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Summary

Psychologie & Soziologie Staatsexamen Zusammenfassung – Medizin (130 Seiten)

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This document contains a structured summary of the key topics in Psychology and Sociology for the medical Staatsexamen. The material is condensed into approximately 100 pages and focuses on high-yield concepts relevant for exam preparation. The summary is written in a clear and structured format, including short explanations, bullet-point overviews, and organized sections that facilitate quick revision before the exam. It is intended to help medical students review the most important concepts efficiently. This document can be useful for students preparing for medical examinations covering psychology and sociology topics, especially when looking for a compact revision guide.

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Zusammenfassung: Persönlichkeit & Verhalten
Medizinisches Staatsexamen – Universität Bonn




Modul 1: Theorien der Persönlichkeit

Eysencks Dimensionen der Persönlichkeit (E-N-P-I)
Eysenck beschreibt vier Persönlichkeitsdimensionen, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt
sind:

Akron Dimension Ausprägungen
ym

E Extraversion – Introversion Extrovertiert: kontaktfreudig, offen
Introvertiert: zurückhaltend, distanziert

N Emotionale Stabilität – Labilität Stabil: höhere Erregungsschwelle
(Neurotizismus) Labit: leichter aus der Ruhe zu bringen, Angstzustände,
Stimmungsschwankungen, körperliche Beschwerden

P Realismus – Psychotizismus Psychotizismus: gefühlskalt, abweisend, aggressiv
Realismus: angepasst, gute Impulskontrolle

I Intelligenz Hat in Eysencks Modell eher nebensächliche Bedeutung



Big-Five-Modell (VOGEL)
Das bedeutendste aktuelle Persönlichkeitsmodell, entwickelt aus Persönlichkeitstests in verschiedenen
Kulturen. Merkhilfe: VOGEL

Akron Dimension Hoch ausgeprägt Niedrig ausgeprägt
ym

V Verträglichkeit Mitfühlend, empathisch, hilfsbereit Unfreundlich, streitsüchtig, ichbezogen

O Offenheit für Neugierig, kreativ, interessiert an Konservativ, wenig
Erfahrungen Neuem experimentierfreudig

G Gewissenhaftigkeit Verantwortungsbewusst, Nachlässig, unzuverlässig
zuverlässig, diszipliniert
→ korreliert am stärksten mit
höherer Bildung, besserem
Gesundheitsverhalten und
niedrigerer Sterblichkeit!

E Extra- vs. Kontaktfreudig, offen (wie Eysenck) Zurückhaltend, distanziert
Introversion

L Labilität vs. Stabilität Emotional instabil, Emotional stabil, ausgeglichen
(Neurotizismus) Stimmungsschwankungen

, ■ Merksatz: Big Five = VOGEL: Verträglichkeit – Offenheit – Gewissenhaftigkeit – Extra-/Introversion –
Labilität/Stabilität

Vererbung: Persönlichkeitsmerkmale sind teilweise genetisch bedingt (~45%) und teilweise durch individuelle
Umwelt (~39%). Die geteilte Umwelt (Familiengröße, Lebensstandard) hat nur geringen Einfluss.


Faktorenanalyse
Methode zur Messung von Persönlichkeitsdimensionen: Fragebogenaussagen, die stark miteinander
korrelieren, werden zu unabhängigen Faktoren (= Persönlichkeitsdimensionen) zusammengefasst. Alle
Faktoren zusammen bilden die Persönlichkeitsstruktur.


Trait- vs. State-Merkmale

Merkmal Trait State

Stabilität Zeitlich stabil Zeitlich instabil, situationsabhängig

Bedeutung Eigenschaft einer Person Kein Persönlichkeitsmerkmal
(Persönlichkeitsmerkmal)

Beispiel Ängstliche Persönlichkeit Angst als Reaktion auf eine bedrohliche
Situation; Stimmungsschwankungen

■ Merksatz: Trait = stabil = Persönlichkeitsmerkmal. State = instabil = situationsabhängiger Zustand, KEIN
Persönlichkeitsmerkmal.



Selbstkonzept
Das Selbstkonzept ist das Verständnis, das Menschen von sich selbst haben (Selbstbild und Wunschbild). Es
ist über die Zeit annähernd stabil und wird geprägt durch:
• Erziehung
• Den eigenen Wunsch, wie man sein möchte
• Rückmeldung der Mitmenschen
Das Selbstkonzept weicht häufig davon ab, wie andere einen tatsächlich wahrnehmen.


Persönlichkeitsstörungen
Verhaltensmuster, die deutlich von gesellschaftlichen Normen abweichen. Kaum beeinflussbar und schwer
therapierbar. Therapie nur notwendig bei starkem Leidensdruck oder erheblichen sozialen/beruflichen
Beeinträchtigungen.

