Nach dem HGB gelten folgende Abschreibungsarten:
a) Planmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 HGB)
• Nur für abnutzbare Anlagegüter.
• Bemessung nach Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
• Abschreibung über die Nutzungsdauer.
• Meist lineare Methode.
• Pflicht bei dauerhafter Nutzung.
b) Außerplanmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 Satz 5 und Abs. 4 HGB)
• Bei dauerhafter Wertminderung (z. B. Schäden, technischer Fortschritt).
• Gilt auch für Finanzanlagen und Umlaufvermögen.
• Rücknahme nur bei Wegfall der Gründe (Wertaufholungspflicht).
, 2. Abschreibungsarten nach dem EStG
Nach EStG dienen Abschreibungen der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage.
a) Absetzung für Abnutzung (AfA) (§ 7 EStG)
▸ Lineare AfA (§ 7 Abs. 1 EStG)
• Gleichmäßige Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.
• Standardverfahren.
▸ Degressive AfA (§ 7 Abs. 2 EStG) (zeitweise erlaubt, z. B. 2020–2022)
• Höhere Abschreibung am Anfang.
• Prozentsatz vom Buchwert.
• Derzeit nur zulässig bei bestimmten Investitionsförderungen.
▸ Leistungsabhängige AfA (§ 7 Abs. 1 Satz 6 EStG)
• Abschreibung nach Nutzung (z. B. km-Leistung bei LKWs).
• Nur bei technisch messbarer Leistung.
b) Sonderabschreibungen (§ 7g EStG)
• Für kleine/mittelständische Betriebe (KMU).
• Zusätzlich zur normalen AfA: bis zu 20 % möglich.
• Ziel: Investitionsanreiz.
c) Außerplanmäßige AfA (Teilwertabschreibung) (§ 6 Abs. 1 Nr. 1, 2 EStG)
• Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung.
• Gilt auch für Umlaufvermögen.
• Teilwert < Buchwert = AfA möglich.
• Nur steuerlich, nicht handelsrechtlich verpflichtend.