Aus dem Leben eines Taugenichts
Autor: Joseph von Eichendorff | Erschienen: 1826 (endgültige Fassung; erste Kapitel bereits 1823) | Verlag:
SchulLV | Ort: Karlsruhe (zitiert nach der Ausgabe von 2021)
Die Novelle erzählt die Wanderreise eines jungen, unbekümmerten Müllersohns – des „Taugenichts“ –, den sein
Vater aus dem Elternhaus schickt, damit er sich selbst seinen Lebensunterhalt verdient. Getrieben von Neugier
auf fremde Länder und einer sorglosen Lebenseinstellung, gerät er auf seinen Wanderungen durch Deutschland
und Italien in eine Reihe glücklicher, oft verwirrender Zufälle, bis sich am Ende alles zu seinen Gunsten fügt.
Das Werk gilt als eines der bedeutendsten der Spätromantik.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Kapitel 1-2: Wien
– Kapitel 3-4: Reise nach Italien
– Kapitel 5-6: Italien im Schloss
– Kapitel 7-8: Italien in Rom
– Kapitel 9-10: Reise nach Wien
– Aufbau
Charakterisierungen
– Taugenichts
– Aurelie
– Der Vater
– Der Maler
– Der Postkutscher
– Der Gärtner
– Personenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzählweise
Kontext
– Epoche
– Rezeption
– Motive
Interpretation
– Die Liebe
– Die Natur und Tageszeiten
– Philister vs. Künstler
– Das Wandern
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,Übersicht
Die von Joseph Freiherr von Eichendorff verfasste Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts begann der
Schriftsteller ab 1817 zu verfassen. Sechs Jahre nach Aufnahme des Schreibens kam es dann zur Publikation der
ersten beiden Kapitel, die 1823 in der Breslauer Zeitschrift Deutsche Blätter für Poesie, Litteratur, Kunst und
Theater unter dem Titel Ein Kapitel aus dem Leben eines Taugenichts erschienen. Zuletzt wurde dann 1826 die
finale Version der Novelle veröffentlicht, diesmal unter dem Titel Aus dem Leben eines Taugenichts und das
Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen von Joseph Freiherrn von
Eichendorff.
Die Novelle, die zu einem der bedeutendsten Werke der Spätromantik gehört, erzählt die Wanderreise eines
jungen Müllersohns, der von seinem tüchtigen Vater kurzerhand in die weite Welt hinausgeschickt wird, um
seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Es sind die Neugierde auf neue Kulturen und Abenteuer, gepaart
mit einer unbekümmerten Lebenseinstellung, die den jungen Taugenichts auf seiner Wanderung und der Suche
nach sich selbst immer weiter vorantreiben und ihn nicht verzagen lassen. Auf dieser Reise findet sich
Taugenichts in einer Reihe glücklicher sowie unverhoffter Umstände wieder und seine sorglose Einstellung zum
Leben zahlt sich letztendlich zu seinen Gunsten aus.
Handlung
Kapitel 1-2: Wien
Die Kapitel 1-2 Aus dem Leben eines Taugenichts behandeln Taugenichts‘ Aufbruch und seine ersten
Begegnungen und Bekanntschaften auf seiner Reise. Letztere führen ihn dann im weiteren Verlauf der
Handlung an das Schloss zu Wien. Dort findet er seine erste Arbeitsstelle und entwickelt romantische Gefühle
für eine der Damen am Hof.
Kapitel 1
Infos
Zeile: 2-286
Ort: die Mühle im Heimatdorf des Taugenichts, eine Landstraße, das Schloss zu Wien, der Schlossgarten
Zeit: Frühlingsbeginn bis Sommer, Jahr oder Tage sind unbekannt
Personen: der Taugenichts, der Müller (Taugenichts‘ Vater), Aurelie, die Gräfin, der Portier, die
Kammerdienerin, weitere Bedienstete, eine Sonntagsgesellschaft
Inhalt
Es ist Frühlingsanfang und Taugenichts wird von seinem Vater, dem Müller, mit ein paar Groschen in
der Tasche und einer Geige fortgeschickt, da er möchte, dass Taugenichts lernen soll, seinen eigenen
Lebensunterhalt zu verdienen
Unterwegs begegnet Taugenichts einer fürstlichen Kutsche, in welcher zwei Wiener Hofdamen reisen.
