1. Der Ost-West-Gegensatz
„Epochenjahr" 1917
- USA gibt Isola onismus (Zurückhaltung gegenüber Europa) auf
- treten in ersten Weltkrieg ein (für England und Frankreich)
-> Sieg 1918
- in Russland:
- Februarrevolu on 1917
- Oktoberrevolu on 1917
-> darau in Ausruf des ersten kommunis schen Staates der Welt durch Bolschewisten
=> veränderte die Weltpoli k von Grund auf:
- nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten sich die „Flügelstaaten“ USA und Sowjetunion
zu weltpoli schen Führungsmächten
- nicht nur Groß- sondern auch Weltmächte (USA löst England ab) => besitzen poli sch
militärisch und wirtscha lich die Kra , Macht und Einfluss auf das Weltgeschehen zu
haben
- beide strebten nach Einflusssphären
- ideologische Untermauerung ihres weltweiten Anspruchs/ Gegensätze:
-> USA: Sendungsbewusstsein, Geburtsland der modernen Demokra e, hohes Ansehen
aufgrund wirtscha licher Stärke, Glaubens- und Religionsfreiheit, wollen liberale
Demokra e und Marktwirtscha
-> Sowjetunion: wollten kommunis sche Staats- und Gesellscha sreformen erkämpfen;
marxis sch-leninis sche Ideologie: klassenlose Gesellscha ohne Ausbeutung,
Unterdrückung und Gewalt au auen, ABER ökonomisch durch Ersten Weltkrieg
geschwächt
=> Gegensatz: USA = kapitalis sch, demokra sch und SU = kommunis sch, diktatorisch
- dennoch: 1941 = „unnatürliches Bündnis“: beide wollten das na onalsozialis sche
Deutschland unter Hitler besiegen und schlossen sich dafür zusammen (Hitler ist für
beide Staaten große Gefahr)
- bedingungslose Kapitula on Deutschlands 1945 = Ziel erreicht (wich gster
gemeinsamer Nenner)
1945-1989/90
- nach 1945 waren USA und SU die beiden neuen Supermächte
- wollten in „enger Zusammenarbeit“ neue Weltordnung schaffen
- JEDOCH: es entwickelte sich eine Konfronta on, konnten keine gemeinsame Posi on
entwickeln, weil Gegensätze zu stark waren:
USA Sowjetunion
Parlamentarische Demokra e Einparteienstaat
Marktwirtscha lich-kapitalis sch Planwirtscha lich-sozialis sch
Pluralis sch-freiheitlich kommunis sch
,=> Ende 1940er/ Anfang 1950er Jahre: Abtrennung der von Ihnen beherrschten
Machtblöcke
- USA ha e Angst vor kommunis scher Expansion Auseinanderbrechen der
- SU ha e Angst vor kapitalis scher Einkreisung Kriegsallianz
=> Systemgegensatz bes mmt bis 1990/91 die weltpoli sche Auseinandersetzung
Begriffsdefini onen
=> Ost- West- Konflikt:
- weite Defini on:
- alle Auseinandersetzung der beiden Mächte seit 1917 bis 1990/91
- die diktatorisch regierten Länder stehen den demokra sch, marktwirtscha lich
verfassten Ländern gegenüber
- enge Defini on:
- begann erst 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und endete 1990/91 mit dem
Zusammenbruch der SU
- Konfronta on besaß starke militärische Ausrichtung und geriet 1962 sogar an den Rand
eines Atomkriegs im Rahmen der Kuba-Krise
=> Kalter Krieg:
- zwei hochgerüstete Macht- und Militärblöcke bedrohen sich gegensei g
- interna onale Beziehungen zwischen den Blöcken sind durch intensive Feindseligkeit
geprägt
- blieben jedoch immer unter der Schwelle von kriegerischen Auseinandersetzungen
=> Vergleich der beiden Begriffe:
Ost-West-Konflikt Kalter Krieg
Vorteil - betont Bipolarität besser - stellt die fortlaufenden
- stellt situa ve Aspekte strukturellen Bedingungen
und den Wandel in dieser der Epoche mehr in den
Epoche mehr in den Vordergrund
Vordergrund - sehr verbreitet und
- umfassender Begriff für eingängiger Begriff
die Gegensätze und - beschreibt kriegsähnliche
ständigen Spannungen Situa on eines Landes
zwischen Ost und West - permanente
- umfasst gesamte Atomkriegsgefahr
Zeitspanne - Aspekt des We rüstens
- Aspekt des Wandels wird wird deutlich
deutlich
-neutraler Begriff: weniger
verallgemeinert
Nachteil - dreimal nahm der Konflikt - übergreifender, und somit