Allgemeine Kriterien Details

Subjektiver Leidensdruck Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Leben

Verhaltensmuster Tief verwurzelt, unflexibel, mehrere Lebensbereiche betreffend

Beginn Spätes Kindesalter oder Adoleszenz

Beispiele Abhängige, zwanghafte, histrionische, paranoide Persönlichkeitsstörung

,Modul 2: Verhaltensstile & Erlernte Hilflosigkeit

Verhaltensstile des Menschen

Verhaltensstil Definition / Beschreibung

Feldabhängigkeit Beeinflussbarkeit des Verhaltens durch das Umfeld

Interferenzneigung Leichte Ablenkbarkeit durch äußere, eigentlich unwichtige Reize

Sensation Seeking Verlangen nach aufregenden Sinneseindrücken und Situationen, oft mit Risiken
verbunden (z.B. Fallschirmspringen, Drogenkonsum)

Sensitization Aktive Auseinandersetzung mit unangenehmen Ereignissen; sucht nach Erklärungen
(Sensitizer) und Lösungen; toleriert bedrohliche Informationen eher

Repression Leugnen, Ignorieren oder Herunterspielen unangenehmer Ereignisse; vermeidet
(Represser) bedrohliche Informationen

■ Merksatz: Sensitizer = aktiv mit Problem auseinandersetzen. Represser = Problem leugnen/ignorieren.
Im klinischen Alltag wichtig: Wie viel bedrohliche Information kann der Patient tolerieren?



Erlernte Hilflosigkeit (Seligman)
Verhaltenspsychologische Grundlage für die Entstehung einer Depression. Erklärt, warum depressiv Erkrankte
nicht mehr in der Lage sind, objektiv kontrollierbare Ereignisse zu bewältigen.

Aspekt Inhalt

Definition Phänomen, bei dem Lebewesen die gefühlte Hilflosigkeit einer ausweglos
erscheinenden Situation auf ihr allgemeines Verhalten übertragen

Auslöser Erfahrungen in ausweglos erscheinenden Situationen: Traumata, wiederholtes
Versagen, unkontrollierbare negative Ereignisse

Folge Übertragung der erlernten Passivität auf andere (objektiv kontrollierbare)
Lebensbereiche → depressives Verhalten

Klinische Relevanz Erklärt die Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen; Betroffene glauben,
keine Kontrolle über ihre Situation zu haben, auch wenn diese objektiv kontrollierbar
wäre

■ Merksatz: Erlernte Hilflosigkeit (Seligman) = Hilflosigkeit aus unkontrollierbaren Situationen wird
generalisiert → Grundlage der Depression!


Zusammenfassung erstellt für das Medizinische Staatsexamen – Universität Bonn | Themen: Persönlichkeit & Verhalten

, Zusammenfassung: Lerntheorien, Kognition &
Sozialisation
Medizinisches Staatsexamen – Universität Bonn




1. Lernformen – Überblick
Verhalten wird zu einem großen Teil im Laufe des Lebens erlernt. Lerntheorien sind besonders relevant für die
Verhaltenstherapie.


Lernform Definition Beispiele

Assoziatives Lernen Reiz und Reaktion werden durch zeitnahe Klassische Konditionierung,
Präsentation verknüpft Operante Konditionierung

Nicht-assoziatives Reaktion wird durch Art der Reizdarbietung Habituation, Dishabituation,
Lernen beeinflusst; keine Verknüpfung erlernt Sensitivierung

Lernen am Modell Komplexe Verhaltensweisen durch Nachahmung von Eltern, Freunden,
Beobachtung von Vorbildern erlernen TV-Figuren

Kognitives Lernen Wissen wird durch kognitive Prozesse aktiv Lernen durch Einsicht, Lernen
erlernt durch Eigensteuerung




2. Klassische Konditionierung (Pawlow)
Ein unkonditionierter Reiz (UCS) löst eine unkonditionierte Reaktion (UCR) aus. Durch wiederholte
Kopplung mit einem neutralen Reiz wird dieser zum konditionierten Reiz (CS), der allein die konditionierte
Reaktion (CR) auslöst. Ziel: Aufbau stabiler Erwartungen.


Zeitpunkt Stimulus Reaktion

Vor dem Training Neutraler Reiz (z.B. Glockenläuten) Keine spezifische Reaktion
Unkonditionierter Reiz (z.B. Essensduft) UCR: Speichelfluss

Beim Training Neutraler Reiz + Unkonditionierter Reiz (gemeinsam UCR: Speichelfluss
präsentiert)

Nach dem Training Konditionierter Reiz (ehem. neutraler Reiz, z.B. Glocke) CR: Speichelfluss

■ Merksatz: Klassische Konditionierung = erfolgreiche Kopplung eines unkonditionierten mit einem
neutralen Reiz!

Einflussfaktoren
• Interstimulusintervall: zeitlicher Abstand zwischen neutralem und unkonditioniertem Reiz
• Reihenfolge der Reizdarbietung (neutraler Reiz sollte vor unkonditioniertem erscheinen)


Grundbegriffe

Document information

Study
Uploaded on
March 6, 2026
Number of pages
130
Written in
2025/2026
Type
Summary
$10.50

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