Epoche der (Schauer-) Romantik + Unterschiede Aufklärung
● 1795 - 1840 (nach Weimarer Klassik/ Französischer Revolution und Aufklärung)
● Wende vom 18. zum 19. JH
● viele Veränderungen, gesellschaftlicher und geistlicher Wandel, Auseinandersetzung mit eigener
Heimat, neue Denkansätze, Faszination für Böses und Unheimliches
● Gegensatz zur Aufklärung: Vernunftbegriff, Rationalität und optimistisches Menschenbild vs.
Irrationalität, dunkle Seite der menschlichen Existenz und extreme Gefühle/ Leidenschaft,
pessimistisches Menschenbild, Skepsis statt Optimismus
● Motive: Fantastisches, Böses, Alchemie, Parapsychologie, Melancholie, Depression, tiefe
Verzweiflung, Suizid, subjektive Empfindungen (Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft Naturverbundenheit,
Mystik)
● schwarze Romantik kennt keine Grenzen, ist geheimnisvoll, keine Unterscheidung mehr zwischen
Realität und Fantasie
● Angst als Mensch rationalisiert und mechanisiert zu werden
● Nachtstücke: schauerliche Szenen, Nacht- und Schattenseite der menschlichen Seele, Unbewusstes
wird zum Gegenstand literarischer Reflexion, setzt sich von der Lichtmetaphorik der Aufklärung ab,
Nachtstücke liefern Unterhaltung und Spannung
Novellistisches Erzählen im Sandmann
● Prosatext mittleren Umfangs
● Berichten/Erzählen als Grundform (nicht immer objektiv)
● unerhörte Begebenheit; Bizarres, Traumhaftes, Schauerliches (hier: alchemisten Szene, Automat etc.)
● szenische Darstellungen, sprachliche Emotionalität
● Anekdote - eine Geschichte, die bisher noch niemand kannte, deshalb von besonderem Interesse
● Wendepunkt als maßgebliches Element
● dramatisch-tragische Steigerung → Ausrichtung aufs Ende
● behandelt tiefste Probleme des Menschenlebens (hier: Kindheitstrauma, Wahnsinn)
Thema und Hauptaussage
In der Novelle ,,Der Sandmann” thematisiert E.T.A. Hoffmann mehrere gegensätzliche Aspekte:
● Innen- und Außenwelt bzw. Selbst- und Fremdwahrnehmung (unter Betrachtung der dunklen Seiten
des Lebens, seelischer und psychischer Störungen, Ängste, Wahnsinn, Verzweiflung, Unfreiheit des
Menschen)
● Wahnsinn und Normalität → Nathanael als wahnsinniges Opfer einer Intrige
● magische und reale Welt
● Krankheit und Gesundheit
, ● Aufklärung und Romantik → in Anlehnung an Kant thematisiert Hoffmann das Thema der
● Erkenntnis (Nathanael gelingt es nicht, die Realität zu erkennen)
● Bedrohung des Menschen durch das Unheimliche/Unbegreifliche
● Angst als Mensch rationalisiert und mechanisiert zu werden
Hauptaussage:
● Nathanaels eigene Welt ist Ursache für seinen Untergang, da er zu stark poetisiert und so den Bezug
zur Außenwelt verliert, ebenso wie seine traumatischen Kindheitserlebnisse, von denen er sich nicht
mehr erholen konnte → Identitätsverlust
● Hoffmann verdeutlicht, dass aus Fantasie schnell Wahnsinn werden kann und steht damit
beispielsweise im Kontrast zu Grimms Märchen, die in der Epoche der Romantik die positiven Seiten
der Fantasie hervorheben
Inhalt
In der Novelle “Der Sandmann” von E.T.A.Hoffmann, geschrieben 1815, geht es um den Physikstudenten
Nathanael und dessen Auseinandersetzung mit den Ängsten und Träumen seiner Kindheit sowie den
Gefahren der Gegenwart. Der Protagonist Nathanael ist bereits mit dem Bürgermädchen Clara verlobt,
verliebt sich allerding in die “Tochter” seines Professors Spalanzani, Olimpia. Allerdings stellt sich heraus,
dass es sich bei dieser nicht um einen Menschen handelt, sondern um einen Automaten und sie somit eine
“leblose Puppe” ist. Diese Täuschung empfindet Nathanael als eine Bedrohung seiner Identität, bis diese
schließlich so stark wird, dass sie ihn in den Wahnsinn und letztendlich in den Tod treibt.
Bei der Novelle handelt es sich demnach um eine Entwicklungsgeschichte des Wahnsinns.
Aufbau und Inhaltsschritte
● 1. Brief (Nathanael an Lothar): Schilderung der Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola
- Nathanaels Kindheitstrauma: Geschichte vom Sandmann
- Kindheit: Anwesenheit von Coppelius, Tod seines Vaters, Experimente
- Nathanaels These: dunkle Mächte bestimmen und zerstören sein Leben
- Schilderung seiner Vergangenheit und seines Traumas (aus Nathanaels Sicht)
- Einführung der grundlegenden Ansichten
● 2. Brief (Clara an Nathanael)
- ihre Antithese: Entsetzliches und Schreckliches sei nur in seinem Inneren
→ Frage, ob Nathanael diese “dunklen Mächte” zulasse
- Clara versucht seine entsetzliche Begegnung und sein Kindheitstrauma rational zu erklären
(seien nicht real) → ihre Rolle als Aufklärerin/ Rationalistin
- aus Claras Sicht/ ihre Deutung
● 3. Brief (Nathanael an Lothar)
- Reaktion auf die Frage der Einbildung, ihm missfällt Claras Brief und Antwort auf seine Ängste,
Versuch sich seine Ängste selbst auszureden
- Nathanaels Schilderung der aktuellen Ereignisse → Bericht von Olimpia
● nach den Briefen: Erzähler als ein Freund Nathanaels, eigentliche Handlung beginnt
● Grund der Erzählung → Bericht der Vorgeschichte des Protagonisten Nathanael (vom Erzähler)
● Heimkehr; Konflikt zwischen Nathanael und Clara, verhindertes Duell mit Lothar
● Erneuter Besuch des Wetterglashändlers Coppola: Kauf des Perspektivs
● Beobachtung Olimpias durchs Fernglas, wirkt immer lebendiger (1. Katastrophe)
● Spalanzanis Fest und Öffentliche Vorstellung Olimpias → Nathanael verliebt sich in sie, verliert jegliche
Objektivität, er kann seine künstlerische Seite bei ihr ausleben, sie gibt keine Widerworte (sein
Narzissmus wird deutlich)
● Nathanael kommt, um Olimpia einen Antrag zu machen, Kampf um Olimpia zwischen Coppola und
Spalanzani
● Höhepunkt von Nathanaels Wahnsinn: Olimpias Identität als Puppe/Automat
● Rückkehr zu Clara nach Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt → Besserung