eine bedrohliche Haltung ungenauer Begriff
an: eher Kalter KRIEG
, - permanente Kriegsgefahr - es gab durchaus auch
geht nicht aus dem Begriff heiße Phasen; irreführend
hervor - wird zu allgemein genutzt,
berücksich gt nicht, dass
ein Kalter Krieg OHNE
gegensei ge militärische
Bekämpfung verlaufen
muss, um als solcher
definiert werden zu können
Bipolare Weltordnung
- „Bipolar“ = zwei Pole/ Zentren (zwei Supermächte dominieren die Welt)
- USA = Westen und SU = Osten (Westblock vs. Ostblock)
- beide Mächte stehen sich feindlich gegenüber
- haben Einfluss auf die Außenpoli k anderer Staaten
- Ländern haben sich von Posi onierung für eine „Seite“ einen Vorteil erho : Schutz vor
Angriffen, posi ve Sank onen wie Auslandshilfe und Exportgaran en
Organisa on der Blockfreien
- manche Staaten wollten sich keinem militärisch-poli schen Block unterordnen
- STATTDESSEN:
-> Betonung von Eigenständigkeit
-> Forderung der Gleichberech gung aller Staaten
-> Idee von poli scher Emanzipa on und wirtscha lichem Aufschwung
- Gründung und Entwicklung:
- 1955: erste Konferenz in Bandung (Indonesien) 61 Gründungs-
- 1961: erstes offizielles Gipfeltreffen in Belgrad (Jugoslawien) staaten (später
=> Bildung der Organisa on der Blockfreien über 100
.................................................................................................................. Mitglieder)
- Wich ge Ini atoren:
- Josip Broz Tito (Jugoslawien)
- Jawaharlal Nehru (Indien)
- Gamal Abd el-Nasser (Ägypten)
- Hintergrund der Mitgliedsstaaten:
- viele Entwicklungsländer, die Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung haben
- Rolle im Ost-West-Konflikt:
- konnte die bipolare Weltordnung nicht in ein mul polares System umwandeln:
poli sche Wirkung war zu gering
=> Blockfreiheit wurde von den Supermächten meist als poli sche Unentschiedenheit
interpre ert
, 2. Die Teilung Europas und der Welt
Der Kalte Krieg in der historischen Diskussion
- unterschiedliche Theorien zur Entstehung der bipolaren interna onalen Ordnung und
somit dem Kalten Krieg:
1 Die tradi onelle Deutung (z.B. vertreten durch John Lukacs 1970):
- schon vor Kriegsende wollte Russland Osteuropa beherrschen
- Stalin strebte nach Macht in Form von territorialer Kontrolle
- die Westalliierten reagierten zu spät, erst als die UdSSR bereits große Gebiete besetzt
ha e
=> aggressive Expansionspoli k ist Auslöser des Kalten Krieges (= Schuld der UdSSR)
2 Die Revisionis sche (aktualisierte) Deutung (z.B. vertreten durch William Appleman
Williams 1973)
- nicht die Atombombe, sondern die Open Door Policy (= freie Märkte, wirtscha liche
Expansion) bes mmte die Poli k der USA
- Ziel: weltweite Vorherrscha um Depressionen in der Wirtscha der USA zu vermeiden
- die USA sah sich immer als das Symbol des Guten und Posi ven, während die UdSSR als
das Böse galt => ideologische Überhöhung
- Truman setzte militärisch auf eine harte, machtbewusste Linie
=> USA trägt aufgrund ihrer wirtscha lichen und poli schen Expansionsbestrebungen,
sowie ihrer ideologischen Überheblichkeit weitestgehend die Alleinschuld
3 Die Postrevisionis sche Deutung (z.B. vertreten durch Wilfried Loth 1999)
- Kalter Krieg entstand während dem Prozess der wechselsei gen Blockbildungen
- jede Seite bestä gte die Angst der anderen Seite (= self-fulfilling-prophecy)
- Marshallplan, Rüstungen und Blockbildung wurden als Bedrohung der Gegenseite
aufgenommen
- Teilung Deutschlands war nicht Ziel, sondern Folge der permanenten gegensei gen
Furcht
- beide Seiten wollten Sicherheit und Macht
- keiner wollte Risiko einer Neutralisierung Deutschlands eingehen
- keiner war bereit dem Gegner Deutschland zu überlassen
=> beide Seiten sind maßgeblich am Kalten Krieg schuld: durch wechselsei ge Angst,
Misstrauen und Fehleinschätzungen
