Die Bergwerke zu Falun
Autor: E.T.A. Hoffmann | Erschienen: 1819 (in: Die Serapions-Brüder) | Verlag: Reclam | Ort: Stuttgart
Die romantische Erzählung schildert das Schicksal des jungen Seemanns Elis Fröbom, der nach dem Tod seiner
Mutter in eine existenzielle Krise gerät und sich von der geheimnisvollen unterirdischen Welt der Bergwerke
von Falun anziehen lässt. Trotz seiner Verlobung mit Ulla Dahlsjö verfällt er zunehmend dem magischen Sog
des Bergwerks und verschwindet an seinem Hochzeitstag darin. Erst 50 Jahre später wird sein im Gestein
konservierter Leichnam gefunden und von der inzwischen betagten Ulla wiedererkannt.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
– Handlung
– Aufbau
– Charakterisierung
– Stil & Sprache
– Symbole & Motive
– Erzählanalyse
– Serapiontisches Prinzip
Kontext
– Epoche
– Geschichtlicher Hintergrund
– Literarischer Kontext & Vorlagen
– Rezeption
– Kurzbiografie Hoffmann
Interpretation
– Sehnsucht
– Dualismus der Welt
– Destruktiver Wahnsinn
– Auflösung der Realität
– Symbolraum des Unbewussten
– Natur als Gegenmacht
– Ich-Spaltung
– Ewigkeit
– Vergleich mit Der Runenberg
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, Übersicht
Fakten Autor: E. T. A. Hoffmann Erscheinungsjahr: 1819 Gattung: romantische Erzählung / Kunstmärchen
Erstveröffentlichung: im ersten Band der Erzählsammlung Die Serapions-Brüder (1819–1821) In dieser
Sammlung erscheinen auch bekannte Werke Hoffmanns wie Nußknacker und Mausekönig und Das Fräulein
von Scuderi.
Inhaltlicher Kern Die Erzählung schildert das Schicksal des jungen Seemanns Elis Fröbom. Nach dem Tod
seiner Mutter gerät Elis in eine existenzielle Krise und verliert seinen bisherigen Lebenshalt. Er gibt seinen
Beruf als Seefahrer auf und wird von der geheimnisvollen Welt der Bergwerke von Falun angezogen. In Falun
beginnt er als Bergarbeiter zu arbeiten und wird Teil der Gemeinschaft der Bergleute. Gleichzeitig entwickelt
sich eine Liebesbeziehung zu Ulla Dahlsjö, mit der er sich schließlich verlobt. Elis gerät jedoch zunehmend
unter den magischen Einfluss der unterirdischen Welt und der Bergwerkslandschaft. Am Tag seiner Hochzeit
verschwindet er im Bergwerk und kommt ums Leben. 50 Jahre später wird sein im Berg konservierter Körper
gefunden und nur von der inzwischen alt gewordenen Ulla erkannt.
Literarischer und kultureller Kontext Die Erzählung gehört zur Tradition literarischer Texte über das Bergwerk
von Falun in Schweden und reale Bergwerksunglücke. Typisch für die deutsche Romantik ist die Verbindung
von Natur, Traum, Mythos und unbewussten Kräften. Das Bergwerk steht symbolisch für die unterirdische,
geheimnisvolle Welt des Unbewussten. Vergleichbare romantische Motive finden sich auch in Werken wie
Heinrich von Ofterdingen von Novalis oder Der Runenberg von Ludwig Tieck.
Zentrale Themen Sehnsucht und Weltflucht Faszination des Unbekannten und Unbewussten Konflikt zwischen
Liebe und zerstörerischer Leidenschaft Natur als geheimnisvolle, mächtige Kraft Schicksal und Wahnsinn
Kontext
Epoche
Die Romantik Zeitraum der Romantik (Deutschland):
Frühromantik: ca. 1795–1804 (Jena) Hochromantik: ca. 1804–1815 (Heidelberg) Spätromantik: ca. 1815–1835
(Berlin, Wien)
Allgemeine Einordnung des Werks: Spätromantik Die Bergwerke zu Falun (1819) gehört zur Spätromantik.
E.T.A. Hoffmann gilt als einer der zentralen Autoren der Epoche.
Typische Merkmale der Spätromantik stärkere Betonung des:
Unheimlichen und Dämonischen
Wahnsinns und der Ich-Spaltung
Unbewussten
häufig:
Verschmelzung von Realität und Fantastik
Auflösung klarer Wirklichkeitsgrenzen
pessimistischere Grundstimmung als in der Frühromantik
Literatur wird:
komplexer
psychologisch differenzierter
weniger harmonisch
→ Übergang zur Schwarzen Romantik
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