KAPITEL 1: EINFÜHRUNG KAPITEL 2: SOZIALE WAHRNEHMUNG KAPITEL 3: SOZIALE KOGNITION
KAPITEL 4: KAUSALE ATTRIPUTIONEN KAPITEL 5: SOZIALER EINFLUSS
KAPITEL 6: SOZIALER EINFLUSS (MILGRAM-EXPERIMENT) KAPITEL 7: EINSTELLUNGEN
KAPITEL 8: EINSTELLUNSGÄNDERUNG KAPITEL 9: PERSUASION
KAPITEL 10: SOZIALE NORM UND SOZIALE ROLLE KAPITEL 11: KULTURELLE UNTERSCHIEDE
KAPITEL 1: EINFÜHRUNG
Was ist Sozialpsychologie? „Die Sopsy befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss die tatsächliche oder
vorgestellte Anwesenheit anderer auf menschliches Erleben und Verhalten hat.“
• wichtig ist, dass schon die Vorstellung ausreicht
• keine Betrachtung der Gruppe, sondern des Einzelnen
Anwendungsfelder der • Markt- und Konsumentenpsychologie
Sozialpsychologie • Arbeits- und Organisationspsychologie
• Pädagogische Psychologie
• Klinische Psychologie
Situationismus Verhalten durch Situation beeinflusst
Dispositionismus Verhalten durch Person beeinflusst
Selektive Aufmerksamkeit Konzentration auf bestimmte Sachen (Auffälligkeiten) und bewusstes Nicht-
Konzentrieren bei anderen Umständen: schlecht schlafen bei Vollmond, statt bei
Neumond
Konsistenztheorie Menschen umgeben sich tendenziell lieber mit Informationen, die sie in ihren
Überzeugungen bestärken: politische Ansichten, Wertvorstellungen, Standards,
Interessen, soziales Umfeld
• es ist gut, wenn 2 Ansichten übereinstimmen
Belief resistance Hat sich Person einmal für eine bestimmte Überzeugung entschieden, ist es
(Glaubensresistenz) schwierig, sie von dieser Überzeugung wieder abzubringen – selbst mit
widersprechenden Befunden
false memories Unsere Erinnerung ist sehr fehleranfällig, wir dichten uns das zurecht, was uns
gefällt/nützt (ob positiv oder negativ: bei depressiven Menschen)
Hindsight bias Rückschaufehler (im Nachhinein meinen wir, wir hätten vorhersehen können was
geschehen würde („Das war doch klar“)): Börsen Crashs, Wahlen, Zucker – Daibetes
KAPITEL 2: SOZIALE WAHRNEHMUNG
Experiment von Asch (1946)
Implizite Persönlichkeitstheorien
Erwartungseffekte (Pygmalion-Effekt)
Soziale Wahrnehmung Ist der Prozess, bei dem Informationen über die individuellen Merkmale einer
(social perception) Person gesammelt und interpretiert werden
Experiment von Asch Experiment zur Effektstärke von Persönlichkeitszuschreibungen
(1946) • Asch legte 4 Gruppen von Vpn je eine Liste mit 7 Adjektiven vor, die eine
Zielperson beschreiben
1
, • Aufgabe der Vpn war es, auf einer 2. Liste mit vorgegebenen
Persönlichkeitsmerkmalen ihren Eindruck von der Zielperson zu
vermerken
• die Listen mit den 7 Adjektiven waren in allen 4 Gruppen gleich, nur das
Adjektiv „warm“ wurde zu „kalt“ und umgekehrt
è dieses Begriffspaar hatte einen großen Effekt
Zentrales Ein Merkmal, das den Gesamteindruck von einer Persönlichkeit maßgeblich
Persönlichkeitsmerkmal beeinflusst
(central trait)
Peripheres Ein Merkmal, das den Gesamteindruck von einer Persönlichkeit nicht bedeutsam
Persönlichkeitsmerkmal beeinflusst
(peripheral trait)
Halo-Effekt Ein systematischer Fehler der Personenbeurteilung (= Urteilsfehler)
(„halo“ = Heiligenschein) • ein einziges Merkmal einer Person wirkt so dominant, dass andere
Merkmale in die Beurteilung sehr stark in den Hintergrund gedrängt bzw.