„Epochenjahr" 1917
- USA gibt Isola onismus (Zurückhaltung gegenüber Europa) auf
- treten in ersten Weltkrieg ein (für England und Frankreich)
-> Sieg 1918
- in Russland:
- Februarrevolu on 1917
- Oktoberrevolu on 1917
-> darau in Ausruf des ersten kommunis schen Staates der Welt durch Bolschewisten
=> veränderte die Weltpoli k von Grund auf:
- nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten sich die „Flügelstaaten“ USA und Sowjetunion
zu weltpoli schen Führungsmächten
- nicht nur Groß- sondern auch Weltmächte (USA löst England ab) => besitzen poli sch
militärisch und wirtscha lich die Kra , Macht und Einfluss auf das Weltgeschehen zu
haben
- beide strebten nach Einflusssphären
- ideologische Untermauerung ihres weltweiten Anspruchs/ Gegensätze:
-> USA: Sendungsbewusstsein, Geburtsland der modernen Demokra e, hohes Ansehen
aufgrund wirtscha licher Stärke, Glaubens- und Religionsfreiheit, wollen liberale
Demokra e und Marktwirtscha
-> Sowjetunion: wollten kommunis sche Staats- und Gesellscha sreformen erkämpfen;
marxis sch-leninis sche Ideologie: klassenlose Gesellscha ohne Ausbeutung,
Unterdrückung und Gewalt au auen, ABER ökonomisch durch Ersten Weltkrieg
geschwächt
=> Gegensatz: USA = kapitalis sch, demokra sch und SU = kommunis sch, diktatorisch
- dennoch: 1941 = „unnatürliches Bündnis“: beide wollten das na onalsozialis sche
Deutschland unter Hitler besiegen und schlossen sich dafür zusammen (Hitler ist für
beide Staaten große Gefahr)
- bedingungslose Kapitula on Deutschlands 1945 = Ziel erreicht (wich gster
gemeinsamer Nenner)
1945-1989/90
- nach 1945 waren USA und SU die beiden neuen Supermächte
- wollten in „enger Zusammenarbeit“ neue Weltordnung schaffen
- JEDOCH: es entwickelte sich eine Konfronta on, konnten keine gemeinsame Posi on
entwickeln, weil Gegensätze zu stark waren:
USA Sowjetunion
Parlamentarische Demokra e Einparteienstaat
Marktwirtscha lich-kapitalis sch Planwirtscha lich-sozialis sch
Pluralis sch-freiheitlich kommunis sch
,=> Ende 1940er/ Anfang 1950er Jahre: Abtrennung der von Ihnen beherrschten
Machtblöcke
- USA ha e Angst vor kommunis scher Expansion Auseinanderbrechen der
- SU ha e Angst vor kapitalis scher Einkreisung Kriegsallianz
=> Systemgegensatz bes mmt bis 1990/91 die weltpoli sche Auseinandersetzung
Begriffsdefini onen
=> Ost- West- Konflikt:
- weite Defini on:
- alle Auseinandersetzung der beiden Mächte seit 1917 bis 1990/91
- die diktatorisch regierten Länder stehen den demokra sch, marktwirtscha lich
verfassten Ländern gegenüber
- enge Defini on:
- begann erst 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und endete 1990/91 mit dem
Zusammenbruch der SU
- Konfronta on besaß starke militärische Ausrichtung und geriet 1962 sogar an den Rand
eines Atomkriegs im Rahmen der Kuba-Krise
=> Kalter Krieg:
- zwei hochgerüstete Macht- und Militärblöcke bedrohen sich gegensei g
- interna onale Beziehungen zwischen den Blöcken sind durch intensive Feindseligkeit
geprägt
- blieben jedoch immer unter der Schwelle von kriegerischen Auseinandersetzungen
=> Vergleich der beiden Begriffe:
Ost-West-Konflikt Kalter Krieg
Vorteil - betont Bipolarität besser - stellt die fortlaufenden
- stellt situa ve Aspekte strukturellen Bedingungen
und den Wandel in dieser der Epoche mehr in den
Epoche mehr in den Vordergrund
Vordergrund - sehr verbreitet und
- umfassender Begriff für eingängiger Begriff
die Gegensätze und - beschreibt kriegsähnliche
ständigen Spannungen Situa on eines Landes
zwischen Ost und West - permanente
- umfasst gesamte Atomkriegsgefahr
Zeitspanne - Aspekt des We rüstens
- Aspekt des Wandels wird wird deutlich
deutlich
-neutraler Begriff: weniger
verallgemeinert
Nachteil - dreimal nahm der Konflikt - übergreifender, und somit
