Der Sandmann
Autor: E.T.A. Hoffmann | Erschienen: 1817 (verfasst 1816, im Zyklus Nachtstücke) | Verlag: SchulLV | Ort:
Karlsruhe
Die Erzählung schildert den Studenten Nathanael, der seit seiner Kindheit von der unheimlichen Sandmann-
Figur und dem Wetterglashändler Coppola traumatisiert ist. Als er sich in die scheinbar vollkommene Olimpia
verliebt, die sich als mechanische Puppe entpuppt, gerät seine Wahrnehmung von Realität und Wahn
zunehmend ins Wanken, bis er in den Tod stürzt. Hoffmann verknüpft damit Doppelgänger- und Augenmotive
zu einer der bekanntesten Schauererzählungen der deutschen Romantik.
Inhaltsverzeichnis
– Handlung
– Kontext und Einordnung
– Personen
Motive
– Doppelgängermotiv
– Augenmotiv
– Sprache
– Interpretation
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, Handlung
Zusammenfassung Die Erzählung Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann handelt von dem Studenten Nathanael,
dessen Leben von einem Kindheitstrauma rund um die rätselhafte Figur des Sandmanns geprägt ist. Sogar in
seinem Studienwohnort G., fernab von seinem Zuhause, fühlt er sich von den bösen Mächten des Sandmanns
verfolgt. Nicht einmal seine Verlobte Clara und sein Zieh-Bruder Lothar können ihm helfen. Zwar versuchen
sie, Nathanael klar zu machen, dass er unter Wahnvorstellungen leidet, doch dieser will davon nichts hören. Er
wird mehr und mehr verrückt und begeht schließlich Selbstmord.
Nathanael an Lothar Die Erzählung beginnt mit einem Brief, den Nathanael an seinen Zieh-Bruder Lothar
Sandmann- schreibt. Darin berichtet er von einer großen inneren Unruhe, die ihn in letzter Zeit plagt: Trauma
aus der „Etwas Entsetzliches ist in mein Leben getreten! - Dunkle Ahnungen eines grässlichen mir Kindheit
drohenden Geschicks breiten sich wie schwarze Wolkenschatten über mich aus, übertragen auf undurchdringlich
jedem freundlichen Sonnenstrahl“ (S. 5, Z. 13-17). Verzweifelt versucht er den Lothar zu schildern, was diesen
„tödlichen Eindruck“ (S. 5, Z. 27) in ihm hinterlassen hat, Wetterglashändler und ahnt zugleich: „Jetzt hältst du
mich gewiss für einen aberwitzigen Geisterseher“ (S. 5, Z. 25-26). All seine Sorge wurde nämlich von nichts
anderem ausgelöst, als von einem Besuch eines Wetterglashändlers. Ebendieser erinnert ihn aber an eine
grausame Geschichte aus seiner früheren Jugend. Damals schickte seine Mutter ihn abends oft mit den Worten
„Zu Bette! Der Sandmann kommt, ich merk es schon“ (S.6, Z. 32-33) eilig von von seinem Vater weg. Kurz
darauf konnte er schwere, polternde Schritte im Hausflur hören. Außerdem, so schreibt Nathanael, hat die
Amme seiner Schwester ihn mit einer schlimmen Geschichte über den Sandmann geängstigt. „Das ist ein böser
Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen, und wirft ihnen Händevoll Sand in die
Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen“ (S. 7, Z. 18-23), zitiert Nathanael die Amme. Eines Tages
aber glaubte er nicht mehr an diese Geschichte und schlich sich heimlich in das Arbeitszimmer seines Vaters,
um selbst herauszufinden, was es mit dem Sandmann wirklich auf sich hat. Der Sandmann entpuppte sich als
der alte Advokat Coppelius, der ihm und seinen Geschwistern aufgrund der widerlichen Erscheinung verhasst
war. Coppelius schien mit seinem Vater heimlich alchemistische Experimente durchzuführen. Es entstand ein
seltsam riechender Dampf, Nathanael sah plötzlich Gesichter ohne Augen, kreischte auf und wurde so von
Coppelius entdeckt. Der Anwalt habe ihn gepackt, ihm gedroht, seine Augen zu verbrennen, und ihm Hände und
Füße abgerissen und verkehrt wieder eingesetzt, schreibt Nathanael weiter. Erst nach mehreren Wochen Fieber
erwachte er wieder aus diesem Schrecken. Coppelius ließ sich fortan ein Jahr nicht mehr blicken. Bei seinem
letzten Besuch aber kam es zu einer Explosion, bei der Nathanaels Vater starb. Nathanael und die Obrigkeit
gaben Coppelius die Schuld daran, dieser aber war spurlos verschwunden. Doch nun hat Nathanael den Advokat
Coppelius in dem Wetterglashändler Giuseppe Coppola wiedererkannt und kündigt gegenüber Lothar an, dass er
seinen Vater rächen will.
Clara an Nathanael Anstelle einer Antwort von Lothar, erhält Nathanael einen Brief von seiner Verlobten Clara.
Der Schrecken Sie erklärt ihm, dass er versehentlich ihren Namen auf den Umschlag geschrieben hatte kommt
aus und der Brief so in ihre Hände fiel. Zunächst gesteht sie, dass der Anfang seines Briefes seinem Inneren sie
„tief erschütterte“ (S. 15, Z. 17) und der Wetterglashändler sogar ihren „sonst so ruhigen Schlaf in allerlei
wunderlichen Traumgebilden zerstören konnte“ (S. 15, Z. 30-31). Schon Tags darauf aber war sie wieder
beruhigt. Gerade heraus schreibt sie Nathanael, dass er sich alles nur eingebildet haben muss, dass „alles
Entsetzliche und Schreckliche, wovon du sprichst, nur in deinem Innern vorging, die wahre wirkliche
Außenwelt aber daran wenig teilhatte“ (S.15, Z. 40, S. 16 Z. 1-2). Sie erklärt ihm, dass seine Mutter wohl wegen
der alchemistischen Versuche des Vaters unzufrieden war. Weiter zitiert sie einen Apotheker, der ihr bestätigte,
dass eine tödliche Explosion bei solchen Versuchen vorkommen kann. Clara versucht ihrem Verlobten klar zu
machen, dass er die böse Macht in seinem Inneren gewinnen lässt, wenn er an sie glaubt. Darüber sei sie sich
auch mit Lothar einig. Deshalb empfiehlt sie Nathanael: „Sei heiter - heiter!“ (S. 18, Z. 14).
Nathanael an Lothar Nachdem Nathanael den Brief von Clara gelesen hat, schreibt er erneut an Lothar. Er zeigt
Erkenntnis: sich erstaunt über Claras verständige, logische Erörterung seiner Situation und schreibt Coppola ist
nicht weiter: „Übrigens ist es wohl gewiss, dass der Wetterglashändler Giuseppe Coppola Coppelius keineswegs
der alte Advokat Coppelius ist“ (S. 19, Z. 3-5). Sein Physikprofessor Spalanzani habe ihm erklärt, er kenne den
italienischen Coppola schon lange. Trotzdem gibt Nathanael zu, dass er den bedrohlichen Eindruck, den
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