Michael Kohlhaas
Autor: Heinrich von Kleist | Erschienen: 1810 | Verlag: SchulLV | Ort: Karlsruhe (zitiert nach der Ausgabe von
2021)
Die Novelle erzählt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach einer Ungerechtigkeit durch den Junker
Wenzel von Tronka seinen Besitz verliert und, als der Rechtsweg versagt, zunehmend radikale Selbstjustiz übt.
Basierend auf einer wahren Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert entfaltet Kleist damit einen Konflikt zwischen
individuellem Rechtsempfinden und staatlicher Ordnung, der in Kohlhaas' Hinrichtung mündet.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Abschnitt 1-4
– Abschnitt 5-9
– Abschnitt 10-13
– Aufbau
Charakterisierungen
– Michael Kohlhaas
– Frau Kohlhaas
– Herse
– Junker Wenzel von Tronka
– Martin Luther
– Nagelschmidt
– Figurenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzähler
– Motive
Kontext
– Epoche
– Autor
– Historische Quellen
– Rezeption
Interpretation
– Recht vs. Gerechtigkeit
– Selbstjustiz
– Das Kohlhaas-Syndrom
– Adel vs. Bürgertum
– Glaube
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,Übersicht
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Die Novelle Michael Kohlhaas, die 1810 von Heinrich von Kleist verfasst wurde, handelt von dem
gleichnamigen Pferdehändler Michael Kohlhaas. Dieser verliert durch eine Ungerechtigkeit seinen Besitz und
will auf dem Wege der Selbstjustiz sein Recht zurückfordern. Die Handlung rund um den brandenburgischen
Kohlhaas beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich im 16. Jahrhundert abgespielt hat.
Der Autor (geb. 1777) nahm sich nur ein Jahr nach der Veröffentlichung des Werkes am Wannsee das Leben, da
er nahezu mittellos war und für seine Werke zu Lebzeiten heftige Kritik erdulden musste. Erst Jahre nach
seinem Tod 1811 ernteten seine Werke großes Ansehen.
Handlung
Abschnitt 1-4
Abschnitt 1
Infos
Zeile: 2-223
Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts. Mehrere Monate bis Ende des Jahres irgendwann Mitte des 16.
Jahrhunderts
Ort: An der Havel, Brandenburg
Inhalt
Kurze Vorstellung der Hauptfigur Michael Kohlhaas
Mitte des 16. Jahrhunderts lebt der Pferdehändler in Brandenburg
Bis zu seinem 30. Lebensjahr galt er als guter, gerechter Staatsbürger
Sein Rechtsgefühl machte ihn dann zum Räuber und Mörder
Kohlhaas reitet mit seinem Knecht Herse von Brandenburg nach Sachsen
Er ist den Weg schon oft gereist, um seine Pferde auf dem Markt zu verkaufen
Kurz nach seiner Ankunft in Sachsen stößt er auf einen neuen Schlagbaum in der Nähe einer Burg Der
Zöllner erklärt Kohlhaas, dass der Junker Wenzel von Tronka hier nun Zoll verlangt Kohlhaas bezahlt,
doch kaum losgeritten, hält der Schlossvogt ihn auf und will seinen Passschein sehen
Der Pferdehändler hat noch nie von einem Passschein gehört und will den Junker selbst dazu befragen
Kohlhaas trifft den Junker im Kreise einiger Freunde beim Essen
Als die Gruppe von Kohlhaas‘ wertvollen Pferden hört, eilen sie raus und begutachten die Tiere
Kohlhaas fordert den Junker und die Ritter auf, ihm Pferde abzukaufen; diese finden den Preis zu hoch
Der Pferdehändler will weiterreisen und bittet um eine Ausnahme wegen des Passscheins Als er
verspricht beim nächsten Mal einen Passschein vorzulegen, will der Junker ihn gehen lassen Der
Schlossverwalter rät, wenigstens ein Pfand einzufordern
Kohlhaas lässt also gezwungenermaßen zwei Rappen und seinen Knecht zurück
In Dresden will Kohlhaas den Passschein besorgen und erfährt, dass es einen solchen nicht gibt Nach
dem Verkauf der restlichen Rappen auf dem Pferdemarkt reitet Kohlhaas zum Junker zurück Auf der
Burg hört Kohlhaas, dass Herse wenige Tage nach seiner Abreise wegen unrechtmäßigen Verhaltens
verjagt worden sei
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, Die beiden Rappen findet Kohlhaas abgemagert und verwahrlost in einem Stall
Ein Knappe erklärt ihm, dass die Pferde auf dem Feld arbeiten mussten
Der Schlossvogt kommt herbei und behauptet, Herse sei weggelaufen
Der Junker und einige Ritter kommen dazu und Kohlhaas wendet ein, dass dies nicht seine Pferde sein
könnten
Als Kohlhaas seine edlen Rappen zurückfordert, lacht der Junker ihn aus und geht davon
Abschnitt 2
Infos
Zeile: 2-216
Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts. Mehrere Monate bis Ende des Jahres irgendwann Mitte des 16.
Jahrhunderts
Ort: Sachsen & Brandenburg
Inhalt
Kohlhaas macht sich auf den Weg nach Dresden, um vor Gericht sein Recht einzufordern Auf halbem
Weg kehrt er um, weil er erst seinen Knecht sprechen will, um auszuschließen, dass er im Unrecht ist
Zu Hause angekommen, befragt er den verletzten Herse in einem strengen Verhör über die Vorfälle
Kohlhaas glaubt Herse, der ihm berichtet, dass er die Pferde für die Feldarbeit ausleihen und sie in einem
Schweinestall unterbringen musste; weil er die Pferde baden wollte, wurden zwölf Hunde auf ihn gehetzt
Als Kohlhaas seiner Frau von der Geschichte erzählt, bestätigt sie ihn darin, in Dresden um sein Recht zu
kämpfen
Mit Hilfe eines Bekannten, der als Rechtsgelehrter arbeitet, verfasste Kohlhaas eine Beschwerde wegen
gesetzeswidrigen Einbehaltens seiner Rappen und verletzen seines Knechts
Er bekommt Unterstützung von den bedeutendsten Männern des Landes
Nach Monaten erfährt Kohlhaas aber, dass seine Klage abgewiesen wurde
Auf Nachfrage wird Kohlhaas erklärt, dass zwei hohe Amtsinhaber am Dresdener Hof Verwandte des
Junkers sind und den Vorgang beeinflussen konnten
Der Anwalt rät Kohlhaas, die Pferde von der Burg abzuholen und die Sache auf sich beruhen zu lassen
Abschnitt 3
Infos
Zeile: 2-240
Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts. Mehrere Monate bis Ende des Jahres irgendwann Mitte des 16.
Jahrhunderts
Ort: Brandenburg, Kohlhaasenbrück
Inhalt
Wie der Zufall es will, liest Kohlhaas diesen Brief im Beisein des Stadthauptmanns Heinrich von
Geusau, der ihm seine Hilfe anbietet
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