gar nicht mehr berücksichtigt (überstrahlt) werden
è von diesem Merkmal wird auch auf weitere Eigenschaften der Person
geschlossen, ohne dass hierfür eine objektive Grundlage vorliegen
muss
• tritt vor allem bei markanten Merkmalen auf, wie physische Attraktivität,
Behinderung, außergewöhnliche Leistungen… auf: Attraktive Menschen
werden als intelligenter, geselliger oder dominanter beurteilt als
Unattraktive
Primacy-Effect Früher dargebotene Informationen haben bei der sozialen Wahrnehmung und
Interpretation einen stärkeren Einfluss als später dargebotene: der 1. Eindruck
beeinflusst stark und ersten Informationen „stellen Weichen“
• warum existiert dieser Effekt? Aufmerksamkeitsspanne am Anfang am
höchsten und ich möchte meine Einstellungen bestätigen (confirmation
bias)
confirmation bias Bestätigungsfehler (wir sehen nur das, was wir sehen wollen)
• die Tendenz, an einer einmal gefassten Hypothese – auch wenn sie
möglicherweise falsch ist – festzuhalten
läuft automatisch und unbewusst ab
Implizite Naive, alltagspsychologische Vorstellungen darüber, welche
Persönlichkeitstheorien Charaktereigenschaften zusammenpassen
• kognitive Schemata, um Wissenslücken zu schließen
• funktioniert schnell, leicht und ist sehr fehleranfällig (wichtige Quelle für
Beurteilungsfehler)
Beispiele: Wenn jemand freundlich ist, dann ist er wahrscheinlich auch großzügig.
Wenn jemand geizig ist, dann ist er wahrscheinlich auch leicht reizbar.
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, Kindchenschema von Lorenz Typisch kindliche Gesichtsmerkmale: kleine Nase, große Augen, große Stirn…
Self-fulfilling prophecy Interaktion zwischen dem Beobachter und dem Untersuchungsobjekt, durch die
sich das Untersuchungsobjekt entwickelt wie tatsächlich behauptet (auch bei
ursprünglich falscher Erwartung)
• Labeling-Effekt: bestimmte Namen werden mit bestimmten
Eigenschaften/sozialen Hintergründen verbunden: bei Schülern
Pygmalion-Effekt: Überzeugungen einer Person können Verhalten anderer
Personen beeinflussen: man macht immer gut Erfahrungen mit den Dingen, an die
man glaubt
Experiment von Rosenthal Experiment zu Lehrerwartungen
& Jacobson (1968) • zufällig ausgewählte Grundschulkinder
• Lehrern wurde gesagt, dass diese Kinder sich hervorragend entwickeln
würden (-> positive Erwartung)
• IQ-Tests vorher und 1 Jahr danach: vermeintlich begabte Kinder
legten bei Intelligenz tatsächlich mehr zu als Kontrollgruppe
• spektakuläres Ergebnis, dass viele weitere Studien nach sich zog
• Stand heute: es gibt Pygmalion-Effekte, aber schwächer als gedacht (vor
allem ersten 2 Schulwochen, danach bilden sich die Lehrer selbst ihre
Meinung)
KAPITEL 3: SOZIALE KOGNITION
Begriffsklärung
Automatischer vs. kontrollierter Prozess
Schema und Heuristik
Stereotype: Entstehung, Ursachen für Aufrechterhaltung, mögliche Auswirkungen
Messung
Soziale Kognition (engl.: social cognition) Themengebiet innerhalb der Sopsy, das sich damit beschäftigt,
• wie wir über uns selbst und über andere Menschen denken
und
• wie die beteiligten Prozesse unsere Urteile und unser
Verhalten in sozialen Kontexten beeinflussen
Automatischer Prozess Ein Prozess, der ohne Absicht, Aufwand oder Bewusstheit auftritt
und andere, gleichzeitig ablaufende kognitive Prozesse nicht stört
Kontrollierter Prozess Ein absichtsgeleiteter Prozess, welcher der willentlichen Kontrolle
des Individuums unterliegt, aufwändig ist und bewusst abläuft
Schema Eine kognitive Struktur bzw. mentale Repräsentation, die
vorverarbeitetes Wissen über Objekte oder Menschen bestimmter
Kategorien umfasst
Heuristiken Eine oft genutzte, nicht optimale Faustregel, die Menschen
„pi mal Daumen“ verwenden, um zu einem Urteil zu gelangen: Tiger im Gebüsch
• sind in vielen Fällen effektiv, aber nicht in allen
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