Die Damen nehmen ihn mit in das Schloss zu Wien
Kurz darauf verliebt sich Taugenichts in die jüngere der beiden Hofdamen, Aurelie
Taugenichts erhält eine Anstellung als Schlossgärtner und erhascht auf diese Weise hin und wieder ein
paar Blicke auf Aurelie und schreibt ein Lied über sie
An einem Sonntag bringt Taugenichts eine Sonntagsgesellschaft, welcher auch Aurelie angehört, mit
einem Boot auf die Garteninsel und es kommt dazu, dass er zu seiner Scham das Lied über Aurelie
vorsingen muss. Er ist zutiefst beschämt und befürchtet, ihre Liebe habe keine Zukunft
Kapitel 2
Infos
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, Zeile: 2-371
Ort: das Schloss zu Wien, der Schlossgarten, das Zollhäuschen
Zeit: Sommer, die Anzahl oder Datierung der Tage ist unbekannt
Personen: der Taugenichts, der Portier, Aurelie, ein Schreiber des Schlosses, ein Amtmann, die
Kammerdienerin, die Gräfin, der Graf, weitere Bedienstete, eine feierliche Gesellschaft auf einem
Maskenball
Inhalt
Taugenichts wird vom Gärtner zum Zolleinnehmer befördert, obwohl er nicht gerade mit Fleiß glänzen
kann und erhält infolgedessen das Zollhäuschen als Heim
Die Kammerdienerin der Hofdamen berichtet Taugenichts, dass die gnädige Dame um ein paar Blumen
für den bevorstehenden Maskenball bitten lässt
Als Taugenichts die gewünschten Blumen ablegt, erfährt er, dass nicht Aurelie nach den Blumen gefragt
hat, sondern die ältere Hofdame
Auf dem Maskenball dann sieht Taugenichts Aurelie mit einem Offizier und hält sie für bereits vergeben
Der Protagonist ist tief traurig, verliert jedoch nicht seine Zuversicht und entschließt sich dazu, seine
Reise Richtung Italien fortzusetzen
Kapitel 3-4: Reise nach Italien
Die Kapitel 3-4 aus Aus dem Leben eines Taugenichts beinhalten Taugenichts weiterführende Reise nach Italien
und sein Aufeinandertreffen mit zwei italienischen Malern sowie die Beschreibung seiner Eindrücke von neuen
Gesichtern und Umgebungen im Zuge seiner Reise.
Kapitel 3
Infos
Zeile: 2-385
Ort: eine Landstraße, ein Baumgarten, der Wald, ein Platz vor einem Wirtshaus in einem Dorf Zeit:
Sommer, ein ganzer Tag (vom Morgengrauen bis nachts) und der Beginn eines neuen Tages Personen:
der Taugenichts, das Fräulein im Wirtshaus, ein betrunkener Mann, der Maler Guido, der Maler
Leonhard
Inhalt
Kurz nach seinem Aufbruch nach Italien trifft Taugenichts auf einen Bauern, welchen er nach dem Weg
fragt, der ihn jedoch ignoriert
Als Taugenichts in einem Baumgarten ein Schläfchen halten möchte, wird er von dem Bauern gestört,
der ihn zudem als „Faulenzer“ beschimpft. Taugenichts flieht vor dem übel gelaunten Gesellen und
findet sich im Wald wieder
Gegen Abend führt ihn sein Weg zu einem Platz vor einem Wirtshaus, wo er sich durch sein Geigenspiel
auch gleich beliebt macht und ins Gespräch mit einem Fräulein kommt
Dem Protagonisten jedoch ist nicht nach einem Aufenthalt zumute und während er im Mondschein
siniert, werden seine Gedanken unterbrochen, da zwei Maler ihn entführen und dazu nötigen, ihn zu
einem Ort namens B. zu führen
Nachdem die beiden ihn als Gärtner vom Schloss zu Wien erkennen, stellen sie sich als Guido und
Leonhard vor und teilen fortan sowohl Speis und Trank als auch den Schlafplatz mit dem Taugenichts
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