Der Steppenwolf
Autor: Hermann Hesse | Erschienen: 1927 | Verlag: Suhrkamp Verlag | Ort: Frankfurt a. M.
Der Roman schildert die Lebens- und Sinnkrise des Einzelgängers Harry Haller, der sich selbst als
„Steppenwolf“ zwischen bürgerlicher Konvention und wildem Außenseitertum zerrissen sieht. Durch die
Begegnung mit Hermine, Maria und dem Musiker Pablo sowie den Besuch des surrealen „Magischen Theaters“
eröffnen sich ihm neue, spielerische Zugänge zu seiner gespaltenen Persönlichkeit. Der Roman gilt als eines der
bedeutendsten Werke über die Identitätskrise des modernen Menschen.
Inhaltsverzeichnis
Charaktere
– Hauptperson
Kontrast- und Spiegelfiguren
– Hermine
– Maria
– Pablo
Nebenfiguren
– Die Bürger
– Die unsterblichen Künstler
– Die Bedeutung des Magischen Theaters
Formaler Aufbau
– Vorwort des Herausgebers
– Harry Hallers Aufzeichnungen
– Tractat vom Steppenwolf
Handlung
– Vorwort des Herausgebers
– Harry Hallers Aufzeichnungen
– Harry Hallers Aufzeichnungen Teil 2
– Tractat vom Steppenwolf
– Zusammenfassung
Interpretation
– Autobiographische Selbstenthüllung
– Entwicklung der Persönlichkeit
– Parallelen zu Goethes Faust
– Zeit- und Kulturkritik
– Kontext und Einordnung
Motive, Symbole und Bilder
– Der Humor
– Der Spiegel
– Der Steppenwolf
– Der Tanz
– Die Ewigkeit und der Tod
– Die Musik
– Die Unsterblichen
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,Stil und Sprache
– Vorwort des fiktiven Herausgebers
– Harry Hallers Aufzeichnungen
– Tractat vom Steppenwolf
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, Charaktere
Hauptperson
Der Roman Der Steppenwolf handelt von einer Hauptperson, Harry Haller. Außerdem gibt es drei weitere
wichtige Charaktere, die Hallers Leben stark beeinflussen.
Die Hauptperson des Romans Der Steppenwolf ist Harry Haller. Über ihn erfährt der Leser zunächst einiges
durch das Vorwort des fiktiven Herausgebers. Darauf folgen schließlich die persönlichen Aufzeichnungen
Hallers aus der Ich-Perspektive.
Harry Haller ist ein Mann von 48 Jahren. Er ist nicht groß, seine Kopfhaltung jedoch erinnert an die, großer
Menschen. Haller trägt seine grau melierten Haare kurz geschnitten, ist glatt rasiert und hat ein scharfes Profil.
Seine Kleidung ist sauber und modern, allerdings ist er unsorgfältig gekleidet. Haller leidet an Gicht, hat vor
allem beim Treppensteigen und Gehen große Schmerzen. Durch sein gesamtes Auftreten hinterlässt Harry
Haller einen zwiespältigen Eindruck: Er ist einerseits höflich, geht mit unentschlossenem Gang und wirkt
einsam. Andererseits blickt er mit erhobenem Kopf um sich, wählt temperamentvolle Worte und scheint alles
um sich herum zu belächeln.
Die Hauptfigur kommt offenbar aus einem strengen, frommen Elternhaus. Haller ist ein gebildeter Mann, der als
Publizist gearbeitet hat und viel gereist ist. Inzwischen wird er aufgrund seiner vehementen Kritik am Krieg und
seiner pazifistischen Meinung angegriffen und ist ein Außenseiter. Anstatt einer Arbeit nachzugehen, lebt er in
den Tag hinein. Haller schläft meist lang, lies viele Bücher und besucht Konzerte und Vorträge. Abends hat er
Probleme mit dem Einschlafen und spaziert daher oft durch die dunklen Gassen der Stadt oder besucht seine
Stammkneipe.
Sein Lebenswandel ist sehr ungesund. Haller raucht viel, isst manchmal tagelang nichts und trinkt sehr gerne
Wein. Außerdem betäubt er seine Schmerzen mit Medikamenten.
Über Hallers Vergangenheit erfährt der Leser, dass er früher verheiratet war. Seine schizophrene Ehefrau warf
ihn jedoch aus dem Haus. Inzwischen ist er ledig. Er hat eine Geliebte, Erika, die ihn aber nur selten besucht.
Aufgrund seiner zurückgezogenen Lebensweise hat Harry Haller kaum Freunde. Zwar genießt er das Alleinsein,
trotzdem sehnt sich Haller danach, ein Teil der Gesellschaft zu sein.
Harry Haller glaubt, seine Persönlichkeit sei in zwei Teile gespalten. Auf der einen Seite ist da der gebildete,
kultivierte Mensch, der die Bürgerlichkeit mag. Auf der anderen Seite aber ist er unordentlich, sehnt er sich
nach einem zügellosen Leben voller Triebe - interpretiert dies als seinen inneren Steppenwolf. Diese beiden
Persönlichkeitsteile bekriegen sich gegenseitig. Haller fühlt sich zerrissen zwischen seinen beiden Naturen, wird
deshalb von Selbsthass gequält. Dieser gipfelt sogar in dem Plan, sich umzubringen, um endlich Erlösung zu
finden.
Das Leben von Harry Haller beginnt sich erst zu verändern, nachdem er Hermine und deren Freunde
kennenlernt. Erstmals kann er das Leben auch genießen, wird gelassener und entdeckt die einfachen Dinge, wie
das Tanzen. Vor allem aber erkennt Haller, dass er sich selbst und dem Leben in Zukunft statt mit Selbsthass mit
Humor begegnen muss. Er verwirft schließlich sogar seine Selbstmordpläne und will daran arbeiten, es künftig
besser zu machen.
Kontrast- und Spiegelfiguren
Hermine
Für Harry Haller gibt es im Roman drei wichtige Personen: Hermine, Pablo und Maria. Die drei sind als
Kontrast- und Spiegelfiguren konzipiert. Sie stellen die abgespaltenen Teile von Harry Hallers Seele dar und
helfen ihm im Laufe der Handlung, seinen Selbsthass annähernd in den Griff zu bekommen.
Harry Hallers neue Freundin Hermine, die er zufällig in einem Lokal trifft, ist eine junge, hübsche Frau. Haller
beschreibt in seinen Aufzeichnungen Hermines bleiches, festes Gesicht mit den blutrot bemalten Lippen, ihre
hellen, grauen Augen und die glatte, kühle Stirn. Obwohl sie tief ausgeschnittene Kleider trägt, wirkt Hermines
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