Lenz
Autor: Georg Büchner | Erschienen: 1839 (postum) | Verlag: Schöningh | Ort: Paderborn (zitiert nach der
Ausgabe von 2010)
Die Erzählung schildert den geistigen Verfall des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz, der zur Genesung
beim Pfarrer Oberlin im elsässischen Waldbach Zuflucht sucht. Trotz anfänglicher Ruhe verschlechtert sich sein
psychischer Zustand zunehmend, bis er nach Straßburg zurückkehren muss und dort innerlich leer weiterlebt.
Büchner stützt sich auf reale Aufzeichnungen Oberlins und schuf mit dem Fragment eine der ersten literarischen
Studien seelischer Krankheit.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Gebirgswanderung
– Leben im Pfarrhaus
– Treffen mit Kaufmann
– Selbstmordversuche
– Oberlins Abwesenheit
– Aufbau
Charakterisierung
– Lenz
– Oberlin
– Kaufmann
Stil
– Sprache
– Erzählperspektive
Interpretation
– Motive
– Lenz' Weltanschauung
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, Übersicht
Lenz ist eine Erzählung von Georg Büchner, die 1839 postum veröffentlicht wurde und von dem Sturm-und-
Drang-Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz handelt.
Der gleichnamige, geistig kranke Protagonist ist zur Genesung bei dem Sozialreformer und Pfarrer Johann
Friedrich Oberlin im elsässischen Waldbach. Aufgrund der unaufhaltsamen Verschlechterung seines geistigen
Zustandes, muss er jedoch nach Straßburg zurückkehren. Dort lebt er scheinbar angepasst, aber innerlich völlig
leer weiter.
In der deutschen Literatur zählt Lenz zu den bekanntesten Werken. Die Erzählung basiert einerseits auf einigen
Briefen von Jakob Michael Reinhold Lenz, andererseits auf den schriftlichen Beobachtungen des Pfarrers
Johann Friedrich Oberlin.
Handlung
Gebirgswanderung
Lenz wandert am 20. Januar durch die Vogesen. Er ist auf dem Weg nach Waldbach: → Ein Dorf im
elsässischen Steintal → Wird heute Walderbach genannt Während seiner Wanderung erlebt er die Natur und das
Gebirge als unwirklich und abweisend. Verliert das Gefühl für Raum und Zeit Leidet dabei unter
vorübergehenden Bewusstseinsstörungen und Angstzuständen → Fühlt sich verfolgt → Hat das Gefühl, dass der
Wahnsinn ihn auf Pferden verfolgt Erreicht am Abend schließlich erleichtert Waldbach, wo er als Gast im
Pfarrhaus von der Familie Oberlin aufgenommen wird Verbringt den Abend mit der Pfarrersfamilie → Unruhe
fällt von ihm ab → Berichtet ihnen von seiner Heimat → Verliert sich in seinen Erzählungen in der
Vergangenheit Bekommt im Schulhaus ein Zimmer zur Übernachtung → Dort befällt ihn die gleiche Angst und
Unruhe wie zuvor im Gebirge. Getrieben von seiner Angst verlässt er das Haus → Irrt in der Umgebung umher
→ Verletzt sich selbst mit den Fingernägeln und an Steinen → Schmerz beginnt ihm sein Bewusstsein
wiederzugeben Lenz stürzt sich in einen Brunnen → Wasser ist jedoch nicht tief genug → Kaltes Wasser bringt
ihn jedoch wieder zu Bewusstsein Als die Dorfbewohner und Oberlin angelaufen kommen, ist Lenz schon
wieder bei klarem Verstand. Er schämt sich vor den Dorfbewohnern und geht deshalb schnell wieder in sein
Zimmer, wo er erschöpft einschläft.
Leben im Pfarrhaus
Am nächsten Morgen geht es Lenz wieder besser.
Er begleitet während der nächsten Tage den Pfarrer Oberlin zu verschiedenen Besuchen im Tal.
→ Der Pfarrer kümmert sich um die Seelsorge der Talbewohner.
→ Sie helfen dabei, Wege anzulegen und Kanäle zu graben.
→ Besuchen die Schule
Die Stille in der Natur, Oberlins bedächtiges Reden und Handeln, sowie der Blick in dessen Augen
beruhigen den aufgewühlten Dichter.
Jeden Abend befällt Lenz wieder die Angst und Unruhe.
→ Er fängt an, sich vor der Dunkelheit zu fürchten.
→ Wird von dieser Angst wahnsinnig
Er hält es abends nicht im Zimmer aus und geht hinaus, um sich im Brunnen zu waschen.
→ Die Kälte des Wassers bringt ihn immer wieder zu Bewusstsein.
→ Badet nun jedoch leise, um die Dorfbewohner nicht wieder auf sich aufmerksam zu machen.
→ Er ahnt, dass er eine geistige Krankheit hat.
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