eine bedrohliche Haltung ungenauer Begriff
an: eher Kalter KRIEG
, - permanente Kriegsgefahr - es gab durchaus auch
geht nicht aus dem Begriff heiße Phasen; irreführend
hervor - wird zu allgemein genutzt,
berücksich gt nicht, dass
ein Kalter Krieg OHNE
gegensei ge militärische
Bekämpfung verlaufen
muss, um als solcher
definiert werden zu können
Bipolare Weltordnung
- „Bipolar“ = zwei Pole/ Zentren (zwei Supermächte dominieren die Welt)
- USA = Westen und SU = Osten (Westblock vs. Ostblock)
- beide Mächte stehen sich feindlich gegenüber
- haben Einfluss auf die Außenpoli k anderer Staaten
- Ländern haben sich von Posi onierung für eine „Seite“ einen Vorteil erho : Schutz vor
Angriffen, posi ve Sank onen wie Auslandshilfe und Exportgaran en
Organisa on der Blockfreien
- manche Staaten wollten sich keinem militärisch-poli schen Block unterordnen
- STATTDESSEN:
-> Betonung von Eigenständigkeit
-> Forderung der Gleichberech gung aller Staaten
-> Idee von poli scher Emanzipa on und wirtscha lichem Aufschwung
- Gründung und Entwicklung:
- 1955: erste Konferenz in Bandung (Indonesien) 61 Gründungs-
- 1961: erstes offizielles Gipfeltreffen in Belgrad (Jugoslawien) staaten (später
=> Bildung der Organisa on der Blockfreien über 100
.................................................................................................................. Mitglieder)
- Wich ge Ini atoren:
- Josip Broz Tito (Jugoslawien)
- Jawaharlal Nehru (Indien)
- Gamal Abd el-Nasser (Ägypten)
- Hintergrund der Mitgliedsstaaten:
- viele Entwicklungsländer, die Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung haben
- Rolle im Ost-West-Konflikt:
- konnte die bipolare Weltordnung nicht in ein mul polares System umwandeln:
poli sche Wirkung war zu gering
=> Blockfreiheit wurde von den Supermächten meist als poli sche Unentschiedenheit
interpre ert
, 2. Die Teilung Europas und der Welt
Der Kalte Krieg in der historischen Diskussion
- unterschiedliche Theorien zur Entstehung der bipolaren interna onalen Ordnung und
somit dem Kalten Krieg:
1 Die tradi onelle Deutung (z.B. vertreten durch John Lukacs 1970):
- schon vor Kriegsende wollte Russland Osteuropa beherrschen
- Stalin strebte nach Macht in Form von territorialer Kontrolle
- die Westalliierten reagierten zu spät, erst als die UdSSR bereits große Gebiete besetzt
ha e
=> aggressive Expansionspoli k ist Auslöser des Kalten Krieges (= Schuld der UdSSR)
2 Die Revisionis sche (aktualisierte) Deutung (z.B. vertreten durch William Appleman
Williams 1973)
- nicht die Atombombe, sondern die Open Door Policy (= freie Märkte, wirtscha liche
Expansion) bes mmte die Poli k der USA
- Ziel: weltweite Vorherrscha um Depressionen in der Wirtscha der USA zu vermeiden
- die USA sah sich immer als das Symbol des Guten und Posi ven, während die UdSSR als
das Böse galt => ideologische Überhöhung
- Truman setzte militärisch auf eine harte, machtbewusste Linie
=> USA trägt aufgrund ihrer wirtscha lichen und poli schen Expansionsbestrebungen,
sowie ihrer ideologischen Überheblichkeit weitestgehend die Alleinschuld
3 Die Postrevisionis sche Deutung (z.B. vertreten durch Wilfried Loth 1999)
- Kalter Krieg entstand während dem Prozess der wechselsei gen Blockbildungen
- jede Seite bestä gte die Angst der anderen Seite (= self-fulfilling-prophecy)
- Marshallplan, Rüstungen und Blockbildung wurden als Bedrohung der Gegenseite
aufgenommen
- Teilung Deutschlands war nicht Ziel, sondern Folge der permanenten gegensei gen
Furcht
- beide Seiten wollten Sicherheit und Macht
- keiner wollte Risiko einer Neutralisierung Deutschlands eingehen
- keiner war bereit dem Gegner Deutschland zu überlassen
=> beide Seiten sind maßgeblich am Kalten Krieg schuld: durch wechselsei ge Angst,
Misstrauen und Fehleinschätzungen