Die Kurzgeschichte „Der Zwang zur Tiefe“ von Patrick Süskind aus
dem Jahr 1986 thematisiert die möglichen Folgen von Kritik einer
Autoritätsperson an ein empfängliches Individuum. Die Protagonistin
ist eine vielversprechende Künstlerin, welche die Meinung des
Kunstexperten zu ernst nimmt und daher ihr Lebensende herbeiführt.
Der Text verdeutlicht, dass Kritik, ob im guten oder bösen Sinne, zu
Selbstzweifeln, echter Verzweiflung und schließlich zum Tod führen
kann.
Zu Beginn des literarischen Werkes erhält die Protagonistin, die eine
junge Künstlerin ist, bei ihrer ersten Ausstellung Kritik eines
Kunstkritikers, der meint, ihre Bilder wären nicht tiefgründig genug.
Über mehrere Wochen hinweg denkt sie über die Worte des
Experten nach, besucht Museen, betrachtet Werke anderer Künstler
und liest Kunstbücher. Doch dies alles nützt nichts und durch ihre
zunehmenden Selbstzweifel traut sie sich nicht, weitere Bilder zu
malen. Ihre Bedenken führen dazu, dass die Hauptfigur ihren
potenziellen Kunden und auch ihren möglichen zukünftigen Partner
von sich stößt. Danach verfällt sie psychisch und physisch immer
mehr und schließlich begeht sie Selbstmord. Erst dann erkennt der
anfängliche Kunstkritiker, dass die Kreationen der jungen Frau doch
eine Tiefe haben.
Die Hauptfigur der Geschichte ist eine junge Künstlerin aus Stuttgart,
die schön zeichnen kann (Z. 1). Wenn sie also schon ihre erste
Ausstellung bekommt, dann muss sie eine gute Künstlerin sein und
sie bekommt auch nur einen Kritikpunkt, den von „zu wenig Tiefe“ (Z.